Riskier was

Menschenkind, die Kinder unter denen du bist,
haben harte Köpfe und verstockte Herzen.
Sie gehorchen oder lassens.

Menschenkind, du sollst dich vor ihren Worten nicht fürchten.
Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen bei dir,
du wohnst unter Skorpionen

Menschenkind, du sollst ihnen von mir erzählen.
Sie gehorchen oder lassens.
Sie sind ein ungehorsames Volk.

Menschenkind, höre was ich zu dir sage,
sei nicht ungehorsam.
Tue deinen Mund auf,
sage ihnen, was ich dir sage.

Menschenkind, was du ihnen zu sagen hast,
ist Weh und Ach, Schmerz und Elend,
fürchte dich nicht vor ihren Worten.

Ich habe allen Mut zusammengenommen
Aber begreifen müssen, was es heißt,
unter Skorpionen zu wohnen
und durch Dornen zu gehen.

Oder war ich unter Krebsen, Löwen oder sonstigen reißenden Tieren?
Was ich gelernt habe?
Sie verbergen sich in ihrer Höhle,
unerwartet kommen sie herausgeschossen
und verbeißen sich in dir.

Wo, lieber Gott, ist das Verbandszeug?

Ach ja, und noch etwas habe ich gelernt:
Hüte dich vor Blendern,
sie haben dein Wort im Mund,
aber es ist nichts als Zungenrede,
deshalb sind sie nicht bei deinem Wort zu nehmen.
Wehe dem, der es versucht.

Wie war das doch, lieber Gott:
Du Menschenkind sollst dich nicht vor ihnen fürchten?

(Nach Hesekiel, Hes 2,4ff)

Wilde Tiere

Mann sagt…

Mann sagt,
Maria und Martha gehen nicht zusammen,
Frau überfordert sich.
Mann sagt,
Verwunderlich,
dass gerade Frauen beides wollen.

Frau sagt,
Mann, du hast nichts begriffen.
Es geht um die Seele, um das Innenleben,
nicht um das äußerliche Sein.

Martha steht für die Bereitschaft der Seele zu dienen,
Maria steht für „meine Seele erhebe sich zum Herrn“.
Maria und Martha stehen für die Ganzheit der Seele.

Mann, das lässt Frau sich nicht von dir absprechen.
Mann, egal ob Mann oder Frau,
Dienen und Loben,
das ist Ursprung und Ziel der Seele im Menschen.

Silvesterbewegungen

Weihnachtszeit,
besondere Zeit
mit bewegender Kraft.

Gerade angefangen,
obwohl man den Eindruck haben kann,
sie ist schon zu Ende.

Die Menschen eilen weiter
in ruhelosem Getriebe,
bewegt von was?

Ach ja,
Silvester steht vor der Tür,
große Geldbewegungen.

Partylärm,
verpulverte Millionen,
pyrotechnischer Hüttenzauber.

Verpuffter Weihnachtszauber.

Silvester

Psalm 23

Mein weiser Bruder hat mich heute an die innere Weisheit von Psalm 23 erinnert.

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und
führt mich zum frischen Wasser.

Er erquickt meine Seele,
er führt mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkst mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen
mein Leben lang und
ich werde bleiben
im Hause des Herrn
immerdar.

So bekräftigt werde ich mich auf den Weg machen, dem Sonntagsläuten entgegen, mit Anlauf und hoffentlich ohne Schlaglöcher.

Schlaglöcher

Das verschwundene Christkind

Als ich heute Nachmittag das Christkind besuchen wollte, war es aus seiner Krippe verschwunden. Wo mag es wohl hin sein? Hat es ihm in seiner Krippe so alleine in der leeren Kirche nicht mehr gefallen?

Kein Mensch kümmerte sich mehr um es. Alle haben vermeintlich etwas besseres zu tun, gehen schon wieder shoppen. Oder fahren in Urlaub. Weihnachten ist abgehakt. Jetzt kann Konsum, Wellness und Freizeitvergnügen wieder in den Vordergrund rücken. Mit Silvester wartet schon das nächste Event. So mancher wird aufatmen. Gottseidank haben wir dieses Weihnachtsgedusel für dieses Jahr hinter uns gebracht.

Das Christkind hat das vorausgesehen. Es kennt das. Seit vielen Jahrhunderten ist das so. Deshalb hat es schon an Weihnachten beschlossen, dass es keinesfalls so einsam und allein in seiner Krippe in der kalten Kirche zurückbleibt. Wohin ist es verschwunden?

Wenn ihr nicht zu mir kommt, dachte das Christkind ganz pfiffig, dann komme ich eben zu euch. Es hat sich heimlich, still und leise an Weihnachten in die Herzen der Menschen geschlichen, die es an Heilig Abend mit glänzenden Augen angesehen haben. In die Herzen der Menschen, die sich an ihm gewärmt haben. Als Dank wärmt es nun diese Menschen von innen heraus, unabhängig von Weihnachten.

Eigentlich bin ich damit ganz zufrieden, denkt das Christkind bei sich, in den Herzen der Menschen ist es schöner als alleine in der leeren ungeheizten Kirche. Es strahlt vor Freude über seinen Einfall. Die Menschen, in denen das Christkind strahlt, spüren das. In ihren Augen spiegelt sich das Strahlen des Christkinds und – wenn sie einem anderen Menschen in die Augen sehen – geben sie dieses Strahlen weiter.

Man kann sich das so vorstellen, wie wenn bei der Christmette das Weihnachtslicht weitergereicht wird, von Mensch zu Mensch und manchmal auch von Herz zu Herz.

Kettenlicht

Joseph

Joseph, der Stille, der im Hintergrund lebt,
Joseph, der nicht auf die anderen hört.
Joseph, der sich der Aufgabe stellt,
Joseph, der sich verlässlich verhält.
Joseph, der handelt und nicht wankt,
Joseph, der tut, was Gott verlangt.
Joseph, der voll Demut gehorcht,
Joseph, der Frau und Kind umsorgt.
Joseph, der tut, was der Engel befiehlt.
Joseph, der mit seiner Familie flieht,
Joseph, der Gott allein vertraut.
Joseph, der fest auf den Glauben baut.

Joseph, du zeitloser Held,
vor dir verneige sich die Welt.
Joseph, dein selbstloses Handeln,
sei Beispiel auch in heutigem Wandel.
Joseph, deine Demut ohne Klagen
gebe mir Mut und lass mich es wagen.

Herzenslicht

Heiliger Abend

Heiliger Abend
Glockenklang
Weihnachtsglanz

Funkelnder Lichterbaum
Glänzende Kindergesichter
Welt im Weihnachtsrausch

Volle Kirchen
Voller Menschen
Weihnachtsfolklore

Verdeckt von Geschenkpapierbergen und
fast vergessen in all der Pracht,
der Ursprung der Heiligen Nacht.

Heiliger Abend

Arm und reich

Durch alle Dunkelheit hindurch,
sehe ich Dein Licht,
durch alle Angst,
alles Leid,
alles Nichtverstehen hindurch,
leitet mich Deine Hand.

Dein Licht leuchtet,
auch wenn ich es nicht sehe,
Deine Kraft waltet,
auch wenn sie verborgen ist,
Du sprichst mit mir,
auch wenn meine Ohren es nicht hören.

Du wirkst so wunderbar,
dass ich als Mensch es nicht begreifen kann.
Mein Verstand vermag Dich nicht zu fassen,
mein Tun ist mehr ein Unterlassen,

Arm und doch so reich steh ich vor DIR.

Blöße

Künstliches Licht

Ein Licht kommt in die Welt,
Ein Licht ist in der Welt.
Verdeckt vom Kunstlicht unserer Lichterwelt.
Wo ist der Schalter,
um den Strom abzustellen?

Verdecktes Licht

Verdecktes LIcht

Nicht gelebt

Der Advent verrinnt mir unter den Fingern.
Obwohl ich mich nicht auf dem Advents-Rummelplatz aufhalte.
Obwohl ich nicht in Weihnachtshektik bin.
Obwohl ich mir Zeit nehme und Stille gönne.

Der Advent verrinnt in meinem Inneren.
Ich warte auf etwas, ohne zu wissen auf was.
Es ist mir, als müsste ich noch etwas tun, ohne zu wissen warum,
Es drängt mich, mich vorzubereiten, ohne zu wissen wie.

Der Advent verrinnt wie mein Leben.
Ich fühle mich, als ob er gerade anfängt.
Stelle aber fest, dass er bald vorbei ist.
Wie nicht gelebt.

Warten im Advent

Mitten in der Nacht

Mitten in der Nacht
bin ich plötzlich aufgewacht,
geweckt von einem Geistesblitz.

Wer freut sich nicht über ein Adventslicht?

Der, dem es an einem aufrichtigen Herzen gebricht.

Adventsblitz

Wünschebaum mit Fragezeichen

Weihnachtsfest – Wünschefest.

Materielle Wünsche.
Glückwünsche.
Lebenswünsche.
Friedenswünsche
Gebetswünsche.
Segenswünsche.

Alles Weihnachtswünsche.

Ist Gott für uns ein Wünschebaum, an den wir unsere Wünsche hängen wie die Dekoration an einen Weihnachtsbaum?

Erwarten wir, dass ihm alles gefällt, was wir ihm anhängen?
Erwarten wir, dass unsere Wünsche in Erfüllung gehen?
Erwarten wir, dass er tut, was wir wollen?

Was ist, wenn er kein Wünschebaum ist?
Wenn er nicht erfüllt was wir uns wünschen?
Wenn er unseren selbstgebrauten Wunschpunsch verweigert?

Was machen wir dann mit unserem Wünschebaum?
Entsorgen wir ihn, wie einen dürren Christbaum, der seinen Reiz für uns verloren und keinen Zweck mehr für uns hat?

Oder?
Werden wir zum grünen Baum?

Grüner Baum

Im aufgewühlten Meer

„Fast zwanzig Jahre trieb ich wie auf einem aufgewühlten Meer. Fallen, kurz aufstehen, und wieder hinfallen. Das war sehr anstrengend, denn ich fand mein Glück weder bei Gott noch in der Welt. Ich weiß nicht, wie ich das so viele Jahre aushalten konnte“
(Teresa de Jesus, Vida 8,2)

Teresa, meine Schwester.

Aufgewühltes Meer

Welt in Auflösung

Unterwegs. Ich sitze im Zug. Alles pünktlich. Alles so, als ob es so sein soll.

Wohin? Den Ort kenne ich, das Ziel nicht. Vielleicht auf der Suche nach einem neuen Zufluchtssort, nachdem ich heimatlos geworden bin? Im nicht mehr Wollen das Nichtwollen entdecken?

Als ob das Jahr schon Bilanz ziehen wollte. Es hatte sich angekündigt, wie es geworden ist. Heimat in Schall und Rauch. Die Erschütterungen sitzen mir in den Knochen.

Die schneebedeckte Landschaft zieht an mir vorbei, ohne dass mir das Herz aufgehen mag. Irgendwie funktioniere ich, sonst würde ich jetzt nicht im Zug sitzen.

Auf was das hinsteuert?

Sich auflösende Welten

Welt in Auflösung

Warten auf Irgendwann

Warten auf Vertrauen.
Warten auf Trauen.
Warten auf Dich.

Irgendwann blüht der Barbarazweig.
Irgendwann gewinnt das Leben.
Irgendwann ist Weihnachten.

Darauf hoffe ich.
Darauf baue ich.
Darauf vertraue ich.

Barbarazweig

Vor Jahr und Tag

Vor Jahr und Tag
hast du mich verraten,
mir das Herz versenkt.

Und heute,
nach sieben Jahren,
am ersten Advent,
sieht
mein Herz
dich zu ersten Mal wieder –
unverrenkt.

Dezemberblüten

Am äußersten Meer – Nachtrag

Nachtrag zu meinem Eintrag vom 13. November: Am äußersten Meer

Am Ende des Horizontes ist das äußerste Meer.
Ich weiß wie es dort ist …
Aber ich weiß nicht, was im Oben oder Unten kommt.

Wenige Tage nur liegen dazwischen.

Kurze Lebenswelt.
Lange Erfahrenswelt.
Welten dazwischen.

Nun weiß ich, dass ich nicht alleine dort bin.
Weggefährten, die auch dort sind.

Särge vor Jahresfrist,
schwarzer Samt wie ein Totengericht,
zaubern ein Lächeln in mein Gesicht.

Särge, in die wir gelegt,
aus denen neues Leben entsteht.

Am äußersten Meer,
Am Ende aller Gegenwehr.

Im Oben oder Unten
sind wir nur Gott allein verbunden.

Ostermorgen

Zedern des Libanon

Du stehst wie eine Zeder des Libanon im Sturm und
weißt nicht woher der Sturmwind kommt.
Deine Hände suchen und finden Halt wie Wurzeln im Grund.
Du stehst im Sturm,
hältst dich fest und
hoffst, dass du nicht fällst.
Es reißt dich hin und her,
ohne zu wissen,
was für ein Sturmwind das ist.
Keine Zeit zu denken.
Du blickst auf das, was dir Halt gibt,
blickst auf den, der dich hält.
Eine Ahnung von der Heiligkeit des Augenblicks steigt in dir auf.
Das war ein Versprechen,
ein unauflöslicher Bund.

Zedern des Libanon

Stillschweigen

Ich brauche Stille in mir und
Stille außerhalb von mir.
Damit es still wird in mir.

Viele Gedanken geteilt,
viel von mir mitgeteilt,

Kein Echo mehr nach außen,
nur noch lauschen nach innen.

Stille im Blog.
Stille im Wort.

Hoffnung auf Ewigkeit.
Hoffnung auf Leichtigkeit.

Am Ende der Zeit.
Ich bin bereit.

Weide

Am äußersten Meer

Am Ende des Horizontes ist das äußerste Meer.
Ich weiß wie es dort ist.

Es gibt keinen Boden unter den Füßen,
es ist leer und hell und
es ist völlig egal, ob man nach oben oder unten fällt.
Ohne Emotionen wartet man,
was nun kommen mag.
Ohne Schrecken.
In Erwartung.

Weiter bin ich noch nicht gekommen.
Ich weiß nicht,
was im Oben oder Unten kommt.
Neugierig bin ich schon.

Äußeres Meer