Seelengesang

Meine Kraft und meine Stärke ist der HERR, und er wurde mir zur Rettung.
Psalm 118,14

In der Elberfelder Übersetzung heißt es: Meine Stärke und mein Gesang ist Jah. Das ist mir gerade näher.

Meine Stärke und mein Gesang, bist du, o Gott,
meine Seele singt dein Lied,
am Morgen,
am Abend,
in der Nacht.
Untertags bin ich abgelenkt.
Da übertönt der Alltag deinen Gesang.

Das Lied, das meine Seele gerade singt:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide,
Schöpfer, wie bist du uns Menschen so nah.
Himmel und Erde erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude.

Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet reicht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

(Johann Ludwig Konrad Allendorf 1736

Der Herr ist mein Hirte – Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
der sein Schaf hütet und sucht,
wenn es verloren geht.
Mir wird nichts mangeln,
solange du bei mir bist.
Du weidest mich auf einer grünen Aue,
lässt das Gras auf deinem Acker wachsen,
so dass ich nicht verhungere.
Du führst mich zum frischen Wasser,
sorgst dafür, dass ich in der Wüste
und im Höllenfeuer nicht verdurste.
Du erquickst meine Seele,
damit sie nicht verdorrt.
Du leitest mich auf rechter Straße,
damit ich dein Ziel nicht verfehle.
Auch wenn ich das finstere Tal kenne
und kaum weiß, was Licht ist,
fürchte ich kein Unglück,
denn ich fühle deine Nähe,
dein Stecken und Stab trösten mich,
dein Kreuz gibt mir Halt,
so dass ich nicht an meinen Tränen ersticke.
Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde,
so dass ich jeden Tag an dir und deinem Frieden satt werde.
Du salbst mein Haupt mit Öl
und machst mich Bettler zum König.
Du schenkst mir voll ein,
damit meine Sünden und alles Böse in mir,
in deinem Blut ertrinken.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
auch wenn ich es nicht zu erkennen vermag.
Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Mein Gott, lass in mir diese Gewissheit nie sterben.

Der Herr ist mein Hirte,
er führt mich an klare Wasser.

Der Herr ist mein Hirte – Psalm 23.

Der HERR ist mein Hirte

Ecksteine

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Psalm 118, 22-23

Auf Ecksteine bauen wir unser Haus.

Wenn der Eckstein schief sitzt, wird das Haus schief,
Wenn der Eckstein nicht passt, wird gar kein Haus.
Wenn der Eckstein falsch gewählt ist, fällt das Gebäude schnell in sich zusammen.

Die Wahl des Ecksteins entscheidet, ob wir an dem Haus Freude haben werden.
Mit der Auswahl tun wir uns mitunter schwer.
Was ist der Maßstab, den wir anlegen?
Schauen wir nur auf die geglättete Oberfläche?
Oder nehmen wir einen Stein mit Ecken und Kanten?

Ecken und Kanten halten oft besser zusammen als glatte Oberflächen,
Das Verkanten ist in diesem Fall Teil des Bauplans und
es sieht sich wie ein Wunder an,
wie die nicht normierten Oberflächen doch wie angegossen zusammenpassen.

Jesus hat nur ein paar Jahre öffentlich gewirkt, ein bis drei Jahre wird diskutiert.
Wer hätte damals gedacht, dass der spleenige Zimmermann Eckstein einer Weltkirche wird, dass Gott sein Haus auf diesen Außenseiter baut?
Auf einen, der für diesen Hausbau nur so kurze Zeit hatte?
Zimmermann hatte er ja gelernt, aber er musste auch die richtigen Steine für seinen Bau wählen, abseits aller Norm und äußeren Scheins.
Er hatte einen Bauplan, den er sich nicht von angeblichen Fachleuten hat zerreden lassen.

Das kann nur ein Wunder sein.
Kein Zweiter hat in so kurzer Zeit so nachhaltig gebaut.

Gottes Wege

Gottes Wege sind vollkommen.
Psalm 18,31

Gottes Wege liegen im Nebel.
Gottes Wege sind unberechenbar.
Gottes Wege sind beschwerlich.
Gottes Wege haben viele Schlaglöcher.
Gottes Wege bringen uns oft aus unserer Richtung.
Gottes Wege kommen uns manchmal wie Irrwege vor.
Gottes Wege zwingen uns zur Umkehr.
Gottes Wege schleifen die Sünden von unseren Sohlen.
Gottes Wege lehren Demut.
Gottes Wege, wo laufen sie hin?
Gottes Wege, wo ist der Pfadfinder?
Gottes Wege – vollkommen im Dunkeln.

Beschämt

Herr, lass den Geringen nicht beschämt davon gehen.
Psalm 74, 21

Beschämt bin ich oft,
vor dir,
vor mir,
vor dem Nächsten.

Die schamlose Tat lässt sich, wenn getan,
nicht mehr rückgängig machen.
Wir häufen so einiges an,
auf unserem Kerbholz.

Ehrlich bereuen ist der erste Schritt.
Vergib uns unsere Schuld und
hilf, dass wir vergeben können.

Zerbrochene Herzen

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.
Psalm 34,19

Das mag sein oder ist,
dass du nahe bist denen,
die zerbrochenen Herzens sind,
nur merken es die Betroffenen nicht.
Sie sind damit beschäftigt,
die Einzelteile wieder zusammenzusuchen
und sie irgendwann notdürftig zusammenzuflicken.
Das ein oder andere Teil findet sich nicht mehr ein
und erinnert immer an den Bruch.
Ob der Rest wieder zusammenwächst oder der Scherbenhaufen bleibt?

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.
Darin allein besteht die Hoffnung.

Wundertüte

Deine Gnade soll mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast.
Psalm 119,76

Deine Gnade,
Deine Güte,
Deine Wahrheit.

Beides kommt und geht, wie der Sand und die Wundertüten, in dem der Sand zur Kirchentagseröffnung gestern war.

Deine Gnade,
deine Güte,
deine Wahrheit
ist jeden Tag wie eine Wundertüte.

Stimmen

Als ich in Angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott; da hörte er meine Stimme.
Psalm 18,7

Irgendwann hört er unsere Stimme und neigt sein Ohr uns zu.
Irgendwann verstummt unser inneres Stimmengewirr,
so dass wir seine Stimme hören.
Irgendwann stimmen wir beide uns aufeinander ein,
so dass wir zu einem göttlichen Gleichklang werden.

Psalm 23

Mein weiser Bruder hat mich heute an die innere Weisheit von Psalm 23 erinnert.

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und
führt mich zum frischen Wasser.

Er erquickt meine Seele,
er führt mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkst mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen
mein Leben lang und
ich werde bleiben
im Hause des Herrn
immerdar.

So bekräftigt werde ich mich auf den Weg machen, dem Sonntagsläuten entgegen, mit Anlauf und hoffentlich ohne Schlaglöcher.

Schlaglöcher