Der Herr ist mein Hirte, oder: Sesselpupser

Seit Jahren habe ich keinen Roman gelesen,
nur Sachliteratur.
Nun ist mir ein Buch in die Hände gefallen,
ein Roman:
„Das Lied des Hirten“.

So richtig weiß ich nicht,
was ich davon halten soll,
amerikanischer Kitsch
und doch…

… doch weiß ich,
dass die Wege des Hirten so sind,
dass wir dazu neigen,
„Zufall“ zu nennen,
was kein Zufall ist.

Szenenwechsel:
Das (Arbeits-)Leben fordert seinen Tribut.
1 Toter,
1 Schlaganfall
einer im Krankenhaus,

so lautet die nüchterne Krankenbilanz auf unserem Flur
die letzten 2 Wochen.
Alles „Sessel-Pupser“,
wie die höchst arroganten „produktiven“ Nicht-Sessel-Pupser-Kollegen
uns scheinbar nicht-produktiven Kollegen nennen.

Chef-Chefs sind nun hypersensibel und wollen mich und andere
Zwangs-in-den-Urlaub-schicken.
Nur: Mit Zwang bewirkt man – zumindest bei mir – das Gegenteil dessen,
was bewirkt werden will.
Man bewirkt zusätzlich Stress, anstatt weniger.
Das Arbeitsleben ist unbarmherzig.
Ich werde mich widersetzen.

Das Buch erzählt von solchen Unbarmherzigkeiten,
hinter denen doch eine höhere Barmherzigkeit steht.
Irritierend,
und doch tröstlich,
hinter allem Kitsch.

Der HERR ist mein Hirte,
mein Lieblingspsalm.
Ich glaube ich werde ihn brauchen.

Psalm 23

Betsy Duffey/Laurie Myers: Das Lied des Hirten. Gerth Medien.  München. 1.Aufl 2015

Schafe - Hirten

3 Kommentare zu „Der Herr ist mein Hirte, oder: Sesselpupser“

    1. Ich bin gar nicht gestresst gerade. Mich stresst höchstens der Aktionismus angesichts der Krankenstatistik und dass man versucht, mich zu bevormunden, alle über den gleichen Kamm schert, Symptome bekämpft und vor den Ursachen die Augen verschließt. Dagegen bin ich allergisch. Als ob ich nicht in der Lage wäre, meine Arbeit selbst einzuteilen und meinen Urlaub dann zu nehmen, wenn ich das für richtig halte. Ich habe fast das ganze Jahr auf September, Oktober hingearbeitet und jetzt lasse ich meine Leute nicht im Stich, wenn’s zählt, wie ein Kapitän, der das sinkende Schiff verlässt bzw. sich wie ein unmündiges Kind sich von Bord schicken lässt. Und wenn sie sich auf den Kopf stellen…

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