Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen.
5.Mose 13,5
Gott allein zu dienen
ist der beste Dienst,
den wir uns selbst erweisen können.
Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen.
5.Mose 13,5
Gott allein zu dienen
ist der beste Dienst,
den wir uns selbst erweisen können.
Als ich heute Nachmittag das Christkind besuchen wollte, war es aus seiner Krippe verschwunden. Wo mag es wohl hin sein? Hat es ihm in seiner Krippe so alleine in der leeren Kirche nicht mehr gefallen?
Kein Mensch kümmerte sich mehr um es. Alle haben vermeintlich etwas besseres zu tun, gehen schon wieder shoppen. Oder fahren in Urlaub. Weihnachten ist abgehakt. Jetzt kann Konsum, Wellness und Freizeitvergnügen wieder in den Vordergrund rücken. Mit Silvester wartet schon das nächste Event. So mancher wird aufatmen. Gottseidank haben wir dieses Weihnachtsgedusel für dieses Jahr hinter uns gebracht.
Das Christkind hat das vorausgesehen. Es kennt das. Seit vielen Jahrhunderten ist das so. Deshalb hat es schon an Weihnachten beschlossen, dass es keinesfalls so einsam und allein in seiner Krippe in der kalten Kirche zurückbleibt. Wohin ist es verschwunden?
Wenn ihr nicht zu mir kommt, dachte das Christkind ganz pfiffig, dann komme ich eben zu euch. Es hat sich heimlich, still und leise an Weihnachten in die Herzen der Menschen geschlichen, die es an Heilig Abend mit glänzenden Augen angesehen haben. In die Herzen der Menschen, die sich an ihm gewärmt haben. Als Dank wärmt es nun diese Menschen von innen heraus, unabhängig von Weihnachten.
Eigentlich bin ich damit ganz zufrieden, denkt das Christkind bei sich, in den Herzen der Menschen ist es schöner als alleine in der leeren ungeheizten Kirche. Es strahlt vor Freude über seinen Einfall. Die Menschen, in denen das Christkind strahlt, spüren das. In ihren Augen spiegelt sich das Strahlen des Christkinds und – wenn sie einem anderen Menschen in die Augen sehen – geben sie dieses Strahlen weiter.
Man kann sich das so vorstellen, wie wenn bei der Christmette das Weihnachtslicht weitergereicht wird, von Mensch zu Mensch und manchmal auch von Herz zu Herz.
Unruhig gehe ich in den vierten Advent,
Wieso bin ich so bewegt?
Unruhig lausche ich in den vierten Advent.
Was bringt die Saiten in mir so ins Schwingen?
Unruhig wandere ich durch den vierten Advent.
Eiskalter Dezemberregen durchnässt mich, ohne mich zu kühlen.
Unruhig gehe ich aus dem vierten Advent.
Wehend hinein in die Heilige Nacht.
Weihnachtsfest – Wünschefest.
Materielle Wünsche.
Glückwünsche.
Lebenswünsche.
Friedenswünsche
Gebetswünsche.
Segenswünsche.
Alles Weihnachtswünsche.
Ist Gott für uns ein Wünschebaum, an den wir unsere Wünsche hängen wie die Dekoration an einen Weihnachtsbaum?
Erwarten wir, dass ihm alles gefällt, was wir ihm anhängen?
Erwarten wir, dass unsere Wünsche in Erfüllung gehen?
Erwarten wir, dass er tut, was wir wollen?
Was ist, wenn er kein Wünschebaum ist?
Wenn er nicht erfüllt was wir uns wünschen?
Wenn er unseren selbstgebrauten Wunschpunsch verweigert?
Was machen wir dann mit unserem Wünschebaum?
Entsorgen wir ihn, wie einen dürren Christbaum, der seinen Reiz für uns verloren und keinen Zweck mehr für uns hat?
Oder?
Werden wir zum grünen Baum?
Montags geht es mir schlecht.
Wieso?
Es liegt am Sonntag.
Ob es mir besser geht, wenn ich das lasse,
was die Sonntage zum Sonntag machen?
Die Sonntage abschaffe?
Selbst-Zerstörung.
Fröhlich.
Fröhlich Leiden.
Leiden verstehe ich.
Aber was ist fröhlich?
Selbst-Zerstörung als Lust?
Lustiges Leiden?
Die unfröhliche Variante muss reichen.
die kann ich,
die kenn ich ,
aber fröhlich.
fröhlich kenn ich nicht.
Mehr kann ich nicht bieten.
Mehr habe ich nicht zu bieten.
Oder die Montage abschaffen?
So weit die Füße tragen.
Wie weit tragen die Füße?
Experiment am Selbstobjekt.
Ich kann 12 Stunden ohne Pause durcharbeiten.
Ohne zu essen,
Immer auf das konzentriert, was gerade das Nächste ist.
Web-Konferenzen dazwischen.
Das lockert auf.
Dann steht noch einer in der Tür.
Wenn andere in den Feierabend gehen,
gehe ich in die 2.Schicht.
Haufenweise Probleme,
die gelöst werden wollen.
Probleme der anderen.
Das macht mich leicht.
Es sind die Probleme der anderen.
Die kann ich lösen.
Das erleichtert die anderen.
Es gibt noch andere Spätarbeiter,
die immer noch Probleme haben,
die sie noch nicht an mich adressiert haben.
Das verbindet,
Gemeinschaft der Spätarbeiter.
Als Dank bekommen sie ihr Problem gleich gelöst.
Meditatives Arbeiten.
Ohne Rechenschaft vor mir abzulegen, wieso ich das mache,
ohne zu hinterfragen, ob ich was anderes verdränge,
ohne mich selbst anzuzweifeln,
ohne Emotionen.
Einfach arbeiten.
Es ist völlig gleichgültig,
was man tut.
Wie lange?
Ist das von Interesse?
Über manche Dinge kann man nicht einfach hinweggehen. Sie beschäftigen, fesseln, elektrisieren einen, füllen einen aus.
So geht es mir mit dem, was ich gestern auf der Heimfahrt begriffen habe: das „Grundlos“. Das gegenseitige „Grundlos“, das eine „Grundlos“.
Es ist ein Unterschied, ob man etwas intellektuell versteht oder ob man etwas erfährt, innerlich völlig erfasst, verinnerlicht, in jeder Faser begreift.
Intellektuell weiß ich, dass Gottes Liebe grundlos ist.
Das ist mir so gesagt worden,
das habe ich gelesen,
das muss so sein,
aus all meinem Verständnis des Göttlichen heraus.
Ganz anders ist das Erfahren.
Gestern habe ich erfahren, was grundlos ist.
Mit einem Schlag war er da,
der grundlose
dunkel helle
unendlich weite
heilige
Atem beraubende
feierlich
friedliche
leere
göttliche Raum.
Grundlos.
In mir und außerhalb von mir.
Als Teil von mir.
Und ich Teil von ihm.
Jetzt weiß ich, was grundlos ist.
Als ob sich ein neuer, unendlich weiter Raum in seiner ganzen Klarheit geöffnet hat.
Heute ist ein leerer Tag. Es geht mir weder gut, noch schlecht. Meine Gedanken mögen sich nirgends festhalten. Sie kommen und gehen, ohne dass ich für einen eine besondere Leidenschaft entwickeln würde.
Muss ich beunruhigt sein?
Bin ich erschöpft?
Bin ich ausgebrannt?
Auch darüber mag ich nicht nachdenken.

Herbst. Das Leben in Veränderung. Was das Jahr über gewachsen ist, geht der Vollendung entgegen. Natur in ihrer Fragilität.

Die Zeichen des Umbruchs sind nicht zu übersehen. Die Farben können nicht darüber hinwegtäuschen. Sie sind wie Potemkinsche Dörfer vor dem Grau des Novembers.

Gewachsene Strukturen lösen sich auf. Die Lebensgeister entfliehen der Materie.

Gott als das stets sich verändernde Leben. Er wirkt und seine Natur wird, auch in der Auflösung.

„Das Ziel und Ende, zu dem alle Dinge als zu ihrer letzten Vollendung hindrängen, ist an keine bestimmte Weise gebunden. Es entwächst der (begrenzten) Weise und geht in die (unbegrenzte) Weite.“ (Meister Eckhart)

„Vertrauen wagen dürfen wir getrost, den du, Gott, bist mit uns …. „
Ja, vertraue ich?
Vertraue ich bedingungslos?
Wem vertraue ich?
Oder vertraue ich nur zu meinen Konditionen?
Vertraue ich auch, wenn ich verletzt bin?
Vertraue ich dem, der mich menschlich enttäuscht?
Vertraue ich, wenn nichts als Schweigen ist?
Vertraue ich auf meinen Weg?
Vertraue ich meinem Vertrauen?
Wieso ist Vertrauen so wichtig?
Wieso brauche ich Vertrauen?
Wieso gebe ich Vertrauen?
Was ist Vertrauen?
Wann gebe ich es?
Wann verweigere ich es?
Ist Vertrauen ein Vorschuss, den ich gewähre,
in Erwartung, dass irgendwann etwas zurück kommt?
Von einem Mitmenschen?
Von Gott?
Ist es eine Komfortzone,
in die ich mich begebe,
damit meine Angst weicht und
ich mich sicher fühle?
Brauche ich Antworten auf all diese Fragen?
Vertrauen kennt keine Fragen und braucht keine Antworten.
Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,
Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit,
Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt.
Und so wandere ich weiter, einfach vertrauend. Ganz einfach.
Der frühe Morgen hat seinen besonderen Zauber. Ich liebe den frühen Morgen. Jetzt im September/Oktober erstrahlt er in den Farben des reifen Jahres.
Klare blaue Himmel hinter ebenso klaren dunklen Wolkengebirgen, Sonnenaufgang in sattem Orange, dampfende Seen, wie verwunschen. Die Schafherde davor in ihrem Pferch, noch nicht erwacht. Die Sonne ein orange-gelber Ball. Über den Auen schwebt lichter Nebel. Überall satte Farben, als wolle die Natur noch ihre ganze Schönheit aufbieten, bevor sie erstirbt. Pralle Fülle überall.
Gern würde ich anhalten und Teil dieses morgendlichen Gottesdienstes werden. Aber ich bin eine Ameisen-Arbeiterin auf der Ameisenstraße. Vor mir und hinter mir Ameisen. Diszipliniert und zielbewusst bewegen sie sich in eine Richtung. Jede kennt ihre Aufgabe.
Einen Augenblick lasse ich meiner Sehnsucht freien Lauf. Aber ich fahre weiter, halte nicht an. Ich hoffe auf das Morgen. Vielleicht schaffe ich es morgen anzuhalten.
Er weidet mich auf einer grünen Aue.
Mir ist heut morgen schon ein sehr schöner Text begegnet.
Wo ein Mensch Vertrauen gibt,
nicht nur an sich selber denkt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.
Wo ein Mensch den andern sieht,
nicht nur sich und seine Welt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.
Wo ein Mensch sich selbst verschenkt
und den alten Weg verlässt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.
(Text: Hans-Jürgen Netz 1975)
Nichts hinzuzufügen.