Lebenslügen

Lebenslügen sind wie ein Luftballon,
aus dem langsam aber sicher
die Luft entweicht,
solange niemand mit einer Nadel hineinsticht und
sie mit lautem Knall platzen.

In Lebenslügen kann man sich hineinträumen,
kann sie eine Weile konservieren,
aber, je länger sie andauern,
desto schwieriger wird es,
sie aufrechtzuerhalten.
Der Tag kommt,
an dem sie als Lüge entlarvt sind.

Lebenslügen lasten schwer auf einem.
Man wacht jeden Tag mit ihnen auf und
geht mit ihnen ins Bett.
Sie verursachen Albträume.
Sie sind ein Gespenst,
das einen begleitet,
grau und ohne schönen Schein.
Man muss ihnen Tribut zollen,
damit sie den Blick auf den Alltag
nicht allzu schonungslos freigeben und
sich ein Abgrund auftut,
in den man schwindelnd fällt.

Lebenslügen sind gnadenlos.
Irgendwann kann man sie nicht mehr bestechen,
muss sich in die Bankrotterklärung fügen.
Manche haben schon ein paar Bankrotterklärungen hinter sich,
und trotzdem stolpern sie in die nächste Lebenslüge,
tauschen die eine Lebenslüge gegen die andere ein.
Irgendwann enden sie auf der Straße.
Aus-Lebens-gelogen,
auf dem harten Asphalt der Wahrheit angekommen,

zum ersten Mal ehrlich.

Licht in der Dunkelheit

 Vollmond

Veröffentlicht von

Deborrah

Spirituelle Pilgerreise zu mir selbst; Auseinandersetzung mit Kirche, Religion, Glaube, Gott, Bibel; Meditatives; Impulse zu den Herrnhuter Losungen / Tageslosungen; Lieber Luther Predigten

3 Gedanken zu „Lebenslügen“

  1. du meinst, es wär noch Hoffnung?
    die hartgesottenen Lebens-Lüger, die mir begegnet sind, musste ich alle irgendwann aufgeben
    das Licht, das ich manchmal sah, machte es nur noch schlimmer, denn dann dachte ich ja wieder…
    das haben die aber nur durch schimmern lassen, damit ich wieder denk… so lange bis es hieß: er oder ich – ab einem gewissen Punkt zieht es dich dann dermaßen mit runter, da rennst du nur noch um dein Leben

    das ist MEINE Erfahrung – wenn es Hoffnungs-Fälle gibt, dann freut mich das

    Gefällt 2 Personen

  2. Es geht gar nicht um mich oder Hoffnung oder keine Hoffnung. Das spielt hier gar keine Rolle. Es geht darum, wieviel Leid diese Lebenslügner erfahren müssen, bis sie zur inneren und äußeren Ehrlichkeit finden. Mich schmerzt all das Leid, das sie erfahren müsssen, ich sehe es und spüre es. Dem habe ich hier Ausdruck verliehen.

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