wie du sicher bemerkt hast, befasse ich mich verstärkt mit der Weisheitsliteratur der Bibel, mit den Sprüchen und Psalmen. Beides sind Schatztruhen für den Glauben. Die Inhalte können auch heute noch bestehen, sofern man sich nicht von kirchlichen Dogmen in seinem Blickfeld begrenzen lässt. So will ich dieses Jahr schauen, wohin mich diese Weisheitsliteratur führt, das ein oder andere mit dir teilen. Womit ich mich sicher nicht befasse, sind die Predigttexte für dieses Kirchenjahr. Episteln. Jede Woche lese ich und versuche, etwas aus ihnen herauszuziehen, was nicht Dogma ist, aber es gelingt nicht. So lasse ich diese Texte links liegen, ich brauche mich nicht selbstkasteien.
Habe heute den Weihnachtsbaum abgeschmückt.
Entblößt steht er in seiner welkenden Pracht.
Mein Freund, du leidest, du stirbst,
für uns, für unsere Freude.
In den vielen Jahren vorher,
hatte ich eine sehr
liebevolle Beziehung zu dir,
stundenlang geschmückt,
wie verzaubert auf dich geblickt,
mit deinem langsamen Tod gelitten.
Es will kein Weihnachtszauber mehr in mir aufkommen,
ich denke, vergangen für immer,
zu weit vorangeschritten,
zu viel erkannt,
Entzauberung.
Du bist ein heidnisches Symbol,
von Christen, wie so viele heidnische Symbole,
vereinnahmt,
Abwerbung.
Emotions-Opium für die Massen,
seit jeher,
als Werbemaßnahme 1419
von geschäftstüchtigen
Bäckern im Breisgau wieder entdeckt.
Im Nachhinein:
Geniale Werbestrategie.
Hat sich gehalten bis jetzt.
Die Kirchen haben sich
auf den fahrenden Zug gesetzt.
Mein vergangener Freund,
ich fürchte,
unsere Beziehung
ist zerrüttet
auf ewig.
Jedoch:
Weihnachten ist – eigentlich – längst vergessen,
ein Tag zum Gedächtnis von Adam und Eva,
zum Gedächtnis an Gott,
zum Gedächtnis, dass Gott uns geboren hat,
dass er mit uns den Baum des Lebens gepflanzt hat.
Vielleicht lässt sich auf der Basis,
ja unser Verhältnis wieder kitten.
Mein Freund, du Weihnachtsbaum,
bist tot,
für dieses Jahr.
Ich hoffe,
ich finde dich eines Tages wieder,
ich habe dich sehr geliebt.
Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.
Psalm 37,4
Die Tiefe unseres Herzens
durchschauen wir oft nicht.
Gott schaut in jedes Herz,
er erkennt, nach was es schreit,
auch wenn wir es nicht erkennen,
und füllt es auf mit dem,
was es braucht.
Lesefrüchte. Was nur wenige wissen oder in Vergessenheit geraten ist: Nicht nur die katholische Kirche, auch die evangelische Kirche entzieht Professoren die Lehrerlaubnis, wenn sie wagen, an ihren Dogmen zu rütteln.
So geschehen Gerd Lüdemann, weil er sich folgenden evangelischen Kirchen-Verbrechens schuldig gemacht hat:
Er hat gesagt, was wissenschaftlich erwiesen ist: dass viele der Jesus zugeschriebenen Worte und Wunder nicht von ihm stammen
Jesus sei nicht von den Toten auferstanden
Das ist auch heute noch Ketzerei für beiderlei Kirchen, die mit Berufsverbot belegt wird. Der Betreffende wird „entfernt“ von der theologischen Fakultät, wie eine lästige Schmeißfliege.
In nahezu 2000 Jahren hat sich an der Borniertheit von Kirche nichts geändert, hier konkret der evangelischen Kirchen in Niedersachsen. Eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Weltanschauungsbetrieb evangelische Kirche scheiterte 2005 und auch eine Klage vor dem Verfassungsgericht 2008 am „Selbstbestimmungsrecht“ der betroffenen Religionsgemeinschaft. In den Kirchen gelten nach wie vor eigen gesetzte Gesetze und wer nicht pariert, ist jagdfrei. So wird diszipliniert. Seit 2000 Jahren. Einfach die materielle Lebensgrundlage entziehen. Das schreckt viele ab.
Und diese Kirchen wollen mir etwas vom rechten Glauben erzählen? Von Nächstenliebe? Märchenstunde! Das Trallala ist für die dummen Kunden.
Es geht rein um Kirche, Religion, Alleinstellungsmerkmale – seien sie noch so absurd – und um Kirchenmacht, nicht um Glauben.
Ich will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun.
Hesekiel 11,19.20
Gottes Ordnung ist eine Ordnung,
die höher ist, als alles Verstehen,
die nicht ordnet,
wie Menschen ordnen.
Verstehen kann man,
was er für einen ordnet,
wenn man sein Herz
von Gott anrühren lässt
und nicht verwehrt,
was er eingibt,
weil man nicht folgen mag.
Der HERR ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not.
Psalm 9,10
Notzeiten sind Tod-Zeiten.
Es gibt viele Tode,
die man sterben kann,
den physischen Tod,
den innerlichen Tod,
den Liebestod,
den Tod durch Auszehrung,
den Tod durch Verrat,
den Tod durch fremde Einwirkung,
den Selbst – Tod.
Bei Gott ist Schutz, Heil und Rettung,
er bewahrt vor jeglichem Tod,
was immer unsere Not.