Bewegung

Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Psalm 100,2

Nicht wir selbst sind es,
die unser Fortkommen bewegen,
wir bewegen uns nur vorwärts,
in der Bewegung auf Gott zu.

Glaubensgröße

Ich komme, um alle Völker und Zungen zu versammeln, dass sie kommen und meine Herrlichkeit sehen.
Jesaja 66,18

Ich sehe euch alle, spricht der HERR,
eure Gedanken und Werke,
seien sie hell oder dunkel,
klein oder groß,
treu oder untreu,
dumm oder weise.

Es kommt der Tag,
an dem ihr vor mir stehen werdet und
ihr werdet erkennen,
was ihr nicht glauben wolltet.

Wehe den Hirten

Wehe den Hirten, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?
Hesekiel 34,2

Menschensohn, sage den Hirten, so spricht der HERR:

Wehe den Hirten, die sich selbst weiden.
Wehe den Hirten, die mich zum Götzen machen.
Wehe den Hirten, die mein Volk in die Irre führen.
Wehe den Hirten, die sich über mich erhöhen.
Wehe den Hirten, die keine Hirten sind.

Hirten!

Reisegebet

Eile, mir beizustehen, Herr, du meine Hilfe!
Psalm 38,23

Verlass mich nicht, o Gott, und sei mir nah,
ebne die Gebirge, die sich vor mir auftürmen,
stütze mich, wenn ich am lahmen bin,
fang mich auf, wenn ich in Wassern versinke,
lass mich nicht von einer Klippe stürzen,
rette mich, wenn mein Kompass versagt.

Ausgespuckt

Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!
Jona 2,7

Das Leben verschlingt uns,
nur mit Gott spuckt es die Dunkelheit aus
und bringt uns ans Licht.

Segen

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Psalm 121,7

Gott behüte deinen Morgen,
Gott behüte deinen Abend,
Gott behüte deinen Tageslauf.

Gott behüte deine Werke,
Gott behüte deine Stärke,
Gott bleibe dein Gedanke.

Von nun an, bis in Ewigkeit.

Gefangen in Dogmen

Lieber Luther,

wieso scheinen die Kirchen so unbeweglich, so starr und so tot? Sie sind Gefangene ihrer Dogmen. Diese knebeln sie so sehr, dass sie letzten Endes an ihre Selbstfesselung ersticken werden. Die Grundfrage dahinter ist: Lässt sich Gott und seine Allumfasstheit wissenschaftlich erfassen? Weiterlesen „Gefangen in Dogmen“

Entfremdung

Wie ein Einheimischer soll euch der Fremde gelten, der bei euch lebt.
3.Mose 19,34

Wir sind Wanderer durch die Zeit,
uns gegenseitig fremd,
und in der Entfremdung uns nah.

Fremdling

Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.
3.Mose 19,34

Fremdling bin ich,
im eigenen Land,
Eingeboren und doch von einem anderen Land.

Ob Fremdling oder nicht,
hat nichts mit menschlicher Geburt zu tun,
sondern mit göttlicher.

Der Mensch,
solange er menschlich lebt,
ist aus seiner Natur heraus ein Fremdling in fremden Land.

Herzensschrift

Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden.
5.Mose 6,6-7

Werde nicht müde, zu erzählen,
was in dein Herz geschrieben ist.
Jedes Wort, jeder Blick, jeder Gedanke zählt.

Gedeckter Tisch

Der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre.
Jesaja 58,11

Beständig wird der HERR dich nähren,
er wird deine Seele aus seiner Quelle tränken,
er wird dich stärken, wenn dein Leib schwächelt,
er wird dich stark machen, wenn du schwach bist.
Er bereitet dir einen gedeckten Tisch,
du musst nur daran Platz nehmen.

Ohne Wenn und Aber

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.
Jeremia 29,13-14

Und schon wieder ein ganz anderer Sinn in der Elberfelder Übersetzung:

Und ihr werdet mich suchen und finden, denn ihr werdet nach mir fragen mit eurem ganzen Herzen und ich werde mich von euch finden lassen.

Die Wenns und Abers:
Wenn ihr mich sucht, dann werde ich mich finden lassen.

Und was, wenn nicht?

Ihr werdet mich suchen und finden!

Bei Gott ist kein Wenn und Aber.

Himmelszerleger

Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne.
Jesaja 47,13

In der Elberfelder Übersetzung steht mit anderem Sinn:

Du hast dich müde gemacht mit deinen Beratungen.

Himmelszerleger,
Sternendeuter,
Kohle bringender Hokuspokus,
alles probierst du aus Mensch,
auf der Suche nach dem vermeintlichen Glück,
hastet von einer Modeerscheinung zur nächsten,
deiner Müdigkeit nicht achtend.

Siehe, ich bin das Glück

Achterbahn der Emotionen

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, den der HERR tut dir Gutes.
Die Betonung liegt auf dem „Wieder“.
Der Mensch in seinem unbeständigen Auf und Ab
ist ein Gefangener seiner Emotionen,
die mit uns Achterbahn fahren,
in schneller Bewegung,
wir immer Halt suchend.

Luthers Bibelverständnis – Kirchenpolitik als Hidden Agenda

Lieber Luther,

ich habe mich ja schon in meinem letzten Brief mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Bibel das offenbarte Wort Gottes ist und dies negativ beantwortet. Trotzdem hat es mich beschäftigt, wie all die Missverständnisse zustande gekommen sind, wieso man ein so verdrehtes Bibelverständnis überhaupt haben kann und wieso Menschen im 21.Jahrhundert noch behaupten und lehren, die Bibel sei Gottes Wort, stellvertretend durch den Heiligen Geist in „die“ Bibel geschrieben. Es gibt die Schreiber der Texte, den Text an sich, die Leser oder Hörer, aber auch die Lehrer, die ihre Schäfchen lehren, wie man Gott und die Bibel insbesondere zu lesen und zu verstehen hat. Das Übel beginnt an der Wurzel. Darin liegt die Krux und damit will ich mich heute beschäftigen. Weiterlesen „Luthers Bibelverständnis – Kirchenpolitik als Hidden Agenda“

Gottes Hand

Der HERR, unser Gott, verlasse uns nicht und ziehe die Hand nicht ab von uns.
1.Könige 8,57

Ohne Gottes Hand sind wir haltlos.

O Gott,
halte mich an deiner leitenden Hand,
berge mich in deiner schützenden Hand,
ziehe mich zu dir mit deiner rettenden Hand.
Amen.

Inneres Wort

So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne.
Jeremia 9,22-23

Wer sich rühmen will,
der rühme sich:

Einsicht zu haben
und mich zu erkennen.

Erkennen,
am inneren Wort.

Passt wieder einmal:
Äußeres und inneres Wort

Inneres und äußeres Wort

Hermeneutische Überlegungen zum Bibel- und Gottesverständnis.

Das äußere Wort ist nur der Teil des Gedachten, der den Weg in die Buchstaben gefunden hat. Es reflektiert niemals alles Gedachte, sondern enthält nur Fragmente des Verstandenen dessen, der spricht oder einen Text schreibt.

Der Verstehensprozess ist eine unendliche Aufgabe, da jedes Ding oder jeder Sachverhalt sich kontinuierlich in seinem äußeren und inneren Wesen verändert, so wie der Verstehende sich selbst kontinuierlich verändert.

Die Suche nach Verständnis ist der fortdauernde Versuch, ein Ding, einen Sachverhalt, zu Ende zu denken. Das augenblickliche Verstehen ist nur der Etappensieg zu einem ganz bestimmten Augenblick (nach Gadamer).

Sowohl der Schreiber als auch der Leser eines Textes unterliegen einem sich fortlaufend entwickelnden Verstehensprozess. Jeder Schreiber und Leser ist darin einzigartig.

Die Texte, die in der Bibel zusammengefasst sind, sind der Ausfluss eines Verstehensprozesses der jeweiligen Schreiber und stellen nur einen Teil deren Verstehens dar.

Der Leser unterliegt beim Lesen dem eigenen Verstehensprozess. Wie jeder einen Bibeltext zu einem bestimmten Zeitpunkt versteht, definiert sich aus dem augenblicklichen Status seines individuellen Verstehensprozesses.

Was jeder aus einem Bibeltext versteht, ist gespeist aus der individuellen inneren Verstehensquelle.

Die innere Verstehensquelle ist das „innere Wort“, gesprochen mit dem „Mund des Herzens“. Es ist ohne jeden Laut und hat ihren Ursprung in unserer untrennbaren Beziehung zu Gott:

Das Wort, das draußen erklingt, ist Zeichen des Wortes, das drinnen leuchtet (Augustinus).

Buchempfehlung zur Geschichte der Hermeneutik, ein wissenschaftliches Buch, aber trotzdem eingängig zu lesen: Karen Joisten: Philosophische Hermeneutik. Akademie Verlag. Berlin 2009.

Inneres Wort
Inneres Wort

An einem fernen Tage

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.
Jeremia 31,31

An jenem fernen Tage,
wenn wir den Bund des Lebens mit Gott schließen,
wird sein Wort in unser Herz geschrieben sein.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

HERR, so vergib nun die Missetat dieses Volks nach deiner großen Barmherzigkeit.
4.Mose 14,19

Der Mensch kann gegen Gott nichts ausrichten,
Gott ist für ihn nicht antastbar.

Was der Mensch verbricht,
verbricht er gegen die Menschlichkeit,
gegen Gottes Schöpfung.

Gott ist langsam zum Zorn
und groß an Güte,
er vergibt Ungerechtigkeit und Übertretung,
aber er hält keineswegs für schuldlos den Schuldigen.

(4.Mose 14, 18)