Warten

Lass uns, HERR, deine Gnade sehen, und gewähre uns dein Heil!
Psalm 85,8

Lieber Gott,
fülle mich ganz aus mit dir,
so dass ich zu dir werde!
Gib mir die Geduld,
zu warten, bis der Augenblick
da sein wird,
auch wenn ich warten muss,
bis ich zu dir heimkehre.

Geduld

Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da erfülle ich das gute Wort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda geredet habe.
Jeremia 33,14

Wir denken immer,
alles müsse sofort sein,
verkennend, dass wir Zeit brauchen,
um uns zu entwickeln.
Gott hat Geduld zu warten,
bis wir bereit sind.

Früchtchen

Alle deine Festungen sind Feigenbäume mit Frühfeigen: Wenn sie geschüttelt werden, fallen sie dem Esser in den Mund.
Nahum 3,12

Manches sieht von weitem verlockend aus, fruchtbringend.
Aber bei genauem Hinsehen erkennt man,
dass der Baum nicht veredelt ist,
die vermeintlichen Früchte sich am Ende
als Früchtchen herausstellen,
als unreife Zitronen,
die uns das Leben versauern.

Gute Frucht braucht Zeit zum Reifen
und wir Geduld, sie reifen zu lassen.

Elterliche Liebe

Der König sagte: Der Junge, mein Absalom, ist doch hoffentlich unversehrt?
2.Samuel 18,29

Kinder bleiben Kinder,
was immer sie anstellen,
was immer sie gegen den Willen der Eltern tun,
oder sie sich gar, wie Absalom,  offen oder verdeckt
gegen die Eltern oder einen Elternteil stellen.

Die elterliche Liebe erträgt alles, ist geduldig und treu,
versucht einzuwirken und gibt das Kind nie auf.

Von David können wir es lernen.
Er hat nicht aufgehört, Absalom zu lieben,
obwohl das keiner mehr verstanden hat.

Von Gott können wir es lernen.
Er gibt uns nie auf, steht treu zu uns,
auch wenn es mit unserer Treue hapert.

Wir sollten uns daran erinnern,
wenn unsere Treue auf die Probe gestellt wird
und uns an unsere Grenzen bringt.

Zimtsterne

Heute 8 Stunden Zimtsterne gebacken.
Habe ich schon viele Jahre nicht mehr gemacht.
Keine Zeit.
Zimtsterne backen ist eine Geduldsprobe.

Mandeln zu fein gemahlen,
fertig gekauft,
Teig zu weich,
wie ist das nur zu retten?
Habe ich gleich befürchtet,
aber die Bequemlichkeit…
Dinkelkleie untergemischt,
obwohl das an sich gar nicht rein kommt,
reichte aber nicht und zu viel wollte ich auch nicht untermischen,
sind ja schließlich Zimtsterne.
Ok, dann doch Küchenmaschine aus dem Keller holen,
das einzige Päckchen Mandeln mahlen.
Nun ja, muss gehen.
Gottseidank hatte ich neue Backmatten gekauft,
das erleichtert den Kampf mit dem Kleb.
Ich steche aus, mein Mann glaciert.
Die Arbeitsteilung hatten wir schon vor 38 Jahren.
Geduldig bestreicht er jeden einzelnen Stern mit dem Messer,
das ist der Teil, für den ich kein Talent und keine Ruhe habe.
Eine Neuerung habe ich eingeführt:
kleine Sterne sollen es sein, nicht die großen,
die ich von zu Hause kannte und die wir früher gemacht haben.
Das Rezept stammt von meiner Großmutter.
Ohne Zimtsterne war für meinen Vater kein Weihnachten.
Allerdings hatte die Sache einen Nachteil:
Aus 45 großen Zimtsternen nach Rezept,
wurden über 100 kleine –
das sorgfältige Bestreichen dauert,
und dauert,
und dauert.
Außerdem hatte ich nur eine Packung
(Vollkorn-) Obladen gekauft.
Was nun?
Mal bei den Nachbarinnen fragen,
ob sie zufällig …
Aber keine war zu Hause.
Not macht erfinderisch.
Nach Beratschlagung wurde
folgender Workaround gefunden:
Wurstpappe in passende Größe schneiden,
so dass man den Stern gut zum Bestreichen
in die Hand nehmen konnte und
Backpapier ebenfalls in passende Quadrate
geschnitten damit der Stern
nicht an die Wurstpappe pappt.
Einen Probestern backen – passt!
So vergeht Stund um Stund…
Sohnemann wundert sich,
als er nach Stunden wieder eintrifft,
dass wir immer noch am Zimtsternbacken sind.
Zwischendurch habe ich noch 2 Bleche
Vanillekipferl gebacken,
auch nach altem Rezept von zu Hause.
Der Guss wird langsam dick.
Mein Mann verdünnt probeweise
– gegen meinen Rat – mit Zitrone.
Natürlich wird das nichts,
der Belag bricht und wir grisselig,
deshalb muss er sich weiter mit dem
inzwischen sehr zähen Guss abmühen.
Nach 8 Stunden ist es endlich geschafft,
die Keksdose ist voll,
der Fisch wartet schon,
er will auch ins Rohr,
musste sich gedulden,
wie ich auch…

 Zimtsterne

Geduld

Mein Knecht, der Gerechte, wird den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.
Jesaja 53,11

Ich ziehe die Elberfelder Übersetzung vor:

Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, und ihre Missetaten wird er auf sich laden.

Dulden erfordert Großzügigkeit,
erdulden Demut,
sich gedulden Ausdauer.

Selbstverantwortung

Der Tag des HERRN ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen? Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen!
Joel 2,11-12

Die Verse oben sind nur teilweise wiedergegeben. Nicht verzerrt heißen sie nach Elberfelder Übersetzung:

Und Jahwe lässt vor seinem Heere her seine Stimme erschallen, denn sein Heerlager ist sehr groß, denn der Vollstrecker seines Wortes ist mächtig; denn groß ist der Tag Jahwes und sehr furchtbar, und wer kann ihn ertragen? Aber auch jetzt noch, spricht Jahwe, kehret um zu mir mit eurem ganzen Herzen, und mit Fasten und mit Weinen und mit Klagen.

Wir haben die Tendenz,
die Dinge
zu verkürzen,
zu vereinfachen,
uns schönzureden,
wo es uns nicht passt.

Gottes Geduld mit uns ist groß,
Umkehr ist bis zur letzten Sekunde möglich,
aber sie muss ehrlich sein.
Und wer nicht umkehren will,
kann es lassen.

Was es letzten Endes bedeutet,
können wir nicht wirklich übersehen.
Nur eines sollten wir wissen:

Die Verantwortung für sein Handeln
hat jeder selbst,
wir können sie vor Gott keinem
anderen mehr zuschieben.

Wir müssen die Antwort Gott selbst geben.
Die Verantwortung für uns selbst
geht über den körperlichen Tod hinaus.
Selbst-ver-antwortung.