Krummer Rücken

Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. Aber du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.
Psalm 3,3-4

In der Elberfelder Übersetzung heißen die beiden Verse:

Viele sagen von meiner Seele: Es ist keine Rettung für ihn bei Gott! (Sela.). Du aber, Jahwe, bist ein Schild um mich her, meine Herrlichkeit, und der mein Haupt emporhebt.

Der Rücken krumm,
von dem Alltagsgewicht,
das auf ihm liegt,
der Kopf in die Arbeit vergraben,
die Nase gestrichen voll,
von dem geballten Mist,
der einem vor die Tür gekippt wird:

Du Herr rettest mich,
bist mein Schild gegen alle Anfechtungen,
mein Glanz, wenn ich lange schon nicht mehr glänze,
du rückst die Dinge gerade,
du hebst meinen Kopf zu dir empor,
wenn er zu schwer zu werden droht.
Du Gott, rettest mich in aller Drangsal.
Das ist ein Erfahrungswert,
auf den ich baue.

Treuer Gefährte

Du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!
Psalm 27,9

Gott, du meine Hilfe,
Gott, du mein Heil,
Gott, du mein treuer Gefährte,
verlass mich nicht!

Streben

Zu schwer lasten unsere Vergehen auf uns, du allein kannst sie vergeben.
Psalm 65,4

Ich bevorzuge die Elberfelder Übersetzung;

Ungerechtigkeiten haben mich überwältigt; unsere Übertretungen, du wirst sie vergeben.

Ich bin Mensch, o Gott,
du weißt es,
so lange mein irdisches Leben andauert,
werde ich ungerecht sein,
jedoch du siehst mein ehrliches Bemühen,
gerecht zu werden.
Ich weiß, du würdigst mein Streben.

Schutzanzug

Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.
Jesaja 43,2

Nach Elberfelder Lesart heißt der Vers:

Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.

Gott ist ein Schutzanzug
gegen alle Gefahren des Lebens.
Er sitzt nahtlos.
Man ist in ihm rundum geschützt.

Gerettet?

Ruft laut, rühmt und sprecht: Der HERR hat seinem Volk geholfen!
Jeremia 31,7

Die Elberfelder Übersetzung lautet völlig anders, nicht nur das die eine Übersetzung im Perfekt steht und die andere eine Bitte an Gott für die Zukunft ist:

Denn so spricht Jahwe: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzet an der Spitze der Nationen! Lobsinget laut und sprechet: Rette dein Volk, Jahwe, den Überrest Israels!

Gerettet sind wir noch lange nicht.
Es fehlt die notwendige Demut.

Wunden

Durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jesaja 53,5

Gott können wir nicht verwunden,
das vermögen wir nicht,
wir treffen immer nur uns selbst.

Blauer Dunst

Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
Jesaja 54,7

Wenn wir blauen Dunst,
Müllberge oder
Sonnenschutz
vor unseren Gott stellen,
können wir uns nicht beklagen,
dass wir ihn weder hören noch sehen.
Auf Dauer abhalten können wir ihn aber nicht,
irgendwann werden wir ihn schauen.

Nicht wie erwartet

Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.
1.Könige 19,11-12

Gott ist nicht dort,
wo man ihn sucht,
kommt nicht,
wie man ihn erwartet,
hat seine eigene Art,
sich zu erkennen zu geben
und ist immer zu groß für uns.

Und als Elia das Säuseln hörte,
da verhüllte er sein Angesicht mit einem Mantel.

Abseits

Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN, der vom Tode errettet.
Psalm 68,21

Oder nach Elberfelder Übersetzung:

Gott ist uns ein Gott der Rettungen, und bei Jahwe, dem Herrn, stehen die Ausgänge vom Tode.

Gott eilt immer herbei,
wenn wir uns selbst
wie die Weltmeister
ins Abseits stellen.
Und sei es tausend Mal.
Gott pfeift nicht auf uns,
sondern weist uns
den Ausgang zum Leben.

Heilsfiguren

Du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.
Psalm 66,12

Die Menschen tendieren dazu,
abgrundtiefen Schrecken,
den Despoten zu Menschen bringen,
allzu schnell zu vergessen und zu verdrängen.
Despoten und Diktatoren haben Hochkonjunktur.
Die Zujubler, Gedankenlosen und Leichtfertigen
sind wieder unterwegs.

Viele Menschen denken falsche Heilsfiguren seien
das Heil für die eigene Unzufriedenheit.
Gedankenlücken und Gedankenabgründe.
Sie breiten sich aus, wie eine schleichende Krankheit.

Vergessen, verdrängt und abgetan
die Schrecken, die Despoten verbreiten,
falsche Heilsfiguren.

Vergessen, verdrängt und abgetan
das Heil, das Gott bringt.

Links liegenlassen

Dein Herz soll sich’s nicht verdrießen lassen, dass du deinem armen Bruder gibst.
5.Mose 15,10

In der Elberfelder heißt der ganze Vers ganze Vers:

Willig sollst du ihm geben, und dein Herz soll nicht ärgerlich sein, wenn du ihm gibst; denn um dieser Sache willen wird Jahwe, dein Gott, dich segnen in all deinem Werke und in allem Geschäft deiner Hand.

Es gibt Blutsauger,
die einen aussaugen
und dann ausgeblutet
links liegenlassen.

Nicht ärgerlich zu werden,
zu zürnen mit dem Blutsauger,
ist, o Gott,
eine besondere Herausforderung.

Links liegen lassen!

Kinder

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet.
Psalm 8,3

In der Elberfelder ist übersetzt:

Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet um deiner Bedränger willen, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen

Gott gründet seine Macht aus seinen Kindern
– und sind sie auch noch so unselbständig.

Unsere Natur

Der HERR hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
Psalm 100,3

Jeder entscheide selbst, zu welcher Übersetzung er tendiert. Der Sinn ist ziemlich unterschiedlich. Nach Elberfelder Übersetzung heißt der Vers:

Erkennet, daß Jahwe Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, sein Volk und die Herde seiner Weide.

Unsere Natur ist unsere Natur.
Schaf auf Gottes Weide zu sein,
ist unsere Natur von Anfang an,
unnatürlich, davon abzuweichen.

Was ist unsere Natur?

Die Erkenntnis
ist der Anfang der Veränderung.

(Ups: habe gerade gemerkt, dass ich die Losung von morgen heute abgearbeitet habe. Dann gibt es die Losung von heute eben morgen…. )

Ausgerottet

Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen. Und der Mensch gab einem jeden seinen Namen.
1.Mose 2,19.20

Ein kleines Detail ist oben übersprungen. In der Elberfelder heißt es:

Und Jahwe Gott bildete aus dem Erdboden alles Getier des Feldes und alles Gevögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und wie irgend der Mensch ein lebendiges Wesen nennen würde, so sollte sein Name sein.

Ja, wie würde der Mensch
ein lebendiges Wesen nennen?

500 Millionen Tierarten sind ausgestorben,
die prähistorischen wie Dinosaurier oder Mammut
nicht mitgerechnet,
verdrängt von ihrem Lebensraum,
vergiftet,
gejagt,
von eingeschleppten Feinden
ausgetilgt.

Wie hat der Mensch das lebendige Wesen genannt?

Überflüssig,
Kolateralschaden,
nicht wert, für dieses Geschöpf die eigenen
ökonomischen Interessen zurückzunehmen.

Liebe Tierart auf der Sterbensliste,
der Stärkere gewinnt.
So ist der Mensch eben.
Über 500 Millionen Mal ist das schon passiert.
Na und, hat es dem Übeltäter wirklich geschadet?

Und das Artensterben geht rasant weiter,
Hauptsache der Mensch denkt,
er gewinnt.

Ja, Gott sieht,
wie Mensch seine Geschöpfe nennt
und wie er mit ihnen umspringt,
die eigene Gattung mit eingeschlossen.

Jedes einzelne Tier,
jede einzelne Pflanze,
jedes Stück Natur,
jeder einzelne Menschenstamm,
jeder einzelne Mensch,
der ausgerottet wurde,
ist in seinem Buch verzeichnet –
auch, wer dies zu verantworten hat.

Und Gott sieht,
wie der Mensch
Gottes lebendige Wesen nennt,
niemand wird es je leugnen können.

Gewalttat

Du bist mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt.
2.Samuel 22,3

Die Übersetzung in der Elberfelder heißt etwas anders:

Gott ist mein Fels, auf ihn werde ich trauen, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Feste und meine Zuflucht. Mein Retter, von Gewalttat wirst du mich retten!

Gewalttat hat viele Formen.
Sie ist oft verdeckt,
hinterrücks,
maskiert
hinter falscher Fassade,
die Grenzen zwischen
Täter und Opfer fließend.

Gott rette mich,
schütze mich,
vor eigener Gewalttat
und vor der,
die auf mich zielt.

Scherbengerichte

Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen.
3.Mose 19,15

Der ganze Vers heißt nach Elberfelder Übersetzung:

Ihr sollt nicht unrecht tun im Gericht; du sollst nicht die Person des Geringen ansehen und nicht die Person des Großen ehren; in Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten.

Scherbengerichte richtet jeder von uns an.
Blitzschnell, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde
fällen wir unser Urteil:
Daumen hoch oder Daumen runter,
sympathisch oder nicht,
vertrauenswürdig oder bin ich vorsichtig?
Und wir alle sind in Gefahr,
uns von Äußerlichkeiten leiten zu lassen,
der Hülle, dem Tam-Tam.
Einen gerechten Blick zu haben,
auch auf uns selbst,
ist jeden Tag eine neue Herausforderung,
erfordert Abstand nehmen von einem selbst.

Erwachen

Viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande.
Daniel 12,2

In der Elberfelder heißt es:

Und viele von denen, die im Staube der Erde schlafen, werden erwachen: diese zu ewigem Leben, und jene zur Schande, zu ewigem Abscheu.

Wenn wir im Staub liegen,
haben wir zwei Möglichkeiten:
wir bleiben weiter dort liegen,
schlafen weiter und vergammeln,
oder:
wir machen die Augen auf,
schütteln den Staub ab und
erwachen zum ewigen Leben.

Verletzungen

Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.
Daniel 6,24

Menschen können einen verletzen,
arrogant wer glaubt,
darüber erhaben zu sein.

Verletzungen spürt man.
Sie rütteln wach.
Sie sind eine Chance,
sich rückzubesinnen,
dass man unter
Gottes Flügel geborgen ist
und dort kein Mensch
einem etwas anhaben kann.

Nicht manipulierbar

Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.
Psalm 71,23

In der Elberfelder heißt es:

Jubeln werden meine Lippen, wenn ich dir Psalmen singe, und meine Seele, die du erlöst hast;

Freude an Gott,
ist eine innere Angelegenheit.
Die Seele lässt sich – Gott sei Dank –
nicht manipulieren.
Sie jubelt oder ist taub.

Gut

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!
Hosea 10,12

Nach der Elberfelder Übersetzung heißt der ganze Vers:

Säet euch zur Gerechtigkeit, erntet der Güte gemäß; pflüget euch einen Neubruch: denn es ist Zeit, Jahwe zu suchen, bis er komme und euch Gerechtigkeit regnen lasse.

Das Gut ist es,
das einen ernten lässt,
nicht die Liebe,
schon gar nicht die menschliche Liebe,
die käuflich und vergänglich ist.
Gut ist das Gut!