Körperschaftlich praktizierte Nächstenliebe

Lieber Luther,

nicht dass du meinst, ich habe vergessen, dass heute Reformationstag ist. Fast nirgends findet man einen Hinweis darauf. Auch die Kirchen übergehen diesen Tag mittlerweile sanglos. Aus Ärger darüber habe ich genau heute vor 3 Jahren meinen Briefwechsel mit dir angefangen. Was würdest du wohl zu dem heutigen Zustand der Kirchen sagen? Bei uns im Landkreis, so berichtet die örtliche Zeitung, haben sie sich zu einem „Krisengipfel“ getroffen, weil immer mehr Menschen die Kirche verlassen. Und was haben die Kirchenfunktionäre, „die höchsten Geistlichen der Region“, 2 evangelische und 1 katholischer Vertreter, dazu zu sagen? Die Antworten sprechen Bände. Körperschaftlich praktizierte Nächstenliebe weiterlesen

Achterbahn der Emotionen

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, den der HERR tut dir Gutes.
Die Betonung liegt auf dem „Wieder“.
Der Mensch in seinem unbeständigen Auf und Ab
ist ein Gefangener seiner Emotionen,
die mit uns Achterbahn fahren,
in schneller Bewegung,
wir immer Halt suchend.

Luthers Bibelverständnis – Kirchenpolitik als Hidden Agenda

Lieber Luther,

ich habe mich ja schon in meinem letzten Brief mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Bibel das offenbarte Wort Gottes ist und dies negativ beantwortet. Trotzdem hat es mich beschäftigt, wie all die Missverständnisse zustande gekommen sind, wieso man ein so verdrehtes Bibelverständnis überhaupt haben kann und wieso Menschen im 21.Jahrhundert noch behaupten und lehren, die Bibel sei Gottes Wort, stellvertretend durch den Heiligen Geist in „die“ Bibel geschrieben. Es gibt die Schreiber der Texte, den Text an sich, die Leser oder Hörer, aber auch die Lehrer, die ihre Schäfchen lehren, wie man Gott und die Bibel insbesondere zu lesen und zu verstehen hat. Das Übel beginnt an der Wurzel. Darin liegt die Krux und damit will ich mich heute beschäftigen. Luthers Bibelverständnis – Kirchenpolitik als Hidden Agenda weiterlesen

Gottes Hand

Der HERR, unser Gott, verlasse uns nicht und ziehe die Hand nicht ab von uns.
1.Könige 8,57

Ohne Gottes Hand sind wir haltlos.

O Gott,
halte mich an deiner leitenden Hand,
berge mich in deiner schützenden Hand,
ziehe mich zu dir mit deiner rettenden Hand.
Amen.

Misstrauen

Misstrauen ist wie Giersch. Hast du einmal eine Pflanze in deinem Garten, bekommst du sie nicht mehr los.

deborrah's

Bisher ist mir nur etwas zu „Vertrauen“ eingefallen.Schwieriger wird es beim Miß-Trauen, der anderen Seite der Medaille.

Es ist wie Giersch. Hast du einmal eine Pflanze in deinem Garten, bekommst du sie nicht mehr los. Sie vermehrt sich. Du findest Möglichkeiten, sie nützlich einzusetzen. Dem sind aber Grenzen gesetzt. Immer wieder wächst der Giersch neu und bildet Ableger. Irgendwann kommst du nicht mehr mit, du kannst ihn nicht mehr nützlich verarbeiten. Also versucht du ihn auszutilgen, reißt in aus. Wie sehr du dich auch anstrengst, es bleibt ein winziges Würzelchen, das wieder austreibt und neue Pflanzen und Ableger hervorbringt.

So ist es auch mit dem Miß-Trauen.

Wenn es einmal in dich gepflanzt ist, bringst du es nicht mehr los. Eine Begebenheit reicht – und schon ist es wieder da. Entgegen allen Wünschen und Selbsterziehungsversuchen. Es kriecht in dir hoch und überwuchert alles andere. Es erinnert an deinen Erfahrungsschatz. Es ist…

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Inneres Wort

So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne.
Jeremia 9,22-23

Wer sich rühmen will,
der rühme sich:

Einsicht zu haben
und mich zu erkennen.

Erkennen,
am inneren Wort.

Passt wieder einmal:
Äußeres und inneres Wort

Inneres und äußeres Wort

Hermeneutische Überlegungen zum Bibel- und Gottesverständnis.

Das äußere Wort ist nur der Teil des Gedachten, der den Weg in die Buchstaben gefunden hat. Es reflektiert niemals alles Gedachte, sondern enthält nur Fragmente des Verstandenen dessen, der spricht oder einen Text schreibt.

Der Verstehensprozess ist eine unendliche Aufgabe, da jedes Ding oder jeder Sachverhalt sich kontinuierlich in seinem äußeren und inneren Wesen verändert, so wie der Verstehende sich selbst kontinuierlich verändert.

Die Suche nach Verständnis ist der fortdauernde Versuch, ein Ding, einen Sachverhalt, zu Ende zu denken. Das augenblickliche Verstehen ist nur der Etappensieg zu einem ganz bestimmten Augenblick (nach Gadamer).

Sowohl der Schreiber als auch der Leser eines Textes unterliegen einem sich fortlaufend entwickelnden Verstehensprozess. Jeder Schreiber und Leser ist darin einzigartig.

Die Texte, die in der Bibel zusammengefasst sind, sind der Ausfluss eines Verstehensprozesses der jeweiligen Schreiber und stellen nur einen Teil deren Verstehens dar.

Der Leser unterliegt beim Lesen dem eigenen Verstehensprozess. Wie jeder einen Bibeltext zu einem bestimmten Zeitpunkt versteht, definiert sich aus dem augenblicklichen Status seines individuellen Verstehensprozesses.

Was jeder aus einem Bibeltext versteht, ist gespeist aus der individuellen inneren Verstehensquelle.

Die innere Verstehensquelle ist das „innere Wort“, gesprochen mit dem „Mund des Herzens“. Es ist ohne jeden Laut und hat ihren Ursprung in unserer untrennbaren Beziehung zu Gott:

Das Wort, das draußen erklingt, ist Zeichen des Wortes, das drinnen leuchtet (Augustinus).

Buchempfehlung zur Geschichte der Hermeneutik, ein wissenschaftliches Buch, aber trotzdem eingängig zu lesen: Karen Joisten: Philosophische Hermeneutik. Akademie Verlag. Berlin 2009.

Inneres Wort
Inneres Wort

An einem fernen Tage

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.
Jeremia 31,31

An jenem fernen Tage,
wenn wir den Bund des Lebens mit Gott schließen,
wird sein Wort in unser Herz geschrieben sein.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

HERR, so vergib nun die Missetat dieses Volks nach deiner großen Barmherzigkeit.
4.Mose 14,19

Der Mensch kann gegen Gott nichts ausrichten,
Gott ist für ihn nicht antastbar.

Was der Mensch verbricht,
verbricht er gegen die Menschlichkeit,
gegen Gottes Schöpfung.

Gott ist langsam zum Zorn
und groß an Güte,
er vergibt Ungerechtigkeit und Übertretung,
aber er hält keineswegs für schuldlos den Schuldigen.

(4.Mose 14, 18)