Neues

Gedenkt nicht an das Alte und
achtet nicht auf das Vorige!
Denn siehe, ich will ein Neues machen;
Jetzt soll es aufwachsen, und
Ihr werdet’s erfahren,
dass ich Weg in der Wüste mache und
Wasserströme in der Einöde.
(Jes 43, 18-29)

Lichtmarken

Ob im Eis des Winters,
ob in der Flut der Wasser,
ob in der Trockenheit der Steinwüste,
ob in der Finsternis der Polarnacht,
Mensch, lass dich nicht irritieren,
schau auf die Lichtmarken,
die dich den Weg nicht verlieren lassen,
die dich bei jedem Wetter leiten,
wie eisig, unter Wasser, trocken oder dunkel
dein Land auch ist.
Ewige Wahrheit.
Ewige Weisheit.
Ewige Dankbarkeit.
Lobgesang aller Psalmen.

 

Widerstreit

Ihr seid begierig,
und erlangt‘s damit nicht.
Ihr hasset und neidet,
und gewinnt damit nichts.
Ihr streitet und krieget,
Ihr habt nicht,
darum dass ihr nicht bittet.
Ihr bittet,
und nehmt nicht,
darum dass ihr übel bittet,
nämlich dahin,
dass ihr’s mit euren Wolllüsten verzehrt.
Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen,
wisst ihr nicht,
dass der Welt Freundschaft
Gottes Feindschaft ist?
Wer der Welt Freund sein will,
der wird Gottes Feind sein.
Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst:
Der Geist, der in euch wohnt,
begehrt und eifert.
(Jakobus 4, 2-5)
 

Scheideweg

Wir trafen uns zufällig, beim Arzt. „Dich treffe ich hier sonst nicht, sondern nur meine Sangesbrüder“, meinte er lachend. Dann fuhr er sich mit der Hand durch das nicht vorhandene Haar: „Die sind weg“. „Habe ich schon gesehen“. „Und als nächstes ist der dran“ und er zeigte auf seinen Schnauzer, „Ich habe Krebs“.
Er ist ein großer, gutaussehender, stattlicher Mann, selbst jetzt noch, wo er nur noch die Hälfte dessen ist, was er war, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, unter seinem linken Ohr eine lange Naht. „Zungenwurzelkrebs“. „Noch nie gehört“. „Ich vorher auch nicht“. „Machst du Chemo?“. „Bin ich schon durch, seit Februar bin ich zugange.“ Dann erzählt er in wenigen Worten von den Qualen der Chemo. „Und jetzt?“. „Sie sagen, sie hätten alles rausgeschnitten. Ab Donnerstag muss ich zur Bestrahlung, 7 Wochen. Ich habe den Beipackzettel gelesen, er ist lang“ und er zeigt mir in einer ausladenden Handbewegung, wie lang. „Wieso Bestrahlung, wenn sie sagen, alles ist raus?“ „Habe ich auch gefragt. Sie sagen, sonst fangen die Metastasen an zu leben und ich sitze in 8 Wochen wieder mit riesigen Geschwüren bei ihnen.“ „Mit der Begründung lassen sie dir ja nicht viel Wahl.“
Ich schaue ihn an. Die Hose wird nur noch durch den Gürtel gehalten. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes nur noch Haut und Knochen. Wie soll er das durchstehen, mit was? Er hat rein körperlich keinerlei Reserven mehr. „Mein Schwager“, sagt er, „hat die 5 Jahre voll gekriegt.“ Ich schaue ihn fragend an. „Er hatte Lungenkrebs und sie geben eine Prognose von 5 Jahren Überlebenschance“. Er grinst mich an: „Als wir noch 40 waren, haben wir gesagt, die alten Säcke mit 70, ihre Zeit ist da“, meint er lachend und es wirkt nicht aufgesetzt, eher verwundert, dass das jetzt auf ihn schon zutrifft. Jetzt, in der Gegenwart, nicht in einer unbestimmten, aufschiebbaren Zukunft. „Entweder die Bestrahlung schlägt an, oder …“, er beendet den Satz nicht. „Ich bin nicht sicher, ob es wünschenswert ist, 105 zu werden“, meine ich. Er sagt: „Ein Freund hat mal zu mir gesagt, jeder will alt werden, aber alt werden will keiner. Ich will dir erzählen, wie es mir ergangen ist, während der Bestrahlung. Wenn es vorbei ist.“ „Mok wi so.“ In einem gleichgerichteten Impuls umarmen wir uns. Alles gesagt für jetzt. Er geht davon. Keiner von uns ist weinerlich, sondern dem ins Auge sehend, was kommt, unabänderlich. Wir ahnen beide, dass dies ein Abschied gewesen sein könnte.
Wieso erzähle ich das? Ich habe keine Angst vor dem Sterben, weil Sterben ein Heilsgeschehen ist. Sterben führt uns zurück zu Gott und macht uns wieder vollkommen heil. Ich habe hier schon öfters von Abschieden und vom Sterben berichtet, immer gelungenem Sterben. Alle Menschen, die ich bisher in ihrem Sterben irgendwie begleiten durfte, sind gelungen gestorben. So wünsche ich sehr, dass auch dieser Freund gelungen stirbt, wann immer der Augenblick da ist. Was kann ich für ihn tun?
Alles ist vorgedacht und vorgezeichnet. Schon, dass wir uns begegnet sind, an einem Ort, an dem die Wahrscheinlichkeit, mich zu treffen, äußerst gering ist. Wir sind uns begegnet, weil ich viel für ihn tun kann. Wesentlich mehr für sein Leben, als alle Ärzte zusammen. Ich kann für ihn beten. Das ist wichtiger für ihn, als alle medizinischen Maßnahmen zusammen. Das ist etwas, was er nicht selbst für sich kann. Letzten Herbst ist er, auch das vorausschauende Fügung, wieder in die Kirche eingetreten, weil seine Frau ihn einmal mit kirchlichem Segen begraben will, so hat er mir vor ein paar Monaten erzählt. Von Krebs wussten sie damals noch nichts, sie dachten eher an sein Herzleiden.
Ich glaube an die Macht von Gottes Fügungen und ich glaube an die Macht des Gebetes. Ich habe beides schon oft erfahren, auch darüber habe ich schon mehrmals berichtet. Ich berichte, weil ich ermutigen will. Derjenige, der beten kann, kann beten für die Handvoll, die ihm gegeben ist. Wenn jeder dies tun würde, würde es weniger Leiden im Sterben und mehr gelungenes Sterben geben, davon bin ich absolut überzeugt. Man kann denen helfen, die selbst in ihrer Beziehung zu Gott verloren sind, keinen Zugang finden und keine Öffnung im Sterben. Man kann an ihre Stelle treten und für sie bitten, für sie anklopfen sozusagen. Ich bitte nicht, HERR, mach ihn gesund, ich bete:
HERR, ich befehle ihn in deine Hände,
dein Wille geschehe,
bewahre ihn,
führe ihn auf einen Weg,
der für ihn der beste ist,
bereite deine schützenden Flügel um ihn.
Ich bitte um einen Weg,
wie immer der aussehen mag,
der ihm am wenigsten Leiden verursacht.
Schicke ihm, wenn die Zeit da ist,
einen Engel entgegen, der ihn an der Hand nimmt
und ihn zu dir führt.
HERR, hilf.
HERR, erbarme dich.
HERR, auf dich vertraue ich.
AMEN.

Wüstenprophezeiungen

Die Wüste und Einöde wird lustig sein,
wird fröhlich stehen und blühen wie die Lilien,
denn Herrlichkeit und Schmuck unseres Gottes ist ihr gegeben.
Sagt den verzagten Herzen:
Seid getrost und fürchtet euch nicht.
Seht, euer Gott, der kommt zur Rache,
Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen.
Dann werden
der Blinden Augen aufgetan,
der Tauben Ohren geöffnet,
die Lahmen springen wie ein Hirsch,
die Stummen singen Gottes Lob.
Denn es werden
Wasser in der Wüste fließen und
Ströme im dürren Land,
Brunnen sollen quellen und
Gras, Rohr und Schilf wachsen.
(Jesaja 35, 1-7)
Der aus Wüsten Gärten macht.
So warten wir.
So vertrauen wir.

Verschlossene Tür

Du musst noch viele Prüfungen, mancherlei Übungen hier auf Erden durchmachen. Trost wird dir bisweilen gereicht werden, aber ein Genuss, der dein ganzes Herz sättigt, kann dir nicht gegeben werden.
Fasse also neuen Mut und sei Mann, stark zum Leiden und stark zum Handeln, wenn sich gleich deine Natur noch so sehr dagegen sträubt. Du musst einen neuen Menschen anziehen und in einen anderen Mann verwandelt werden. Du musst oft tun lernen, was du nicht willst, und verlassen, was du behalten möchtest.
Was andere wollen, wird zustande kommen; was du willst, ins Stocken geraten. Was andere sprechen, wird Gehör und Beifall finden; was du redest, für nichts geachtet werden. Andere werden mancherlei begehren und erhalten, was sie begehren; du wirst auch begehren, aber nichts erhalten.
(in: Thomas von Kempen, Das Buch von der Nachfolge Christi, Kap.49, Von der Sehnsucht nach dem ewigen Leben und von den großen Verheißungen für die mutigen Kämpfer).
Verschlossene Tür

Wehe-Korb

Ich hatte einen Kampf mit meinem unsichtbaren Gott. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich verweigere mich, geh weg von mir, reiß deinen Kreuzespfahl aus meinem Herz, so viele leben besser ohne dich, wieso nicht ich? Ich kann nichts mehr für dich hier tun. Nichts kommt mehr aus mir heraus. Ich will nicht einmal mehr beten, ich will dich nicht mehr hören, ich will dich nicht mehr sehen. Lass mich in Ruhe. Du hörst nur mein Rufen für andere, aber mich, mich vergisst du.
Nimm deinen Wehe-Korb und wandere durch dich. Lege in den Korb
alle Verwundungen,
alle Verbrennungen,
alle Versalzungen,
alles Versäuerte,
alles Spitze,
alles Grobe,
alle Verachtung,
allen Schmerz
und trage ihn vor mich, auch wenn du lange einsammeln musst. Und lege hinzu deine Flüche.
So gehe ich und sammle und fluche
den Undemütigen, die ich meine,
den Unmenschlichen, die ich meine,
den Ungehorsamen, die ich meine,
stelle alles vor dich, anempfehle alles in meinem Wehe-Korb deinem Ratschluss, deiner Gerechtigkeit und deinem Zorn. Denn du bist nicht nur ein sanftmütiger und langmütiger, du bist auch ein zorniger Gott.

Wunder

Die zwei Männer kamen auf mich zu. Vater und Sohn, Bruder und Patensohn. Seite an Seite. Es sind die Augenblicke, in denen man wahrnimmt, was man nicht sieht, was nicht in Worte passt. Ich habe bei ihnen Freude gesehen, einträchtige, frohe Freude. Freude, die gar nicht passen wollte zu dem Unglück vor gut 2 Wochen. Mein Bruder sah mich an, als sehe er mich zum ersten Mal. Du siehst gar nicht aus, wie ein Patient, meinte ich, als wir uns die Hände reichten. Ich sehe wieder. Die letzten zwei Tage sind seine verätzten Augen auf wundersame Weise geheilt, nicht 100%, aber so, dass er wieder sehen, erkennen, lesen kann. Den Ärzten ist das ein Rätsel.

Ich bin nur dankbar. Hier sind die Wunder, von denen manche meinen, sie gebe es nicht. Jesus macht Blinde sehend, auch heute noch. Wo seine Gnade hinfällt, ist Segen. HERR Gott, du hast meine Gebete erhört. Ich lege mich zu deinen Füßen und weine vor Dankbarkeit.

So feiern wir heute Hochzeit, der wir mit gemischten Gefühlen entgegensahen, mit doppelter Freude.

Rosen mit Dornen

Zwei Sekunden – und alles ist anders

Ich bin krankgeschrieben,
ich hatte einen Unfall,
einen schweren Unfall.
Mir stockt das Herz.

Zwei Sekunden,
und das Leben ist verändert.
Du bist nicht mehr der,
der du warst.

Wo Licht ist,
ist Dunkelheit,
wo Farben waren,
nur noch grau.

Wo ist der Plan B,
habe ich fast flehentlich gefragt,
vor 5 Monaten, als unser Vater starb.
Ihr braucht einen Plan B.

Wieso weiß ich immer im Voraus,
von dem Unglück, das kommt?
Wem hilft es? Mich quält es.
Verhindern kann ich nichts.

Ich kann von ihm lernen.
Was nützt es,
rückwärts zu weinen,
hat er zu mir, fast tadelnd, gesagt,
als der Schmerz mich überwältigen wollte.
Vielleicht bekommen sie es auch wieder hin.
Wenn alles gut geht.

Wie stark ist er.
Er hat es mir selber gesagt,
nicht ausrichten lassen,
ist selbst seinen Mann gestanden,
mitten in seinem Unglück.
Mit einer unfassbaren Gelassenheit.
Von Tempo 200 auf 0.

Wer mit und in der Natur arbeitet,
ist dem Leben nahe,
kennt Unglück,
kennt Krankheit,
kennt Sterben,
lebt mit dem Wetter,
so wie es ist.
Jeden Tag.
Demütig.

Er tut, was getan werden muss,
verliert keine Zeit mit Selbstmitleid und Trauer,
regelt die Dinge, unverzüglich,
behält ohne klaren Blick den Überblick.

Und wenn ich nachdenke,
sehe ich, dass alles vorgezeichnet war.
Die Hilfe kommt vom HERRN.
Sie war schon am Keimen,
das Saatkorn gelegt.

So ist es gut, wie es ist,
du Gott, hast vorgesorgt.
Ich sehe deine schützende Hand.
Bei DIR sind wir sicher,
du birgst uns unter deinen Flügeln,
und lässt uns nicht versinken
im Dunkel der Not.

Licht, im dunklen Gefängnis.

Dunkelheit

Vergissmeinnicht

Herr, ich preise Dich, du Gott als Mensch.
Herr, ich preise Dich für jedes Wort.
Herr, ich preise Dich für alle Lehre.
Herr, ich preise Dich für jedes Zeichen.
Herr, ich preise Dich, dass du mich hörst.

Herr, vergiss-mein-nicht.

Maria am Kreuz

Erschöpft sank Maria zusammen.
Es ist vorbei.
Es ist vollbracht.
Schneller als gedacht.
Sie hatte mitgelitten.
Jeden Schlag,
jede Schmähung,
jede Demütigung.
Gott hatte ein Einsehen.
Ihr Kopf hob sich.
Ihr Blick umfasste zärtlich seine Gestalt,
leblos der Körper,
der Kopf auf die Brust gesunken.
Gottseidank, dachte sie.
Er hat es würdevoll getragen.
Jetzt war er nur noch leere Hülle.
Ein Lächeln huschte über ihr müdes Gesicht.
Was würde er sagen, wenn er sie so sitzen sähe?
Frau, was weinst du?
Freust du dich nicht mit mir, dass ich beim Vater bin?
Ein Wind erfasste sie.
Sie hob den Blick,
reckte die Arme gen Himmel,
in ihrer Seele jubelte es:
Gott, ich preise dich.
Unbenennbare Fülle umfasste sie.
Es war ihr leicht,
gar nicht mehr traurig.
Es ist vollbracht.
Alles gut.
Sie erhob sich.
Sie wusste,
sie hatte eine Aufgabe.

Maria

Kreuzungen

Lebendiges Wort

Lieber Herr Jesu,

Was willst du von mir?
Was sagst du mir?
Wie soll ich dich verstehen?

Dein Wort in mein Auge.
Dein Wort in mein Ohr.
Dein Wort in mein Herz.

Dein Wort sagst du mir.
Dein Wort zeigst du mir.
Dein Wort erklärst du mir.

Dein Wort ist der Weg.
Dein Wort ist der Maßstab.
Dein Wort ist die Wahrheit.

Dein Wort will ich halten.
Dein Wort will ich verkünden.
Dein Wort will ich preisen.

Dein Wort schützt mich,
Dein Wort leitet mich.
Dein Wort klärt mich.

Preis,
Lob und Dank
für dein Wort.

(nach Psalm 119)

Wortgesang

Ostermorgen

Herr Gott,
Ostermorgen?

Wir beginnen gerade die Fastenzeit
Und doch sind meine Gedanken schon beim Ostermorgen.
Schon jetzt vermisse ich die Glocken,
dein Halleluja.

Ich habe Angst,
so alleine mit dir,
so alleine vor dir,

Wie kann ich das tragen,
wie kann ich das fassen?
Wie begegne ich dir?

40 Tage dahin.
40 Tage innere Vorbereitung.
40 Tage wie ein Tag.

HERR, sei bei mir,
HERR, sei mit mir,
HERR, ohne Gedanken mein Tag.

50825-eingrenzung

Der Weg zurück

Das Eis brüchig,
der Eimer geleert,
der Krug zerbrochen,
der Schlüssel unter der Matte,
nichts zu ergründen,
finde dich ab.
Alles gegeben,
nichts behalten,
es dauert Jahre,
der Weg zu mir zurück.

Franz von Sales: Lege den Schlüssel unter die Matte
Mascha Kaléko: Resignation für Anfänger
Hilde Domin: Leere den Eimer

Nimm den Eimer

Hilde Domin

Nimm den Eimer
trage dich hin
Wisse du trägst dich
zu Dürstenden

Wisse du bist nicht das Wasser
du trägst nur den Eimer
Tränke sie dennoch

Dann trage den Eimer
voll mit dir
zu dir zurück

Der Gang
hin und her
dauert ein Jahrzehnt

(Du kannst es fünf- oder sechsmal tun
vom zwanzigsten Lebensjahr an gerechnet)

in: Hilde Domin: Sämtliche Gedichte, 4.Aufl 2010, S.259

Feuerzungen

Zungen wie Feuer,
lodernde Flammen.

Zungen wie Feuer,
tödliches Gift.

Zungen wie Feuer,
klingen voll Falsch.

Zungen wie Feuer,
brennen wie Salz.

Zungen wie Feuer,
belügen mit Schein.

Zungen wie Feuer,
verbranntes Land.

(Gedanken zu Jakobus 3)

Feuer
Feuerzungen

Über den Dingen – Beyond things

Like a balloon
my soul strives
towards open heavens.

Like a balloon
whose cord
wrenches from life’s thicket.

Like a balloon
which knows the direction
straining at the restricting  leash.

Like a balloon, o soul, ascend;
escape from the fetters
which narrow your throat.

Like a balloon, move, my soul,
to freedom.
Fly, my soul. fly.

Like a balloon,
disappear in the open heaven.
Beyond things.

Wie ein Luftballon
strebt meine Seele
dem offenen Himmel entgegen.

Wie ein Luftballon,
dessen Schnur sich
dem Lebensgestrüpp entwindet.

Wie ein Luftballon,
der die Richtung kennt,
zerrt sie an der zurückhaltenden Leine.

Wie ein Luftballon, o Seele, steige,
mach dich los von den Fesseln,
die dir den Hals verengen.

Wie ein Luftballon,
zieh, meine Seele, die Freiheit hinauf.
Flieg, Seele, flieg.

Wie ein Luftballon
entschwinde im offenen Himmel.
Über den Dingen.

soul heaven god Lord
My soul strieves towards heaven