Faule Haut

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun.
2.Mose 20,9.10

Sechs Tage lang sollst du deine Werke tun,
am siebten sollst du keine Arbeit tun und
am siebten sollst du Gott feiern.

Von den Gottesknechten,
von denen in der Bibel berichtet wird,
hat sich keiner auf die faule Haut gelegt,
sie waren unermüdlich im Einsatz,
für das Werk Gottes.

Der faule Mensch
bewegt nichts für ihn,
so wird er auch keine
Hand für ihn rühren,
bis dass er sich bewegt.

Mensch wie Ware

Du, HERR, bist meine Leuchte; der HERR macht meine Finsternis licht.
2.Samuel 22,29

Unsere Augen sind überreizt
von dem marktschreierischen Licht,
von all der Reklame und dem Marketing,
von all dem Produktplacement,
der Eigenwerbung,
denen sie ausgesetzt sind.

Mensch wie Ware.

Gottes Licht ist unscheinbar,
verschwindet hinter dem falschen Glanz.
Unsere Augen müssen lernen,
es in der gleisenden Dunkelheit zu erkennen,

die Ware vom Wahren zu unterscheiden.

Das musste auch Samuel lernen.

Vermögen

Ich weiß sehr gut, dass ein Mensch nicht recht behalten kann gegen Gott. Hat er Lust, mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten.
Hiob 9,2.3

Doch mit anderem Duktus in der Elberfelder Übersetzung:

Wahrlich, ich weiß, daß es also ist; und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott? Wenn er Lust hat, mit ihm zu rechten, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten.

Wenn es uns nicht passt,
wie das Leben so gerade ist, und
wir anfangen mit Gott zu diskutieren,
ihm zu sagen,
dass es nicht gerecht ist,
wie das Leben sich uns darstellt,
dann ist es Zeit,
uns auf unsere Begrenztheit zu besinnen und
Demut walten zu lassen.
Schauen wir auf die selbstverschuldeten
Übel der Welt,
schauen wir auf uns selbst.
Was vermögen wir?

Feiertags-Gericht

Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes!
Psalm 105,5

In der Elberfelder Übersetzung heißt der Vers:

Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Wunderzeichen und der Gerichte seines Mundes!

Was Gott anrichtet,
ist gut angerichtet.
Es ist ein Feiertags-Gericht,
kein Scherbengericht.

Renitenz

So spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.
Jeremia 32,42

Gott sagt zu,
dass sich sein Gut am Ende durchsetzt.
Der Weg dorthin ist steinig,
da der Mensch renitent ist und
seinen eigenen Kopf durchsetzen will,
Gottes Gut durch sein eigenes Gut ersetzt und
– mangels Weitblick –
Unheil produziert,
für sich selbst und andere.

Durststrecken

Die Elenden und Armen suchen Wasser, und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören.
Jesaja 41,17

Gott, das steht fest,
verlässt uns nicht,
auch wenn wir
Durststrecken durchwandern und
Wüsten durchqueren,
seine Flügel verleihen uns Schatten,
am Grund eines jeden leeren Bechers
blickt er uns an,
er lässt uns nicht verdursten,
auch wenn unsere Kehle trocken ist und
unsere Tränen das einzige Wasser ist,
das uns tränkt.

Bequemlichkeit

Ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen, dass sie sollen wachsen und viel werden.
Jeremia 23,3

Ein wichtiger Teil fehlt in der Losung, es wird weggelassen, was nicht in die Theologie passt:

Und ich werde den Überrest meiner Schafe sammeln aus all den Ländern, wohin ich sie vertrieben habe; und ich werde sie auf ihre Triften zurückbringen, dass sie fruchtbar seien und sich mehren.

Gott reißt uns aus unserer Bequemlichkeit,
aus der Position des Zuschauers,
serviert uns seinen gedeckten Tisch nicht frei Haus,
Gott fordert uns, will dass wir säen und ernten und
nicht nur ihn und seine Güte und Gnade konsumieren.
Gott reißt uns aus unserer Bequemlichkeit.

Überlebensstrategie

Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.
Psalm 66,4

In der Elberfelder heißt dieser Vers:

Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird besingen deinen Namen. (Sela.)

Noch ist es ein frommer Wunsch:
Jeder und jede erkenne,
dass es die beste Überlebensstrategie ist,
Gott die Ehre zu geben.
Eines Lebens wird es so sein.

Abseits

Wer weiß? Vielleicht lässt Gott es sich gereuen und wendet sich ab von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.
Jona 3,9

In der Elberfelder ist übersetzt:

Wer weiß? Gott möchte sich wenden und es sich gereuen lassen, und umkehren von der Glut seines Zornes, dass wir nicht umkommen.

Alles hat seine Konsequenzen.
Wenn man denkt,
man kann folgenlos tun und treiben was man will,
wahllos, skrupellos, egoistisch, brutal, rücksichtslos,
manövriert man sich selbst ins Abseits.

Heftig zu Gott rufen,
Umkehren,
ja dann, wer weiß…

Schiefe Turm von Pisa

Der HERR, unser Gott, neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen seinen Wegen.
1.Könige 8,58

Es reicht nicht,
dass Gott uns zuneigt,
wir müssen ihm auch zuneigen,
ansonsten entsteht
ein windschiefes Gebäude,
das aufgrund der einseitigen Neigung
immer in Einsturzgefahr ist,
wie der schiefe Turm von Pisa.

Umkehr?

HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.
Psalm 80,20

In der Elberfelder ist übersetzt:

Jahwe, Gott der Heerscharen! Führe uns zurück; laß dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden.

Tja,
wollen wir uns trösten lassen von Gott,
mit unseren eigensinnigen Entscheidungen,
oder beten wir darum,
dass Gott uns zu ihm zurückführt?

Ein himmelweiter oder erdenenger Unterschied!

Gott am Kittel packen

Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen.
Psalm 40,17

In der Elberfelder Übersetzung heißt der gleiche Vers:

Lass fröhlich sein und sich freuen in dir alle, die dich suchen; die deine Rettung lieben, lass stets sagen: Erhoben sei Jahwe!

Eine Anfrage stellen heißt,
nicht unbedingt eine Antwort erwarten,
mal sehen.

Nach Gott suchen heißt,
nicht nachlassen,
sich mit ihm auszutauschen,
ihn am Kittel packen,
wie Jakob den Engel,
wenn wir ihn zu verlieren drohen.

Demütigung

So spricht der HERR: Wie lange weigerst du dich, dich vor mir zu demütigen?
2.Mose 10,3

Sich Gottes Ratschluss zu fügen,
fühlt sich manchmal wie Demütigung an,
erfordert aber nichts als Demut.

Rückschlagsventil

Einem König hilft nicht seine große Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft.
Psalm 33,16

Zum Machterhalt werden
skrupellos alle Register gezogen,
Muskelspiele zur gegenseitigen Abschreckung.

Ein Machthaber wird nicht gerettet
durch die Größe seines Abschreckungs- und Schreckensapparats,
der Glanz der modernen Helden,
verblasst vor Gott.
Vor ihm zählen andere Qualitäten.
Achtung, Rückschlagsventil!

Ansprüche

Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen; lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!
Jeremia 2,28

Wieviel wir auch beanspruchen,
Gott gibt seinen Anspruch,
uns seine Hand auszustrecken,
nicht auf.

Hausgemacht

Wer auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
Psalm 32,10

Der ganze Vers heißt nach Elberfelder Übersetzung:

Viele Schmerzen hat der Gesetzlose; wer aber auf Jahwe vertraut, den wird Güte umgeben.

Unsere Sorgen sind meistens hausgemacht.
Wenn sie allzu sehr drücken,
ist es Zeit, sich selbst zu hinterfragen:
Viele Schmerzen hat der,
der auf sich,
anstatt auf Gott vertraut.

Verpasste Augenblicke

Sucht den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist.
Jesaja 55,6

Oder nach Elberfelder Übersetzung:

Suchet Jahwe, während er sich finden lässt; rufet ihn an, während er nahe ist.

Verpasste Augenblicke,
vertane Chancen
lassen sich nicht wiederbringen.

Die Kunst ist,
den Augenblick zu erkennen,
wenn er da ist.

Herr, öffne mir allezeit
meine Augen,
meine Ohren und
mein Herz!

Harmlos

Er macht’s, wie er will, mit den Mächten im Himmel und mit denen, die auf Erden wohnen. Und niemand kann seiner Hand wehren noch zu ihm sagen: Was machst du?
Daniel 4,32

Ein entscheidender Halbsatz fehlt in der Losung wieder, wahrscheinlich weil es unser Ego erschüttert:

Und alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet, und nach seinem Willen tut er mit dem Heere des Himmels und mit den Bewohnern der Erde; und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du?

Alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet.
Scheint sich in manchen Ohren so bedrohlich anzuhören,
dass man diesen Halbsatz lieber unterdrückt.

Birgt dieser unterdrückte Halbsatz nicht die Erlösung?

Nichts bleibt,
nicht das Gute, nicht das Schlechte,
alles Raffen,
nach dem eigenen Vorteil suchen,
alle Unterdrückung,
um der eigenen politischen und ökonomischen Macht wegen,
all die benutzen Ellbogen,
um den anderen von dem Platz zu stoßen,
an dem man sich selbst sieht:
Alles umsonst und nur von irdischer Dauer.

Bei Gott geht es nach anderen Maßstäben
und um andere Weiten und Horizonte.
Alle menschliche Macht hat ein Ende,
alle menschliche Ungerechtigkeit,
alle menschenverursachte Schweinereien.

Mensch ist nicht gerecht, das ist nur Gott.
Wenn die Bewohner der Erde wieder wie Nichtse geachtet werden,
führt das in die Harmlosigkeit,
in das wiedergefundene Paradies.
Mensch bar jeder Möglichkeit
„harm“ anzurichten.

Gott ist….

Eine Generation rühmt der andern deine Werke, und deine mächtigen Taten verkünden sie.
Psalm 145,4

Gott ist nicht Theorie,
Gott ist nicht Theologie,
Gott ist nicht Religion.

Gott ist Erfahrung,
Gott ist Wissen,
Gott ist Vertrauen.

Gott ist eine feste Größe,
Gott ist eine Unbekannte,
Gott ist Gegenwart.

Gott ist,
wenn er aus einem scheint und wirkt.

Fremdlinge

Der HERR schafft Recht den Waisen und Witwen und hat Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben, denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Lande Ägypten (fehlender Halbsatz)
5.Mose 10,18.19

Erinnert euch daran,
dass auch ihr Fremdlinge seid,
befremdet vielen Mitbürgern gegenüber,
entfremdet der Natur und eurer Natur,
manche denken gar überfremdet:
Alle ausgewandert aus Gottes Land.

Ihr seid alle Fremdlinge,
die sich auf die Wanderschaft machen sollten,
Gott zu suchen.