Mit Herz und Seele

Was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als nur, den HERRN, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu gehen und ihn zu lieben und dem HERRN, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des HERRN und seine Ordnungen, die ich dir heute gebe, hältst, dir zum Guten?
5.Mose 12-13

Was Gott uns zuspricht,
ist zu unserem Guten,
auch wenn es mit Mühsal,
mit Schmerz und Tränen
verbunden sein mag.

Sich von seinen Wegen
nicht abbringen zu lassen,
heißt ihm zu dienen,
mit ganzem Herzen und ganzer Seele.

Hausgemacht

Wer auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
Psalm 32,10

Der ganze Vers heißt nach Elberfelder Übersetzung:

Viele Schmerzen hat der Gesetzlose; wer aber auf Jahwe vertraut, den wird Güte umgeben.

Unsere Sorgen sind meistens hausgemacht.
Wenn sie allzu sehr drücken,
ist es Zeit, sich selbst zu hinterfragen:
Viele Schmerzen hat der,
der auf sich,
anstatt auf Gott vertraut.

Tränenmeer

Wenn dein Herz voll Trauer und Schmerz ist
Läufst du Gefahr, dass du in der Trauer versinkst,
dass du im Schmerz ertrinkst.
Über Bord geworfen,
treibst du im aufgewühlten Tränenmeer,

Denkst an den Wal,
Denkst, Herr, sei da,
denkst, Herr, gib Demut,
denkst, Herr gib Nacht,

damit ich nicht mehr denken kann,
damit ich nicht mehr hoffen kann,
damit ein neuer Tag beginnen kann,
damit ich aufwache in deiner Stadt.

Im Tränenmeer

Bonhoeffer

Das Buch steht schon etwas länger in meinem Regal.
Ich habe es auf mancher Reise mitgenommen,
aber nie angefasst.

Ich wusste warum,
ich wusste um den Schmerz und die Sehnsucht,
die mir dort begegnen würde,
hatte Angst vor der Wirkung,
Angst, beides durch mich hindurchgehen zu lassen.

Nun habe ich zu dem Buch gegriffen,
veranlasst durch einen kleinen Nebensatz in der letzten Sonntagspredigt,
bereit, dem Schmerz und der Sehnsucht ins Auge zu blicken.

Wenn Sehnsucht und Schmerz sich in dir vereint,
gehst du am besten hindurch,
umarmst das Kreuz.

Was das heißt,
Dietrich Bonhoeffer hat es mir erklärt.
Ich kann viel von ihm lernen.

Im Tränenmeer

Wortwunden

Worte, in Ärger, Hass, Unachtsamkeit gesprochen,
haben in der Welt schon viel zerbrochen.

Manche prallen an dir ab,
manche schickten dich ins Grab, bevor es dich so richtig gab.

Der Ton, in dem abweisende Worte klingen.
bringt dich ins Beben und ins Schlingern.

Du kennst ihren Klang,
seitdem dich jemand ins Leben zwang.

Sie haben dich schon früh verstört,
als noch keiner dachte, dass du hörst.

Worte, die bewusst oder nicht,
du dein ganzes Leben nicht vergisst.

Gelangen sie dann unerwartet an dein Ohr,
finden sie in dir ein ungeschütztes Einfallstor.

Wenn sie dich dann so erreichen,
kannst du ihnen nicht entweichen.

Sie lassen deine Welt schmerzvoll erschallen,
Und alle Krücken auseinander fallen.

Worte, in Ärger, Hass, Unachtsamkeit gesprochen,
haben in der Welt schon viel zerbrochen.

Zwischen den Welten

Zwischen den Welten
leben und fragen
nach der Wahrheit,
dem Sinn, dem Warum,

Zwischen den Welten
suchen und finden
die Richtung,
den Weg und das Ziel.

Zwischen den Welten
schweben, verlieren
den Grund,
die Orientierung, den Halt.

Zwischen den Welten
leiden, ertragen
den Schmerz,
die Leere, die Angst.

Zwischen den Welten
alles haben
und nichts.

(Ingrid Schreiner, in: Achterbahn der Lebensmitte)

Himmelsleiter