Lebenskunst

Denn er wird vollenden, was über mich bestimmt ist; und dergleichen ist vieles bei ihm.
Hiob 23,14

Was nützt es zu jammern,
wenn die Last einen erdrücken will?
Was nützt es sich gehenzulassen,
wenn die Müdigkeit in einem hochkriecht?
Was nützt es sich von Gott abzuwenden,
wenn die sieben schlechten Jahre an der Reihe sind?

Zum Leben gehört das Auf und das Ab und
zur Lebenskunst, beides klaglos geschehen zu lassen.

Entlastet

An jenem Tage, spricht Jehova der Herrscharen, wird der Pflock weichen, der eingeschlagen war an einem festen Orte, und er wird abgehauen werden und fallen; und die Last, die er trug, wird zu Grunde gehen; denn Jehova der Herrscharen hat geredet.
Jesaja 22,25

Gottes Ewigkeit ist nicht zu verorten.
Sie ist entlastet vom menschlichen Leben.

Versalzen

Es essen und fallen nieder alle Fetten der Erde; vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und der seine Seele nicht am Leben erhält.
Psalm 22,29

Wer denkt,
er könne sein Süppchen auf Kosten anderer kochen,
wird eines Tages feststellen, dass er sein Süppchen versalzen hat.

Gewalt

So spricht Jehova, der Gott Israels: Siehe, ich will die Kriegswaffen umwenden, die in eurer Hand sind, mit welchen ihr außerhalb der Mauer wider den König von Babel und wider die Chaldäer streitet, die euch belagern, und sie in diese Stadt hinein versammeln.
Jeremia 21,4

Angewandte Gewalt schlägt irgendwann zurück.

Fassaden

Wer ist der Mann, der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat?
5.Mose 20,5

An den Fassaden arbeiten wir fleißig,
hinter den Fassaden herrscht oft gähnende Leere.
Sie aufzufüllen, dauert ein Leben lang.

Sonne der Gerechtigkeit

Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen mit Heilung in ihren Flügeln.
Maleachi 4,2

Dazu fällt einem unweigerlich diese schöne Lied ein:

  1. Sonne der Gerechtigkeit,
    gehe auf zu unsrer Zeit;
    brich in deiner Kirche an,
    daß die Welt es sehen kann.
    Erbarm Dich, Herr!

  2. Weck die tote Christenheit
    aus dem Schlaf der Sicherheit,
    daß sie deine Stimme hört,
    sich zu deinem Worte kehrt.
    Erbarm Dich, Herr!

  3. Schaue die Zertrennung an,
    der sonst niemand wehren kann;
    sammle großer Menschenhirt,
    alles was sich hat verirrt.
    Erbarm Dich, Herr!

  4. Tu der Völker Türen auf;
    deines Himmelreiches Lauf
    hemme keine List noch Macht.
    Schaffe Licht in dunkler Nacht!
    Erbarm Dich, Herr!

  5. Gib den Boten Kraft und Mut,
    Glauben, Hoffnung, Liebesglut,
    und lass reiche Frucht aufgehn,
    wo sie unter Tränen sä’n.
    Erbarm Dich, Herr!

  6. Laß uns deine Herrlichkeit
    sehen auch in dieser Zeit
    und mit unsrer kleinen Kraft
    suchen, was den Frieden schafft.
    Erbarm Dich, Herr!

  7. Lass uns eins sein, Jesu Christ,
    wie du mit dem Vater bist,
    in dir bleiben allezeit,
    heute wie in Ewigkeit.
    Erbarm Dich, Herr!

(Autor: Christian David (1692-1751))

Unrecht erkennen

Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, und nicht steht auf dem Wege der Sünder, und nicht sitzt auf de Sitze der Spötter, sondern seine Lust hat am Gesetz Jehovas und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!
Psalm 1,1-2

Man mag auf dem Weg ins kollektive Unrecht
Täter, Mitläufer, Dulder oder Lästerer sein.
Der erste Schritt aus dem Unrecht besteht darin,
zu erkennen, wieso man im Unrecht ist.
Mit geschriebenen Recht hat das wenig zu tun.

Unschuld

Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl.
Psalm 139,14

Unserer Seele kann alles Menschsein nichts anhaben.
In ihrem Inneresten bewahrt sie ihren
unschuldigen göttlichen Kern.

Befreiung

Ich bin Jehova, euer Gott, der ich euch aus dem Lande Ägypten herausgeführt habe, um euer Gott zu sein; ich bin Jehova, euer Gott.
4.Mose 15,41

Gott befreit aus allerlei Gefangenschaften:
inneren und äußeren,
auferlegten und selbstgeschaffenen,
erkannten und unerkannten.

Grenzenlos

Wer ist, der da sprach, und es geschah, ohne dass der Herr es geboten?
Klagelieder 3,37

Ein Mensch kann nur begrenzt etwas bewirken,
Gottes Wille ist grenzenlos.

Buch mit sieben Siegeln

Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst darüber sinnen Tag und Nacht, auf dass du darauf achtest, zu tun nach allem, was drin geschrieben ist; denn alsdann wirst du auf deinem Wege Erfolg haben, und alsdann wird es dir gelingen.
Josua 1,8

Gott ist ein Buch mit sieben Siegeln.
Lesen können wir dieses Buch nicht,
aber wir können versuchen zu verstehen,
was er uns sagen will.
Er tut uns unseren Teil kund.

Ererbte Natur

Viele Hirten haben meinen Weinberg verderbt, mein Ackerstück zertreten; sie haben mein köstliches Ackerstück zur öden Wüste gemacht.
Jeremia 12,10

Wenn immer mehr Menschen das,
was wir von der Natur ererbt haben,
mit Füßen treten,
bleibt irgendwann nur noch eine öde Wüste.

Man sollte darauf achten,
dass man sich nicht auch noch
seine innere ererbte göttliche Natur zertrampeln lässt.
Jeder muss da für sich selbst der Wächter sein.

Krafttanken

Sieh an mein Elend und meine Mühsal, und vergib alle meine Sünden!
Psalm 25,18

Bei Gott ist Ausruhen,
bei Gott ist Krafttanken,
bei Gott ist Vergebung.

Geschenk

Darum ward dem Levi kein Teil noch Erbe mit seinen Brüdern; Jehova ist sein Erbteil, sowie Jehova, dein Gott, zu ihm geredet hat.
5.Mose 10,9

Gott kann man nicht kaufen,
noch verschenken.
Gott schenkt sich,
unabhängig von allem Materiellen.

Kollektives Versagen

Tief haben sie sich verderbt wie in den Tagen von Gibea. Er wird ihrer Ungerechtigkeit gedenken, er wird ihre Sünden heimsuchen.
Hosea 9,9

Wenn sich die geistige Haltung
in den unterschiedlichen sozialen Verbänden
in Richtung Verderbtheit und Verderben
gedreht hat,
lässt sich nicht mehr eindeutig zuordnen,
wo der Scheitelpunkt war,
der die Abwärtsspirale in Gang gesetzt hat,
wer welchen Beitrag dazu geleistet hat.
Am Ende ist es ein kollektives Verschulden
und kollektives Versagen.
Nur Gott kann es auseinander sortieren.

Kurzes Gedächtnis

Und die Kinder Israel gedachten nicht Jehovas, ihres Gottes, der sie errettet hatte aus der Hand aller Feinde ringsum.
Richter 8,34

Menschen haben ein kurzes Gedächtnis.
Wenn es ihnen schlecht geht,
jammern, bitten und betteln sie zu Gott,
sobald es ihnen wieder besser geht,
vergessen sie ihn.
Gott hingegen vergißt uns nicht.

Kleine Brötchen

Der Schlaf des Arbeiters ist süß, mag er wenig oder viel essen; aber der Überfluss des Reichen lässt ihn nicht schlafen.
Prediger 5,12

Diejenigen, die den Hals nicht voll kriegen,
müssen immer davor Angst haben,
dass ihnen ein großer Bissen im Hals stecken bleibt.
Wer kleine Brötchen bäckt,
hat diese Sorge nicht.

Pfeiler

Gedenke, dass mein Leben ein Hauch ist!
Hiob 7,7

Unser Leben schwindet dahin,
mal mit mehr,
mal mit weniger Mühsal.
In Erdenzeit sind wir nicht mal ein Hauch,
in Gotteszeit ein Pfeiler.
Unsere Bedeutung definiert sich vor Gott allein.

Behüte

Nicht wird der Gerechte sich fürchten vor böser Kunde; fest ist sein Herz, vertrauend auf Jehova.
Psalm 112,7

Das Leben läuft nicht immer rund.
Die bösen Überraschungen
bleiben nicht aus.
Selbst im Schweren,
ist Gott jeden Tag da,
hilft dir, dass das Schwere
nicht noch schwerer wird,
behütet dich vor weiterem Unheil,
das, wenn es schlecht läuft,
jederzeit zusätzlich hereinbrechen kann.
Und selbst dann ist Gott da.
Herr,
behüte vor weiteren Prüfungen,
behüte meine Wege,
wohin immer sie führen!