Psalmen und Sprüche

Lieber Luther,

ich habe mich entschlossen, nach einem Jahr Pause wieder einen Bibelleseplan anzufangen, der mich täglich einen Blick in die Bibel werfen lässt. Ich will mir nicht mehr so viel zumuten wie 2014, das könnte ich neben meinen übervollen Berufsalltag nicht schaffen. Ich werde also die nächsten 372 Tage Psalmen und Sprüche lesen. Ich habe gerade angefangen und merke, wie mich das inspiriert.

Psalmen sind Lobgesänge. Schon im Lesen merkt man, wie der innere Mensch, die Seele, anfängt, die Schönheit und Erhabenheit Gottes zu besingen. Weiterlesen „Psalmen und Sprüche“

Zerbrochene Herzen II

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Psalm 147,3

Zerbrochene Herzen,
zerschellt am Anderen,
zersplittert in tausend Scherben,
zermürbt an den eigenen Erwartungen,
scheibchenweise zerlegt,
selbst mitgeholfen,
sehend zugelassen,
zu spät die Notbremse gezogen.

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind.

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.
(Psalm 34, 19)

Der Herr ist mein Hirte, oder: Sesselpupser

Seit Jahren habe ich keinen Roman gelesen,
nur Sachliteratur.
Nun ist mir ein Buch in die Hände gefallen,
ein Roman:
„Das Lied des Hirten“.

So richtig weiß ich nicht,
was ich davon halten soll,
amerikanischer Kitsch
und doch…

… doch weiß ich,
dass die Wege des Hirten so sind,
dass wir dazu neigen,
„Zufall“ zu nennen,
was kein Zufall ist.

Szenenwechsel:
Das (Arbeits-)Leben fordert seinen Tribut.
1 Toter,
1 Schlaganfall
einer im Krankenhaus, Weiterlesen „Der Herr ist mein Hirte, oder: Sesselpupser“

Gedeckter Tisch

Der HERR sprach zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Wein und Öl die Fülle schicken, dass ihr genug daran haben sollt.
Joel 2,19

Macht Reichtum satt?
Stillt das Immer-Mehr
den Durst unserer Seele?
Vermögen unsere Scheinwelten,
unsere Armut zu überstrahlen?

Wann ist genug?

Psalm 23:
Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde,
du salbst mein Haupt mit Öl
und schenkst mir voll ein.

Das ist die Speise, die satt macht.
Erst wenn wir an diesem Tisch sitzen,
erleben wir Fülle.

Erkenntnis

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.
Psalm 23,2-3

Grüne Auen?
Frische Wasser?
Seele?

Es gibt Menschen,
die denken dabei an nichts als
Gras,H20 und ihr Fleisch.

Was sie bloß mit Psalm 23 anfangen?

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde?
Er salbt mein Haupt mit Öl und schenkt mir voll ein?
Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar?

Wo ist der Tisch?
Salatöl auf den Kopf?
Wo ist wohl das Haus?

Wo ist die Tür zur Erkenntnis?

Verlangen

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Psalm 42,2

Wenn die Seele sich mit Gott vermählt,
hört jedes Verlangen nach etwas anderem auf.

Morgen- und Abendgebet

HERR, ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Psalm 118,21

Danke, mein Gott,
dass du jeden Morgen in mich einfließt,
meinen Tag gut werden lässt,
auch wenn ich keine Zeit finde,
dich zur Kenntnis zu nehmen,
ich jeden Abend sagen kann:
Danke, mein Gott,
dass du immer bei mir bist!

Hosanna – Herr hilf!

Lieber Luther,

mit dem heutigen Predigttext habe ich mich schon vor einem Jahr beschäftigt, in der Version des Matthäusevangeliums (Mt 21, 1-10), hauptsächlich unter Sicht des Volkes. Wenn man den heutigen Predigttext liest, in der Version des Johannesevangeliums (Joh 12, 12-19), hat man den Eindruck, der Schreiber des Johannesevangeliums ist etwas verwundert, angesichts dessen, was da berichtet wird. So hat er die Geschichte mit Kommentaren versehen, damit man es denn besser verstehen solle. Ob sie hilfreich sind, sei dahingestellt.

Lässt man die Kommentare weg, ist folgendes beschrieben: Weiterlesen „Hosanna – Herr hilf!“

Herberge

In der Angst rief ich den HERRN an; und der HERR erhörte mich und tröstete mich.
Psalm 118,5

In meiner Angst rief ich den HERRN an.
Er setzte mich in einen weiten Raum.
in dem kein Platz für meine Bedrängnis war.
HERR, lass mich in dieser Herberge bleiben.

Gott im Alltag

Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Psalm 118,18

Mensch ist ein harter Brocken, auch für Gott.
Die Liste unserer Verfehlungen ist jeden Tag lang.
Belehren lassen wir uns nicht gerne.
Die Bibel lesen nur wenige.

Was gibt Zeugnis von ihm?
Wie soll sich Gott bezeugen?
Wer ist sein Zeuge?

Wer in den Tag hineinhört,
sich wundert über die alltäglichen Wunder,
in der Not Gottes ausgestreckte Hand ergreift,
mit ihm im Alltag lebt,
erkennt die roten Ampeln, die man überfährt.
Unzufriedenheit mit der eigenen Unzulänglichkeit,
Leiden an uns selbst.
Trost vom Tröster,
der uns nicht verzagen lässt.
Gott im Alltag.

Wunder

Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder.
Psalm 9,2

Wenn von Wundern die Rede ist,
runzelt sich die Stirn,
da gedachte wird,
Wunder ließen sich mit Verstand fassen.

Jeden Tag von ganzem Herzen,
ehrlich und aufrichtig,
danken zu können,
ist ein Wunder,
doch kann man es
mit Verstand fassen?

Strahlen

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Psalm 118,24

Jeder Tag, an dem Gott sich erfahren lässt, strahlt,
wie irden die Wolken auch sein mögen, die ihn verdunkeln

Mauern

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.
Psalm 18,30

Wenn Gott für mich ist,
halten Mauern mich nicht auf, auch wenn ich gegen sie renne,
versinke ich nicht in Gruben, auch wenn ich hineinfalle,
sterbe ich nicht, auch wenn das Leben mich fast umbringt.
Mit meinem Gott überspringe ich Mauern!

Aufmunterung

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Psalm 118,17

Ich werde nicht sterben, sondern leben und
des HERRN Werke verkünden.
Das klingt wie eine Aufmunterung.
Danke, lieber Gott.

Schlammgrube

Er zog mich aus der grausamen Grube,
aus dem Schlamm,
stellte meine Füße auf einen Fels,
gab ihnen festen Grund und
legte ein Loblied in meinen Mund.

Das werden viele sehen und
vertrauend hoffen
auf den Herrn.

(nach Psalm 40, 2-3)

Schlammgrube