Alternativlos

Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.
Jesaja 54,8

Gott können wir nur schauen,
wenn wir bereit sind,
in unser eigenes Angesicht zu schauen,
ungeschminkt,
ungeschönt,
so, wie es ist.

Was wir sehen,
lässt uns umkehren,
weil wir erkennen,
dass es dazu
keine Alternative gibt.

Grenzen

Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Psalm 36,8

In der Elberfelder heißt es:

Wie köstlich ist deine Güte, o Gott! Und Menschenkinder nehmen Zuflucht zu deiner Flügel Schatten.

Zwischen Elberfelder Übersetzung und Lutherübersetzung liegen Welten des Gottesverständnisses:

Gott gewährt Zuflucht versus
Mensch sucht Zuflucht.

Gnadengott gegen selbstverantwortlicher Mensch.

Gott in seiner Unbegrenztheit,
Mensch in der Begrenztheit
seiner Ausdrucksform und
seines Gottesverständnisses.

Zuflucht

Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort.
Jesaja 66,2

Gott ist mit dem,
den das Leben zerbrochen hat
und er ist mit dem,
der Ehrfurcht vor seinem Wort hat.
Gott nimmt diejenigen auf,
die ihn suchen.

Gotteslob

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Psalm 34,2

Das größte Gotteslob ist,
jeden Tag zu bitten:
Herr, lass dich aus mir scheinen.

Himmlisches Gericht

Der HERR schafft Recht seinem Volk und wird seinen Knechten gnädig sein.
Psalm 135,14

Und eine ganz andere Übersetzung in der Elberfelder Bibel:

Denn Jahwe wird sein Volk richten, und er wird sich’s gereuen lassen über seine Knechte.

Gottes  Gericht
verschafft uns Recht und
macht uns gerecht.
Es verschafft den Himmel,
nicht die Hölle.

Das Innerste

Ehre den HERRN mit deinem Gut.
Sprüche 3,9

Die Ehrlichkeit deines Seins
ist in dein Innerstes geschrieben.
Wenn du diese Ehrlichkeit vor Gott bringst,
ehrst du ihn mit deinem Gut.

Blickwinkel

Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
Psalm 14,3

Alle sind vom rechten Weg abgewichen,
keiner kann von sich behaupten,
er tue nur Gutes.

Das „Gute“ ist relativ,
blickwinkelabhängig.

Jeder sollte das bedenken,
bevor er den anderen
in die böse Ecke stellt.

Was für mich gut ist,
kann für den anderen böse sein.

Beherrschung

Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte gewinnt.
Sprüche 16,32

In der Elberfelder heißt dieser Spruch:

Besser ein Langmütiger als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.

Ein Starker ist noch kein Held,
Zwischen gewinnen und erobern
stehen Freiwilligkeit und Zwang.

Zu was werden wir gezwungen?
Zu was zwingen wir uns selbst?
Lassen wir uns freiwillig hineinzwingen
in was wir nicht wollen?

Stellen wir uns dem inneren Kampf
zwischen dem Weg des geringsten Widerstandes,
zwischen Lebenslüge und Wahrhaftigkeit?

Beherrschen wir uns,
damit andere uns beherrschen?

Meinen Geist, o Gott, befehle ich in deine Hände.
Von dir allein möge er beherrscht sein.

Leitung

Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du erlöst hast.
2.Mose 15,13

So übersetzt Luther, in der Elberfelder steht:

Du hast durch deine Güte geleitet das Volk, das du erlöst, hast es durch deine Stärke geführt zu deiner heiligen Wohnung.

Erlöst sein oder erlöst werden,
Sein oder Nichtsein,
das ist die Frage,
um die sich Theologen und Religionen streiten.
Muss mich das interessieren?

Du hast mich geleitet,
du leitest mich und
du wirst mich leiten,
bis ich, o Gott,
ganz bei dir angekommen bin.

Konstante

Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Psalm 96,2

Mensch ist wetterwendisch,
jeden Tag Opfer seiner Schwäche,
jeden Tag seinen Launen ausgeliefert,
jeden Tag voller guter Vorsätze,
jeden Abend voller Ernüchterung.

Gott, zu dir flüchte ich mich,
Gott, bei dir berge ich mich
Gott, du mein Friede.
Gott, du meine Konstante jeden Tag!

Kargheit

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.

Hesekiel 36,9

An jedem kargen Ort, gibt es Leben,
in jeder Wüste findet sich etwas, das wächst,
am Felsen brütet der Adler,
im Dunkeln keimt der Samen,
unter dem dicksten Eis schwimmt ein Krill,
Wie sollte das nicht beim Menschen so sein?

Erntearbeiter

Dein Herz eifre nicht gegen die Sünder, sondern jederzeit nach der Furcht des HERRN.
Sprüche 23,17

Und wider mal mit anderem Sinn, die Elberfelder Übersetzung, äußerer Mensch in der Lutherübersetzung, innerer Mensch in der Elberfelder:

Dein Herz beneide nicht die Sünder, sondern beeifere sich jeden Tag um die Furcht Jahwes.

Mensch, gegen einen oberflächlichen Menschen
kannst du nichts ausrichten,
nur bei nach innen gerichtetem Gehõr
fällt dein Wort auf fruchtbaren Boden.
Arbeite auf dem Acker,
der Ernte verspricht.

Frieden

Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein.
Hesekiel 37,26

Unfrieden,
Bedrohung,
Attentate,
Dschihad,
Krieg.
Mein Gott, wie sehne ich mich
nach deinem Frieden.

Herzensgebote

Mose sprach: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes.
5.Mose 11,26-28

Die Gebote, die Gott uns gibt,
sind keine schwarzen Buchstaben auf weißem Papier.
Was Gott uns gebietet,
steht in unserem Herzen.
Was wir dort lesen, lenkt uns mit Segen,
Warnungen vor Irrwegen inklusive.

Wege

Deine Augen stehen offen über allen Wegen der Menschenkinder.
Jeremia 32,19

Jeder muss seinen eigenen Weg gehen,
die Augen offenhalten oder wegsehen,
muss tun oder lassen,
es gibt soviele Wege, wie Menschen.
Auch zu Gott gibt es direkte Wege und Umwege,
aber immer nur den Weg über einen selbst.

Gotteslob ohne Lobeshymnen

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.
Psalm 84,5

Gott lebt in uns,
belebt unser Leben jeden Tag,
öffnet Blick und Weg für
ein in ihm gelebtes Leben.

Lebendig gelebtes Gotteslob
braucht keine Lobeshymnen.

Bewegung

Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Psalm 100,2

Nicht wir selbst sind es,
die unser Fortkommen bewegen,
wir bewegen uns nur vorwärts,
in der Bewegung auf Gott zu.

Glaubensgröße

Ich komme, um alle Völker und Zungen zu versammeln, dass sie kommen und meine Herrlichkeit sehen.
Jesaja 66,18

Ich sehe euch alle, spricht der HERR,
eure Gedanken und Werke,
seien sie hell oder dunkel,
klein oder groß,
treu oder untreu,
dumm oder weise.

Es kommt der Tag,
an dem ihr vor mir stehen werdet und
ihr werdet erkennen,
was ihr nicht glauben wolltet.

Wehe den Hirten

Wehe den Hirten, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?
Hesekiel 34,2

Menschensohn, sage den Hirten, so spricht der HERR:

Wehe den Hirten, die sich selbst weiden.
Wehe den Hirten, die mich zum Götzen machen.
Wehe den Hirten, die mein Volk in die Irre führen.
Wehe den Hirten, die sich über mich erhöhen.
Wehe den Hirten, die keine Hirten sind.

Hirten!

Reisegebet

Eile, mir beizustehen, Herr, du meine Hilfe!
Psalm 38,23

Verlass mich nicht, o Gott, und sei mir nah,
ebne die Gebirge, die sich vor mir auftürmen,
stütze mich, wenn ich am lahmen bin,
fang mich auf, wenn ich in Wassern versinke,
lass mich nicht von einer Klippe stürzen,
rette mich, wenn mein Kompass versagt.