Feuer und Zorn

Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Und ich pries den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den ewig Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Generation zu Generation währt.
Daniel 4,31

Gottes Reich ist ewig, Menschenreiche zeitlich
und können trotzdem viel Schaden anrichten.

Verrückte, mit großer Macht ausgestattet,
bringen viele dem Himmelreich
wider den natürlichen Verlauf nahe.

Sofern sie keiner stoppt und
zu allen Beteiligten der Verstand zurückkehrt.

Am Ende, wenn es eng wird mit dem eigenen Leben,
die Augen fromm zu Gott zu erheben,
leert den Rucksack mit den Untaten nicht.

Der Mensch in seiner Gesamtheit steht an DEM Tag vor Gott,
inklusive sein Feuer und Zorn.

Glauben

Das Wort ist Wahrheit gewesen, das ich in meinem Land über deine Taten und über deine Weisheit gehört habe. Ich habe ihren Worten nicht geglaubt, bis ich gekommen bin und meine Augen es gesehen haben.
2.Chronik 9,5-6

Wir tun uns schwer mit dem Glauben,
wollen alles mit dem Verstand verstehen,
die Dinge fassen können,
sie mit unseren Augen sehen.

An Gott glauben heißt vertrauen,
ohne die vertrauten menschlichen Sensoren.

Gott ist weder verstehbar,
noch sichtbar,
noch fassbar.

Das Kreuz mit dem Verstand

Aus dem Schatzkästlein von Teresa de Jesus:

Es ist ein kleines Kreuz,
wenn man seinen Verstand
jemandem unterordnen muss,
dem es daran fehlt.
Mir ist das nie gelungen,
und ich glaube auch nicht,
dass es notwendig ist.

Teresa, meine Schwester.

Suscipe

Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit.
Nimm mein Gedächtnis, meinen Verstand,
meinen ganzen Willen.

Was ich habe und besitze
hast du mir geschenkt.
Ich stelle es dir wieder ganz und gar zurück
und übergebe alles dir,
dass du es lenkst nach deinem Willen.

Nur deine Liebe schenke mir mit deiner Gnade,
und ich bin reich genug
und suche nichts weiter.
(Ignatius von Loyola)

Macht mich das frei von menschlicher Sorge?
Von Menschen, die sich um mich sorgen?
Von Verantwortung für mich selbst?

Ermächtigt mich das zum „Ich brauche deine Sorge nicht?“

Nein, das ist arrogant.

Gottes Liebe wirkt im sozialen Geflecht, im Umgang miteinander, im Geben und Nehmen. Sie ist keine egoistische, selbstverliebte, auf sich selbst bezogene Veranstaltung.

Ganz im Gegenteil. Sie überantwortet eine ganz besondere Sorgfalt im Umgang mit anderen in unsere Verantwortung. Gottes Liebe begegnet uns am direktesten in unserem Handeln für andere, in der Sorge um den anderen.

Das „dass du lenkest nach deinem Willen“ bedarf, solange wir Mensch sind, des Verstehens, was immer eine menschliche Interpretation ist. Göttlicher Wille bedarf des menschlichen Handelns im jeweiligen Kontext. Sonst läuft er ins Leere.

Diese Verantwortung können wir nicht abschieben. Auch nicht in unseren Katastrophen. Da können wir uns nicht in unseren Schmollwinkel zurückziehen und sagen: „Handle du.“. Der göttliche Wille gebiert sich in unserem Willen.

Gerade in den Katastrophen.
Gerade da bedarf es besonderer Achtsamkeit.
Gerade da bedarf es unseres Handelns.

Giftpilz oder Speisepilz?
Essen oder nicht?
Die Entscheidung liegt allein bei uns.

Fliegenpilz