November ist
Rückzug,
Einkehr,
Ausruhen vom vergangenen Leben.
Als ich heute auf dem Nachhauseweg war,
war ich auf dem Rückzug
und wurde gestört. Weiterlesen „Novembergedanken“
November ist
Rückzug,
Einkehr,
Ausruhen vom vergangenen Leben.
Als ich heute auf dem Nachhauseweg war,
war ich auf dem Rückzug
und wurde gestört. Weiterlesen „Novembergedanken“
Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden.
5.Mose 6,6-7
Werde nicht müde, zu erzählen,
was in dein Herz geschrieben ist.
Jedes Wort, jeder Blick, jeder Gedanke zählt.
Der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre.
Jesaja 58,11
Beständig wird der HERR dich nähren,
er wird deine Seele aus seiner Quelle tränken,
er wird dich stärken, wenn dein Leib schwächelt,
er wird dich stark machen, wenn du schwach bist.
Er bereitet dir einen gedeckten Tisch,
du musst nur daran Platz nehmen.
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.
Jeremia 29,13-14
Und schon wieder ein ganz anderer Sinn in der Elberfelder Übersetzung:
Und ihr werdet mich suchen und finden, denn ihr werdet nach mir fragen mit eurem ganzen Herzen und ich werde mich von euch finden lassen.
Die Wenns und Abers:
Wenn ihr mich sucht, dann werde ich mich finden lassen.
Und was, wenn nicht?
Ihr werdet mich suchen und finden!
Bei Gott ist kein Wenn und Aber.
Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne.
Jesaja 47,13
In der Elberfelder Übersetzung steht mit anderem Sinn:
Du hast dich müde gemacht mit deinen Beratungen.
Himmelszerleger,
Sternendeuter,
Kohle bringender Hokuspokus,
alles probierst du aus Mensch,
auf der Suche nach dem vermeintlichen Glück,
hastet von einer Modeerscheinung zur nächsten,
deiner Müdigkeit nicht achtend.
Siehe, ich bin das Glück
Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner.
1.Samuel 2,2
Wahrheit, Klarheit, Reinheit
sind Werte,
die wir anstreben,
denen wir uns aber nur annähern können.
Gott allein ist heilig.
Der HERR sprach zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Wein und Öl die Fülle schicken, dass ihr genug daran haben sollt.
Joel 2,19
Macht Reichtum satt?
Stillt das Immer-Mehr
den Durst unserer Seele?
Vermögen unsere Scheinwelten,
unsere Armut zu überstrahlen?
Wann ist genug?
Psalm 23:
Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde,
du salbst mein Haupt mit Öl
und schenkst mir voll ein.
Das ist die Speise, die satt macht.
Erst wenn wir an diesem Tisch sitzen,
erleben wir Fülle.
Wenn er im Herbst über das Stoppelfeld geht,
sich schwer auf seinen Stab stützt,
mit liebevollem Blick auf seine Schafe sieht,
freut er sich auf den Winter.
Die Schafe sind im Stall,
er in der warmen Stube und
über diesem Gedanken vergisst er
seine im Stoppelfeld blutig gestochenen Füße.
Und das neue Leben keimt schon…
HERR, deine Augen, sind sie nicht auf Treue gerichtet?
Jeremia 5,3
Treue ist eine Herausforderung für Menschen.
Treue in einer Beziehung.
Körperlich wie sinnlich.
Schon wenn unsere Gedanken und Sinne abschweifen,
sind wir untreu.
Treue in der Not.
In der physischen wie psychischen.
Schon wenn wir anteilnahms- und tatenlos sind,
sind wir untreu.
Treue zu Gott.
In guten wie in schlechten Zeiten.
Schon wenn wir von seinem Wort abweichen,
sind wir untreu.
Gott ist treu.
Zu allen Zeiten und
am Ende unserer Zeit.
Es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.
1.Samuel 14,6
Hindernisse,
die sich vor uns auftürmen,
die viel oder wenig Aufmerksamkeit bedürfen,
überwindbar sind oder nicht,
wir stöhnen oder mit den Achseln zucken.
Für uns bedeutet Bewirken Anstrengung,
viel oder wenig,
Gott bewirkt ohne Anstrengung.
Eins mit sich selbst,
uns ins Reine mit dem Einen bringend.
Sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: »Auf und hilf uns!
Jeremia 2,27
Geschäftig ist die Welt,
der Mensch, in dem,
was er Leben nennt.
Selbstsicher ist Mensch.
Sich selbst in Frage stellen?
Ego einen Gang zurücknehmen?
Und dann die Not,
in die wir uns selbst hineingeritten haben.
Gott hilf!
Sie kehren mir den Rücken zu,
in der Not aber sprechen sie:
Auf, hilf uns, Gott!
Rosmarin,
Tau des Meeres,
von niemand beachtet,
stehst du achtlos am Straßenrand.
Jedesmal,
wenn ich an dir vorbeigehe,
verlangsame ich meinen Schritt,
bleibe stehen,
streich dir über deine Blätter,
von denen man nicht weiß,
ob es Nadeln sind oder
ob du dich nur zusammengerollt hast,
zum eigenen Schutz,
um nicht zu viel Angriffsfläche zu bieten,
der Sonne, dem Wind, dem Gift,
das dir die Luft zum Atmen nimmt.
Embryohaltung.
Du musst auch in der Knappheit überleben.
Einerseits üppig,
andererseits karg.
Noch eine Nase voll Duft,
dann geh ich weiter.
Bis demnächst,
mein einsamer Kämpfer.
Meine Hochachtung hast du.
Den Tag zu leben, wie er kommt.
Den Tag zu nehmen, welches Gesicht er auch hat.
Dem Tag keine Bedeutung geben, welche sich auch aufdrängt.
Keine gute, keine schlechte.
So lebt es sich Tag um Tag,
den ganzen Tag voller Energie,
ganz im Tag,
ohne Zeit, abzuschweifen vom Gerade,
Energie zu verschwenden mit dem Rück- und Vorausblick,
das Gerade immer erst entdeckend,
wenn es da ist,
konzentriert im Augenblick,
nichts beachtend außer ihn,
wenn man aus dem Gleichgewicht zu kippen droht,
sich besinnend:
Dem Tag keine Bedeutung geben,
keine gute, keine schlechte.
Sowohl die gute als auch die schlechte
zeigt sich im nächsten Augenblick schon verändert.
Nichts ist wichtig am Tag,
nichts ist vergänglicher als der Tag,
außer, dass er ein weiter Schritt Richtung Ewigkeit ist.
Wie ein Blatt im Wind.
Blatt im Wind
Volle und leere Eimer,
solange man einen in der Hand hat,
gilt es zu schöpfen,
läuft man hin und her,
dem nicht Tragenden nachlaufend.
Eimer manchmal gefüllt mit Segen,
Eimer manchmal gefüllt mit Leere,
Eimer einmal leicht und einmal schwer,
wir, wie Hase und Igel hin und her rennend,
zwischen Quelle und dem zu Tränkenden,
willig, aber erschöpft
vom Hin und vom Her.
Wieso tragen wir Eimer?
Es gibt keine Eimer,
wir machen die Eimer,
wollen den Henkel nicht loslassen,
weil wir denken,
wenn wir loslassen,
verlieren wir uns.
Wenn wir aber den Eimer loslassen,
der Eimer verschwindet,
gibt es kein Hin und Her,
keine Last,
kein Gewicht,
kein Gerenne mehr.
Das Gefäß sind wir selbst,
wir brauchen keine Eimer,
der Segen kommt aus mir
und fließt in den,
der dazu bereit und bereitet ist.
Wenn nicht,
braucht uns das nicht zu (be)kümmern,
darum kümmert sich ein anderer.
Ohne Eimer läuft sich ganz ohne Gewicht,
man braucht nicht mehr schöpfen,
man ist geschöpft,
voll mit Fülle,
voll mit Segen.
Frucht bringen
Lieber Luther,
die Frau war tot, gemartert von ihrem Mann und von fremden Männern. Wie ist die Bibelstelle,über die ich gestern geschrieben habe (Richter 19, 1-30), zu verstehen? War es ein sinnloser Tod, den die Frau gestorben ist, oder war es überhaupt der Tod einer Person? Wer ist hier gestorben und worin bestehen die Parallelen zur Weihnachtsgeschichte, zu der Lukasgeschichte von der Geburt Jesu in Bethlehem?
Der Mann, um den es in der Geschichte geht, ist fremd auch dort, wo er wohnt. „Fremdling“ ist ein Wort, das häufig auftaucht in der Bibel. Es ist das Bild für den Suchenden, der dulden und erdulden muss. Aber gerade der Fremdling findet in der Fremde Gott, im Dulden und Erdulden, davon erzählen viele Geschichten der Bibel. Viel dulden und erdulden müssen die Menschen, in dieser Bethlehem-Geschichte. Sie sind auf einer Reise, die sich anders gestaltet, als sie sich das gedacht haben. Gott lässt sich auf dieser Reise anders finden, als gedacht. Wir können aus der Geschichte lernen, wo das wahre Bethlehem liegt, das wahre Bethlehem auch auf unserer Lebensreise.
Zunächst ist da die Frau. Schon ihre Bezeichnung als „Kebsweib“ bedeutete eine Herabwürdigung. Sie ist als Nebenfrau eine Frau zweiter Klasse, im Rang niedriger als die Hauptfrau. Sie ist geduldet und muss erdulden. Das Zusammenleben und die Eifersüchteleien sind groß. Die Dreiecksgeschichte von Abraham, Sara und Hagar zeigen es. Beide sind jedoch in jeder Beziehung abhängig von ihrem Mann, dem Oberhaupt des Hauses. Ihm müssen sie sich in allem fügen.
Die Geschichte der Frau ist insofern erstaunlich, als sie dem Mann davongelaufen zu sein scheint. Das zeugt entweder von großem Leidensdruck – vielleicht ist sie geschlagen worden, jedenfalls misshandelt, sonst wäre sie nicht geflohen. Ein Kebsweib, dem der Mann abhanden kam, war so gut wie eine Hure, sozial die unterste Schicht. Und doch waren gerade diese Frauen die Heldinnen der Bibel: Sie hatten nichts mehr zu lassen, hatten nur noch ihren Überlebenswillen, ihren Glauben, nur noch Gott und sich selbst. Das hat sie von allen Konventionen befreit und stark gemacht. Die Frau hat es gewagt, der Gewalt zu entfliehen.
Wieso reist ihr der Mann nach vier Monaten nach? Lieber Luther, du schreibst, er wollte freundlich mit ihr reden, andere übersetzen, er wollte mit ihrem Herzen reden. Wollte er gut Wetter machen? Bei einem Kebsweib? Auch das ist ungewöhnlich. Mit sich hatte der Mann einen Jungen. Du übersetzt: einen Knaben, andere übersetzen Knecht. Vielleicht ist auch beides richtig: Kinder von Kebsweibern waren in der Regel Knechte der Kinder der Herren. Wollte der Mann das Kind als Druckmittel nehmen, mit dem Kind das Herz der Frau rühren, so dass sie wieder zu ihm zurückkehrt? Von einem Kebsweib verlassen zu werden, war sicher ehrabschneidend und eine Ungeheuerlichkeit. Wenn, dann wurde das Kebsweib verlassen, in die Wüste geschickt, so wie es Abraham mit Hagar und seinem eigenen Kind tat. Aber nicht umgekehrt.
Der Mann wollte mit der Frau sprechen, die hat ihn ABER zu seinem Vater geführt. Wohl, um ihren Status zu verbessern: Lass dein Herz guter Dinge sein. Der Vater nötigt den Mann zu bleiben und weiterhin mit ihm zu Essen und zu zechen. So gestalteten sich in der Regel Verheiratungsverhandlungen. Was er ihm wohl abhandeln wollte? Einerseits ist er über die Anwesenheit des quasi Schwiegersohnes hoch erfreut. Es ist auch ehrabschneidend eine Tochter zu haben, die Kebsweib ist, noch schlimmer, wenn sie dem Mann davonläuft und auch noch ihr Kind verlässt. Schlimmer konnte es für einen Vater zu damaliger Zeit kaum kommen. Andererseits weiß er, dass seine Tochter nicht umsonst geflohen ist. Er will es so lange wie möglich hinausschieben, seine Tochter wieder dem Fremdling auszuliefern. Kann das gutgehen? Lass dein Herz guter Dinge sein.
Wie wir bereits wissen, ist es nicht gutgegangen. Im Weiteren dieser Geschichte begegnen uns die Zutaten der Weihnachtsgeschichte in der Lukasversion. Eine unverheiratete Frau aus Bethlehem mit einem Kind und ein Mann, der in einem schwierigen Verhältnis zu ihr steht. Er macht sich mit der Frau, dem Knaben und zwei Eseln auf den Weg. Sie suchen für die Nacht eine Herberge, aber finden keine. Obwohl sie sich selbst verpflegen können, will die Fremden keiner aufnehmen. Sie müssten auf der Straße nächtigen, begegnete ihnen nicht schließlich doch noch ein barmherziger Mann, der ihnen eine Bleibe für die Nacht anbietet.
Hat Lukas an diese Geschichte gedacht, als er Maria und Joseph in Bethlehem eine Herberge suchen ließ? Bethlehem war für sie wie für das namenlose Paar die Stadt Gibea, an sich eine Stadt, die bei der Landnahme den Leviten zugesprochen wurde. Die Stadt lag im Land der Benjaminiter. Ein Levit, wie der Mann, konnte sich hier eigentlich sicher fühlen, eigentlich. Er hat sich bekanntlich geirrt.
Das Scenario bei der Herbergssuche bei Lukas war vergleichbar: Es gab eine Frau, die mit ihrem Kind zwischen allen Stühlen saß, ein Mann, der sie dann doch zu sich nahm, eine Stadt, die beherrscht wurde von den Römern und ihren einheimischen Erfüllungsgehilfen. Gewalt und Terror auf den Straßen. Der „böse Bube“ ist bei Lukas nicht der Pöbel, sondern Herodes, der nicht dem Mann, sondern dem Kind an den Kragen will. Die Parallelen sind unübersehbar.
Damit sind wir bei der Kernfrage von beiden Geschichten: Was ist ein Fremder, wo sind wir Fremde, wo werden wir wie Fremde behandelt? Bei den Fremden oder bei den Brüdern? Es geht um fehlende Nächstenliebe und es geht um Flucht. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Fehlende Nächstenliebe führt zur Flucht, zur Trennung, zur Selbstzerfleischung. Die tote zerstückte Frau, das Jesuskind auf der Flucht vor dem Terror, der tote Jesus stehen in einer Reihe. Jesus wusste, wieso er dem Gebot der Nächstenliebe so einen hohen Rang eingeräumt hat. Seine Botschaft war: eine feste sichere Stadt findet ihr nur bei Gott. Dort ist das Haus des HERRN, dort müsst ihr es suchen, nicht unter Menschen.
Die zerstückelte Frau ist ein drastisches Bild hierfür, eine Geschichte, die einen mit Bedacht in ihrer Brutalität bis in die Grundfesten erschrecken lassen soll. Sie mahnt zur Umkehr: Die Nachkommen Jakob Israels, Brüder, schänden und ermorden einander gegenseitig, so wie es auch die Nachfolger Jesu bis auf den heutigen Tag tun. Ihr zerlegt euch gegenseitig mit Haut und Knochen, treibt einen Keil durch euch selbst. Das meint, wenn der Mann die Frau in 12 Stücke zerlegt und an die Grenzen Israels schickt. Die Frau symbolisiert die Tochter Zion, die von den Ihren zerlegt wird, der Körper der Kinder Israel, die Nachkommenschaft der Kinder Jakobs, die sich gegenseitig zerstört und zu Tode martert. Deshalb sind auch alle Beteiligten namenlos. Die Botschaft ist universell bis auf den heutigen Tag.
Lieber Luther, als der Morgen rot anbrach, ließen sie die Frau. Sie schleppte sich zur Tür , legte ihre Hand auf die Schwelle, bis es licht war. Das ist die Heilsbotschaft dieser Geschichte. Jesus ist zu ihr gekommen, der Retter. Ich bin die Tür, sagt Jesus, ihr kommt nur über die Schwelle durch mich. Die Frau hat die Hand an die Schwelle gelegt und: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude – in all ihrem Leid.
Diese Geschichte ist nicht leicht zu erzählen. Hat Lukas deshalb eine Kindergartengeschichte daraus gemacht? Eine, in der man träumen kann, in der man einem Kinderglauben nachhängen kann? Den Blick weglenken kann von der rauhen Wirklichkeit auf ein unschuldiges Kind in der Krippe? Jesus ist wie diese Frau gestorben, vom Pöbel zu Tode gemartert. Er liegt, wie mit der Frau, mit vielen Menschen vor unseren Füßen und wir stolpern über ihn. Wir sind oft wie dieser Mann, als er sich mit Unschuldsmiene davonschleichen will, als sei nichts passiert. Gott hat ihn über sein Unrecht stolpern lassen. Er hat es mit eigenen Augen gesehen. Wir sehen unser Unrecht mit eigenen Augen. Und dann stehen wir vor der Krippe und singen frohe Lieder. Wie scheinheilig ist das.
Es ist Zeit, lieber Luther, die Krippe wegzuräumen. Sie ist eine schöne Mär und nichts als Jesusromantik. Es ist Zeit, erwachsen zu werden im Glauben. Zeit, Jesus in den Menschen, die auf dem Boden liegen, zu suchen. Dort ist die Krippe. Kindergartenglauben ist heute nur noch schwer zu vermitteln. Wir sind mit dem Mann, immer noch Fremdlinge, Suchende, Heimatlose, die zum Hause des HERRN ziehen. Wir sollten uns dringend auf den Weg machen.
Herzliche Grüße
Deborrah