95 Thesen zum Reformationstag

1. Gott ist gegenwärtig, jeden Augenblick. Wir sehen und hören ihn nicht, weil wir es verlernt haben.
2. Der Lärm unserer multimedialen Welt übertönt den Klang unserer inneren göttlichen Stimme.
3. Wir fallen auf unsere eigene Reklame herein.
4. Die warme Glanz wahrer innerer und äußerer Schönheit wird vom effektvollen digitalen Scheinwerferlicht überblendet.
5. Das ist entgegen unserer wahren Natur, entgegen unserem innersten göttlichen Kern.
6. Wir sind selbst der größte Verhinderer unseres eigenen Friedens.
7. Wenn jeder für sich Frieden findet und hält, leistet er den größten Beitrag zum Frieden in der Welt.
8. Jeder kann lernen, den Klang seiner inneren Stimme wieder zu hören, sofern er es will.
9. Jeder kann lernen, wieder mit seinem inneren Auge zu sehen, sofern er es will.
10. Jeder kann lernen, wieder auf seine Intuition zu vertrauen, sofern er es will.
11. Jeder kann lernen, wieder sein Herz zu spüren, sofern er es will.
12. Jeder kann lernen, Gottes Gegenwart wieder zu erfahren, sofern er es will.
13. Jeder muss diesen Weg des inneren und äußeren Lernens für sich alleine gehen.
14. Er erfordert Geduld, es ist ein langer, leidvoller und dorniger Weg.
15. Innere Erkenntnis erfordert äußerliches Handeln.
16. Man muss bereit sein, sich den inneren Abgründen und Ängsten zu stellen und
17. alles Geröll und allen Schutt, der einem entgegenkommt, eigenhändig wegräumen.
18. Denkt man, man sei fertig, kommen einem schon neue Schlammlawinen entgegen.
19. Der Weg kann durch tiefe Täler und Wüsten gehen.
20. Wie leidvoll es auch ist, jeder Schritt führt zu einer inneren Reinigung und Klärung.
21. Man darf sich von Rückschlägen nicht abhalten lassen, den Weg weiter zu gehen.
22. So lernt man sein Ego zu erkennen und sich ein Stück weit von seinen Begrenzungen zu befreien.
23. Tag für Tag eröffnet sich uns die göttliche Gegenwart einen Spalt mehr.
24. Man muss sich selbst vergeben, um Gottes Vergebung annehmen zu können.
25. Man begegnet auf dem Weg seiner eigenen Sterblichkeit.
26. Sterben verliert dabei seinen Schrecken.
27. Wir erkennen, dass es nur ein Ablegen der äußeren, körperlichen Hülle ist.
28. Unser nicht körperlicher Teil, unser innerer Kern, geht in die göttliche Herrlichkeit ein.
29. Er kehrt an den Ursprung zurück, von dem er kommt.
30. Vor dem Sterbetor legen wir unsere irdenen, materiellen, anhaftenden Rucksäcke ab.
31. Wir blicken auf unser irdisches Leben zurück und klären, was es noch zu klären gibt.
32. Wenn wir mit uns im Reinen und von Schuld erleichtert sind, sind wir bereit, und gehen durch das Tor.
33. Ein Engel kommt uns entgegen und führt uns sanft in unser neues, unbegrenztes Leben.
34. Wir werden wieder Teil der göttlichen Herrlichkeit.
35. Unser Leben vollendet sich damit in seinem göttlichen Urgrund.
36. A und O werden eins.
37. Sterben ist ein freudiges Ereignis, es entgrenzt uns von unser körperlichen, irdischen Begrenztheit.
38. Das ist die frohe Botschaft.
39. Wer auf das Nichts nach dem Sterben baut, baut auf Sand.
40. Wer den Schritt vom irdischen Leben in das göttliche Leben vorbereitet geht, geht ihn leichter.
41. Die Eigenschau bleibt keinem erspart.
42. Wer Frieden mit sich und seinem Nächsten schon im irdischen Leben sucht, dem bleibt der Schrecken erspart, wenn er im Sterben auf sich selber blickt.
43. Wer Christus schon im irdischen Leben sucht, dem kommt er schon im irdischen Leben entgegen, und begleitet ihn auf seinem Weg zu innerem und äußerem Frieden und Freiheit.
44. Uns Loskaufen von unseren Sünden können wir nicht.
45. Demut, Reue und Umkehr sind Teil dieser Rückbesinnung auf unseren göttlichen Kern.
46. Der Weg führt früher oder später in die innere Freiheit.
47. Ob wir das schon im irdischen Leben angehen, liegt in unserer Entscheidung.
48. Ein Wegbegleiter, der einem Zuspruch und Mut macht und hilft, wo wir Hilfe benötigen, erleichtert das Durchhalten.
49. Kirche ist ein geschützter, heiliger Raum, in dem eine solche Entwicklung möglich ist.
50. Wahre Kirche ist nicht institutionelle Kirche.
51. Wahre Kirche ist der Raum des Erfahrens der göttlichen Gegenwart.
52. Das kann auch institutionelle Kirche sein, muss es aber nicht.
53. In der Alltagswirklichkeit ist Amtskirche in der Regel nicht Kirche in diesem Sinn.
54. Institutionelle Kirche ist mehr Veranstaltungsort als ein Raum, in dem die göttliche Präsenz im Jetzt erfahren wird.
55. Gefangen in den Routinen und Verpflichtungen verliert sich der Geist im geistlichen Alltag.
56. Die Seelsorger sind mehr mit dem Management der kirchlichen Administration und Geldnot beschäftigt als mit Seelsorge, geschweige denn geistlicher Sorge.
57. Sie brennen aus, eingepfercht zwischen Aufgabenwachstum, Anspruchsdenken der Gemeindeglieder, Sparzwängen und Selbstanspruch.
58. Alkoholismus, Kindesmissbrauch, Burn Outs, Resignation: Ausprägungen des geistlichen Standes in heutiger Zeit.
59. Die Bevölkerung unter 50 flieht die Kirche, Männer sind fast nicht mehr existent.
60. Die Institution Kirche wird vor allem von den Frauen getragen und am Leben gehalten.
61. Kirchengemeinde ist im Alltag ein gewachsener Zirkel, der nach außen geschlossen wirkt, trotz aller vordergründiger Freundlichkeit, wie eine Eingangssperre.
62. Kirchengemeinde wirkt altmodisch und anachronistisch, wie aus einer lang vergangenen Welt.
63. Das wirkt auf vom Lebensalter oder geistig Junge abschreckend.
64. Man geht freundlich miteinander um, nur nicht anecken, Friede-Freude-Mentalität.
65. Das ist für viele zu langweilig, da gibt es Spannenderes. Wo ist da das Anziehende, Herausfordernde?
66. Verschiedene Wirklichkeiten stoßen sich gegenseitig ab.
67. Der kirchengemeindliche Alltagskörper kommt so alt daher wie seine aktiven Mitglieder,
68. merkwürdig uninspiriert und uninspirierend.
69. Kirchengemeinden meinen, sie müssen ein weiterer Freizeit-Organisations-Anbieter sein und denken, sie könnten damit verhindern, dass noch mehr Mitglieder davonlaufen.
70. Sie schaden sich damit mehr als dass sie sich nützen,
71. da dies nicht ihre Kernkompetenz ist und sie da nicht wirklich konkurrenzfähig sind.
72. Sie verlieren dabei ihren Kern, ihre Kernbotschaft, ihren Sinn als Kirche, das, was sie einzigartig macht, aus ihrem Fokus.
73. Sie haben nicht verstanden, dass ein großer Bedarf an Innerlichkeit, an Spiritualität, an Kirche im urkirchlichen Sinn auch bei jungen und jung Gebliebenen besteht,
74. dass sie darauf setzen müssen, da sie auf dem Gebiet, wenn sie sich recht besinnen, die Kompetenz und jahrtausendealte Erfahrung haben, die ihnen keiner streitig machen kann.
75. dass sie die Form ändern müssen, wollen sie im Lärm unserer schnellen und oberflächlichen Zeit noch gehört werden.
76. dass Stille und Nachdenklichkeit ihr Trumpf ist, nicht Veranstaltungsmanagement und Lärm.
77. Die vielen Menschen, die Sehnsucht nach mehr Innerlichkeit und innerer Lebendigkeit haben, erreichen die Kirchengemeinden nicht.
78. Sie laufen davon oder Schauen mit Grausen hin, um sich schnell wieder abzuwenden.
79. Das moderne Berufsleben lässt sich mit amtskirchlichen Dienstzeiten und altmodischen Kommunikationsmitteln nicht vereinbaren und schließt damit ganze Berufsgruppen von der Teilnahme am kirchengemeindlichen Leben aus.
80. Alles in allem schreckt das äußere Erscheinungsbild mehr ab als dass es einlädt.
81. Die Menschen, die Bedarf an geistlicher Auseinandersetzung haben, wenden sie Kommunikationsformen zu, denen ihre Bedürfnisse besser entsprechen.
82. Es entstehen neue Urkirchen, fern von Institutionen und Ämtern,
83. Workshops, Seminare, auch von kirchlichen Einrichtungen veranstaltet, Internetforen, Blogs: eine lebendige Gemeinde, die sich ernsthaft mit Göttlichem, in welcher Glaubensrichtung auch immer, auseinandersetzt.
84. Es bilden sich neue Gemeinden, abseits vom „Gesetz“. Schon Jesus hat sich gegen den Tempel gestellt.
85. Diese neuen Kirchen (im nicht institutionellen Sinn) sind Keimzellen, die dem Glauben zu neuer Lebendigkeit verhelfen.
86. Kirchliche Rollenträger braucht es da nicht.
87. Der modern Gläubige ist von kirchlicher Institution emanzipiert.
88. Er hat sich, seiner inneren Stimme folgend, selbst Bahn gebrochen und Formen von Urkirche gefunden, die seinen Lebensumständen und seinem Lebensgefühl entsprechen.
89. Gott sorgt dafür, dass sich seine Kirche verjüngt,
90. Der Glaube geht nicht unter.
91. Gott braucht den Menschen, er braucht aber nicht die Institution Kirche.
92. Sie ist Menschenwerk und wie alles Menschenwerk irgendwann dem Untergang geweiht.
93. Suchen wir Gott, so eilt er uns entgegen, in welcher Form auch immer wir ihn suchen. Mit Institution Kirche oder ohne. Das ist eine Gewissheit, auf die wir uns verlassen können.
94. Der Weg im Leben und im Sterben führt immer ins göttliche Leben:
95. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“

Lieber Luther

Lieber Luther,

heute ist 31.Oktober 2012. Was würdest du erwarten?

Gottesdienst heute?
Fehlanzeige.

Ein Abendmahl?
Das letzte war Anfang August?
Auch reklamieren hat nichts genutzt.
Fehlanzeige.

Am liebsten würde ich meinen zornigen Protest an die verschlossene Kirchentür meiner evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde nageln. Wie du vor fast 500 Jahren. Wie gut kann ich deinen Zorn verstehen.

So will ich die Zeit nutzen und mich allein mit dir auseinandersetzen. Studierstube anstatt Kirchgang. Vielleicht verraucht ja dabei auch mein Zorn.

Wie war das nochmal mit deinen 95 Thesen?

Du sprichst darin vom Umgang mit den eigenen Abgründen, mit der eigenen Sterblichkeit, vom Geblendet-sein vom Tand. von fremden Göttern, von Blendern, vom verheerenden Zustand der Institution Kirche, von der sittlich, geistlich und spirituellen Erosion der kirchlichen Rolleninhaber. Du stellst innere Schätze gegen äußere Werte und wetterst gegen den unsäglichen Umgang der Amtskirche mit Kritikern und Abweichlern. Du stemmst dich gegen den Zeitgeist, gegen billig erkaufte geistige Wellness.

Stattdessen forderst du, Christus auf dem dornen- und leidvollen Weg durch Tod und Hölle nachzufolgen. Welch ein Kontrastprogramm.

Das eckt an, da fühlen sich viele auf das Kirchenkleid getreten. Das hieße ja, die Komfortzone aufzugeben. Du hältst den Spiegel so hartnäckig vor, dass man nicht mehr wegschauen kann. Da hilft nur noch abwerten und ausgrenzen.

Du sprichst Klartext. Das Volk versteht deine direkte Sprache. Du triffst den Nerv der Zeit. Sie schikanieren dich, aber du lässt dich nicht bremsen.

Wie dringend würden wir dich heute brauchen. Einen, der die Menschen anspricht und den das Volk hört. Einen der aufrüttelt. Einen, der nicht mit dem Strom schwimmt.

Die institutionelle Kirche löst sich in Anpassung an den Zeitgeist selbst auf. Sie diskutieren tatsächlich, ob du die 95 Thesen wirklich angeschlagen hast. Als ob das eine Rolle spielen würde. Als ob das wichtig wäre. Als ob das einen Unterschied machen würde.

Was du geschrieben hast, stimmt heute noch. Kaum Veränderung in 500 Jahren. Veränderung in der Sprache, in der äußeren Ausprägung, aber nicht im Tenor.

Wie und wo würdest du heute deine Stimme erheben? Mit welchem Medium sprechen? Wie würdest du heute deine Thesen formulieren? Wohin würdest du die Aufmerksamkeit der Menschen lenken? Was würde deinen Zorn erwecken? Was würdest du brandmarken? Oder wärst du angepasst? Würdest du resignierend den Mund halten?

Das glaube ich bei deinem Temperament eher nicht. Ich habe deine 95 Thesen in den heutigen Zeitgeist transponiert. Hier der Link. Über deine Stellungnahme würde ich mich freuen.

Herzlich Deine
Deborrah

Reformationstag Kirche
Reformationstag

Feenhände

Unerbittlich fasst eine kalte Hand nach mir und
zieht mich in die Tiefe.
Schon ring ich um Atem,
weil ich denk ich erstick.

Doch da raschelts im Blätterwald.
Feen nähern sich,
umfassen und halten mich,
verstehend und wärmend.

Ich danke Euch,
Ihr guten Geister,
Und dem,
der Euch geschickt.

Feen
Feen

Schweigen

Warten auf Antwort –
Nichts als Schweigen.

Menschliche Sprachlosigkeit.
Göttliches Schweigen.

Schweigend leidest du in der Hölle.
Schweigend bist du im Karsamstag.

Warten auf Morgen.
Warten auf Erlösung,

Hoffen auf Morgen,
Hoffen auf Ostern.

Karsamstag
Karsamstag

Vulkanausbruch

Manche Dinge sind nicht aufzuhalten. Sie brechen mit Urgewalt aus einem heraus. Sie fließen ohne großes Zutun aus dem Innersten, ohne dass man zögert. Die Finger fliegen über die Tasten. Man schreibt in absoluter Übereinstimmung. Hin und wieder kurzes innehalten, nach innen hören. Hier braucht es noch eine kleine Korrektur und da stimmt ein Wort noch nicht ganz. Man weiß genau, was da heraus will, ohne es eigentlich zu wissen. Es steht schon in einem geschrieben.

Den Adrenalinschub, den dieser Vulkanausbruch verursacht, spürt man noch Tage.

Wenn das Nachbeben verhallt ist, herrscht erfüllte Leere und Erleichterung. Was schon lange nach außen gedrängt hat, ist endlich draußen.

Wie bei einer Geburt.

Vulkanausbruch
Vulkanausbruch

Plädoyer für Martha

Darf oder muss der Mensch sich Sorgen machen um seinen Nächsten? Oder lässt er alles fahren? Gott sorgt ja für einen? Er wird schon den Strick, an dem der andere mit schon blau angelaufener Zunge hängt, durchschneiden. Hauptsache ich sorge für mich. Martha oder Maria?

Martha würde sofort zur Hilfe eilen.
Dennoch hat sie schlechte Karten.
Sie wird abgekanzelt.
Sie ist die Geringere.
Sie ist zu irden.
Sie steht zu sehr mit beiden Beinen im Leben.
Sie ist keine Tagträumerin.
Sie nimmt die Verantwortung für den Nächsten.
Sie reagiert weiblich mütterlich.
Sie handelt reif.

Aber:
Sie schneidet im allgemein (männlichen) Urteil in ihrem Handeln für den Nächsten schlecht ab.
Maria hat den „guten Teil“.
Sie himmelt an,
ist Frauen-Seelchen –
im wahrsten Sinne des Wortes.

Das schmeichelt.
Das tut Männerseelen gut.
Den historischen wie den heutigen.

Ohne Martha könnte die Männerschar sehen, wo sie die Nacht über bleibt. Die hungrigen Mägen würden hungrig bleiben. Würde Manna vom Himmel fallen? Was tun, wenn kein Manna vom Himmel fällt? Nur vom Anhimmeln leben? Wunder passieren nicht jeden Tag.

Das wird hart, Ihr Männer.

Martha, Martha, nimm es gelassen. Sie haben es nicht verstanden:

„eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt“.

Heißt: Eins-Sein tut Not, jungfräuliche Seele bewahren und reife Frucht bringen. Maria ist der eine Teil, Martha der andere. Nur zusammen sind sie eins. Für die Seele zu sorgen, ist ein Teil. Die Seele im göttlichen Grund ist per se das „Gute“. Aber

ohne irdenes Gefäß,
ohne fruchtbringendes Handeln,
ohne weibliches Gebären im Körperlichen,
ohne Tun für den Nächsten,

verhungert die Seele, bliebe sie allein, unvollendet. Weil dies so ist, hat Gott die Welt geschaffen. Ohne diesen anderen Teil würde das Ganze seinen immanenten Sinn verfehlen, wäre es nicht eins. Aber es ist der fleischlich, irdene Teil, der nicht göttliche, der sündhafte, der der fehlen kann. Deshalb hat Maria das gute Teil gewählt.

Martha steht für die reife Frau. Sie nimmt nicht alles hin, sie hinterfragt. Sie sagt nicht, obwohl sie das Kraft ihrer Stellung könnte, „Maria, geh in die Küche“, sie lässt Maria gewähren. Sie fordert Jesus heraus, indem sie provozierend fragt. „Willst du nicht …“. Die vordergründige Antwort hat sie sicher schon vorher gewusst, und trotzdem hat sie ihn gefragt, weil sie die Begründung gereizt hat. Und sie versteht sie. Da gibt es nichts zu widersprechen.

Martha ist es, die nach Lazarus Tod Jesus entgegeneilt. Sie weiß was zu tun ist. Sie weiß, wer helfen kann. Daraus entwickelt sich der faszinierendste Dialog, den Jesus in der Bibel mit einer Frau führt.

Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen! Martha spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh 11, 22-28)

Martha glaubt ohne Wenn und Aber. Das, was Maria noch lernen musste, war für Martha längst ein „Wissen“. Sie sieht Jesus bereits als den Christus, felsenfest, ohne Zögern, ohne Wanken, reif. Sie ist darin das weibliche Pendant zu Petrus, sie ist Petrusin. Weit herausragend, tief verkannt.

Nein Martha, lass die nicht irritieren, schneide den Strick um den Hals deines Nächsten durch, lass ihn nicht ersticken.

Täter des Wortes
Täter des Wortes

„Ich weiß … „