Finsternis

Gott weiß, was in der Finsternis liegt, denn bei ihm ist lauter Licht.
Daniel 2,22

Ohne Finsternis,
weiß man nicht,
was Licht ist.

Ohne Licht,
weiß man nicht,
was Sehen ist.

Einklang

Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben.
Hesekiel 11,19

Ich will ihnen ein anderes Herz geben,
eines, das weiß, wo es zu Hause ist.

Ich will ihnen einen neuen Geist geben,
einen Geist der Wahrheit und der Erkenntnis.

Herz und Geist im Einklang,
Gott und Schöpfung im Gleichklang.

Enthaltsamkeit

Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.
Sprüche 10,19

Lieber ein Wort zu wenig,
als eines zuviel.

Wir reden uns oft selbst
um Kopf und Kragen.

Zweiklassengesellschaft

Lieber Luther,

Der Gedanke, den Jesus im heutigen Predigttext (Lk 18, 9-14) an den Mann / die Frau bringen will, ist nicht neu.

Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Der Gedanke, dass es bei Gott keine Zwei- oder Mehrklassengesellschaft gibt, dass vor Gott alle gleich sind und die gleichen Rahmenbedingungen haben, ist ein Gedanke, der mit dem EINEN Gott verknüpft ist, seit es den Gedanken an ihn gibt.

Ein gesellschaftliches Oben und Unten gibt es, seit Menschen sich in größeren sozialen Verbänden organisieren. Die Evangelien sind im Kern eine Kampfansage gegen soziale Ungerechtigkeit, gegen die Unterdrückung der Kranken, Schwachen und Armen durch die Mächtigen und Wohlhabenden: Weiterlesen „Zweiklassengesellschaft“

Vergebung

Josefs Brüder baten ihn: Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters!
1.Mose 50,17

Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Das ist schnell heruntergebetet,
weniger leicht getan.

Vergib uns, o Gott, unsere Schuld!

Treue

HERR, deine Augen, sind sie nicht auf Treue gerichtet?
Jeremia 5,3

Treue ist eine Herausforderung für Menschen.
Treue in einer Beziehung.
Körperlich wie sinnlich.
Schon wenn unsere Gedanken und Sinne abschweifen,
sind wir untreu.

Treue in der Not.
In der physischen wie psychischen.
Schon wenn wir anteilnahms- und tatenlos sind,
sind wir untreu.

Treue zu Gott.
In guten wie in schlechten Zeiten.
Schon wenn wir von seinem Wort abweichen,
sind wir untreu.

Gott ist treu.
Zu allen Zeiten und
am Ende unserer Zeit.

Kleingeist

Der HERR sprach zu Mose: Versammle mir das Volk, dass sie meine Worte hören und so mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren.
5.Mose 4,10

Vor der Königin wird geknickst.
Na klar, das sind die Regeln.
Wenn man die nicht einhalten will,
wird man nicht zugelassen.

Die Bundeskanzlerin wird im Interview
nicht gefragt: Weiterlesen „Kleingeist“

Anstrengung

Es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.
1.Samuel 14,6

Hindernisse,
die sich vor uns auftürmen,
die viel oder wenig Aufmerksamkeit bedürfen,
überwindbar sind oder nicht,
wir stöhnen oder mit den Achseln zucken.

Für uns bedeutet Bewirken Anstrengung,
viel oder wenig,

Gott bewirkt ohne Anstrengung.
Eins mit sich selbst,
uns ins Reine mit dem Einen bringend.

(Er)Kenntnis

Der HERR erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken.
1.Chronik 28,9

Und du,
mein Sohn,
meine Tochter,
erkenne,
dass Gott in dir wohnt.

Er kennt dich besser,
als du selbst.

Wenn er dich mit dir konfrontiert,
kann es sein,
dass du an dir erschrickst.

Unfrieden – Jesus weint

Lieber Luther,

der Predigttext für diesen Sonntag (Lk 19, 41-48) macht mich betroffen und ich weiß nicht wirklich wieso. Weil Jesus um uns weint? Weil er mit der Bitte angegangen wird, seine Jünger zu strafen? Zu strafen, weil sie ihm bei seinem Einzug in Jerusalem zujubelten? Zu strafen, weil sie sagen: Gelobt sei, der da kommt In Gottes Namen. Friede sei im Himmel und auf Erden!

Jesus weint um Weiterlesen „Unfrieden – Jesus weint“

Stille

Samuel sprach zu Saul: Du aber steh jetzt still, dass ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.
1.Samuel 9,27

Stille,
innere Stille
braucht es,
um das Wort Gottes
zu hören,
Demut, um zu folgen.
Alles in dir schweige.

Menschsein

Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. 
Jesaja 53,11

Das Menschsein will überwunden sein.
Wir brauchen dazu unser ganzes Erdendasein,
aber dann ist nur noch Fülle.

Morgendämmerung

Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.
Sprüche 4,18

Wie der Tag sich entwickelt,
von der Dunkelheit,
über die Morgendämmerung,
ins Licht,
so entwickelt sich der Mensch,
Gott entgegen,
wenn er es wagt,
aus dem Dunklen zu treten.

Trotzkopf

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.
Jeremia 30,11

Vor Gott ist der Mensch wie ein trotziges, unreifes Kleinkind.
Er möchte helfen, aber wir stampfen mit dem Fuß auf,
wir brauchen dich nicht, denken wir,
und gehen unsere eigenen (Irr-)wege.
Aber auch jeder Irrweg ist irgendwann abgelaufen.

Größe

Dir, HERR, ist niemand gleich; du bist groß, und dein Name ist groß, wie du es mit der Tat beweist.
Jeremia 10,6

Niemand ist Gott gleich,
niemand kann ihn in seiner Allumfasstheit erfassen,
sein Name ist:
Ich bin in Ewigkeit,
ich bin der,
der wartet,
bis seine Schöpfung
zu ihm zurück findet.

Glanzlichter

Wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht. 
Micha 7,8

Nur äußere Glanzlichter gehen aus,
inneres Licht leuchtet auch in der Dunkelheit,
Gottes Licht leuchtet ewig.

Fischzug

Lieber Luther,

der heutige Predigttext, Lk 5, 1-11, ist wohlbekannt und doch wiederum nicht. Fahrt hinaus in die Höhe und in die Tiefe, damit ihr einen Zug tut und einen Fang macht, ich will euch zu Menschenfischern machen, folgt mir nach. Das ist die zentrale Botschaft Jesu in der Geschichte (vgl auch Mk 1, 17; Mt 4, 19). Etwas genauer steht es bei Johannes (Joh 21, 6): Werft das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden.

Wie üblich, wenn Jesus im Dialog mit seinen Anhängern ist, gibt es viel Miss- oder Unverständnis. Jesus spricht von etwas ganz anderem Weiterlesen „Fischzug“

Glaubt an mein Kreuz

Lieber Luther,

Glaubt an mein Kreuz, sagt Jesus im Jakobusbrief, der in den Texten von Nag Hammadi überliefert ist. Welche Litanei rattert da bei vielen im Kopf herunter? Jesus musste leiden, weil es sein Vater so gewollt hat, für uns, damit er durch sein Leiden und seinen Tod uns von unseren Sünden erlöst. Jesus, der vom Vater für uns geopfert wurde, Jesus, der sich selbst opferte, weil beide uns so lieben, dass ihnen jedes Opfer für unsere Rettung recht ist. Jesus, das Lamm Gottes, das schweigsam und tapfer die Sünden der Welt ans Kreuz trägt. Christus, du (Schlacht)Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Gott als unbarmherziger Vater, der seinen Sohn opfert, seinen vollkommenen Sohn für die Sünden und Boshaftigkeiten anderer unperfekterer Söhne? Kein Vater handelt so, wieso ausgerechnet Gott, der Inbegriff des Gut?

An sich, lieber Luther, zeigt schon der gesamte Glaubenskontext, der in der Bibel insgesamt, im Ersten Testament aufgeblättert wird, dass das so nicht sein kann. Weiterlesen „Glaubt an mein Kreuz“