Lebens – Membran

Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Psalm 121,5-6

Gottes ist wie eine schützende Membran,
die alles von meinem Leben abhält,
was mich von seinem Leben abhält.

Himmelsleiter

Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.
Psalm 119,67

Solange man sich von Lehren abhängig macht, irrt man.
Wie schäme ich mich all dessen, o Gott,
was ich einfach nachgeplappert habe.

Du allein weist den Weg zu Wahrheit und Klarheit
und doch weiß ich,
dass die Sprossen der Himmelsleiter
zu Deiner Erkenntnis, o Gott,
die Tage meines Lebens sind.

Ignoranz

Der HERR macht das Wort seiner Knechte wahr und vollführt den Ratschluss, den seine Boten verkündigt haben.
Jesaja 44,26

Nicht hinhören,
ignorieren,
sein Herz verschließen,
hilft nicht:

Der HERR macht das Wort,
das er ausrichten ließ,
wahr und tut es.

Tyrannen

HERR, du dämpfest der Tyrannen Siegesgesang.
Jesaja 25,5

Du dämpfst, o Gott, der Tyrannen Siegesgesang.

Diese Verheißung, dieses Versprechen, dieser Glaube
lässt durchhalten, angesichts
des Mordens,
der Profitgier,
des Fanatismus,
der Falschheit,
des Elends
in dieser Welt.

Vor dir, o Gott, lässt sich nichts verstecken.

Egoisten

Die größten Egoisten sind diejenigen,
die von sich denken, sie seien keine.

Die sagen,

sie tun niemand etwas,
und verletzen und morden mit ihrer Selbstbezogenheit,

die keine Farbe bekennen,
damit sie für nichts einstehen müssen,

die das Wort Verantwortung nicht kennen,
weil sie für nichts verantwortlich gemacht werden wollen,

die bei jeder Herausforderung die Flucht ergreifen,
weil sie um nichts kämpfen wollen,

die ein Schatten-Dasein führen,
weil sie sich vor dem Licht fürchten,

die bescheiden tun,
aber im Innern maßlos sind,

die sagen, Gott will nichts von mir,
weil sie nicht bereit sind zu geben.


Egoisten

Projektion

HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig ist?
2.Mose 15,11

Mächtig, heilig,
schrecklich, grausam,
löblich, wundertätig ,
liebend, gerecht,
heilend, vernichtend,

Was immer wir Gott
zuschreiben, zudenken und andichten,
es ist nur Projektion
und ein Spiegel unsererselbst.

Grenzen

Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!
Jesaja 58,7

Heimatlosigkeit,
Völkerwanderungen,
Unbehaustheit.
In unseren Breitengraden
dachte man, Elend dieser Art
betreffe nur die anderen.

Kriege aller Arten lassen sich nicht abgrenzen,
Armut lässt sich auf Dauer nicht ausgrenzen,
Politische, ökonomische, soziale Fehlentwicklungen sich nicht eingrenzen.

Führe, o HERR, alle die ab-, aus- und eingegrenzt sind, in DEIN Haus.
Amen.

Danket

Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott.
Psalm 95,2-3

Im Bitten sind wir groß,
im Danken klein.

Schauen wir auf unseren Alltag.
Ist Segen selbstverständlich?

Alltag mit Gott und ohne Gott
gestaltet sich unterschiedlich.

Danket dem HERRN,
damit Segen ist über eurem Alltag!

Ein hartes Stück Arbeit

Langsam kriecht die Müdigkeit in mir hoch.
das Korn gesät,
gehegt,
gewachsen,
die Ernte beinahe eingefahren.

Es drohen Herbststürme,
woher die Kraft nehmen,
ihnen zu trotzen?

Das Leben zieht sich langsam in die Muttererde zurück,
mich im Schlepptau,
gern würde ich folgen,
doch auf mein Feld blickend, weiß ich,
dass es noch nicht bereitet ist für den Winter.

Ein tiefer Seufzer entringt sich meiner Brust.
Leben ist ein hartes Stück Arbeit.

Herbst

Fester Gang

Lass meinen Gang in deinem Wort fest sein und lass kein Unrecht über mich herrschen.
Psalm 119,133

Führe mich, o Herr, und leite
meinen Gang nach deinem Wort,
sei und bleibe du auch heute,
mein Beschützer und mein Hort.
Nirgends als bei dir allein,
kann ich recht bewahret sein.
Amen.

Das Neue Testament: Antisemitisch, frauenfeindlich, homophob?

Lieber Luther,

ich will nahtlos an meinen letzten Brief anknüpfen, an die These Ehrmanns, dass das Neue Testament ein gefährliches, frauenfeindliches, antisemitisches und homophobes Buch ist. Es ist natürlich so gekommen, wie es schon vorauszusehen war: Schon allein, wenn man sich der These stellt, die ja nicht so weit hergeholt ist, wenn man die Texte neutral liest, wird einem Unglauben unterstellt, wird gerichtet, mit dem Finger gezeigt, ganz unchristlich Christus im Munde führend. Aber ist es nicht eine Chance nachzudenken und Antworten zu finden, die in unsere Zeit passen? Ich will mich der These stellen, ich finde es herausfordernd, spannend. Zerbröckelt der Glaube unter den Erkenntnissen der Wissenschaft und lässt er sich wirklich nur verteidigen, indem man anfeindet, negiert und in bewährter paulinischer Tradition ausgrenzt?
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Schatzsuche

Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.
Jona 2,9

Der Mensch verbringt viel Zeit und Energie damit,
zu Schätzen zu machen, was keine Schätze sind,
Vergänglichem Wert zuzumessen.

Sobald der vermeintliche Schatz gefunden und einverleibt worden ist,
entpuppt er sich als schal und wertlos
und die Jagd nach dem nächsten Blech-Schatz beginnt.

Nichts von dem wird bleiben,
jeder dieser Schätze löst sich in Nichts auf.

Die Gnade ist der innere Schatz,
die innere Verbundenheit mit Gott.

Diesen Schatz gilt es zu heben,
er bleibt in Ewigkeit.

Glaube

Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.
1.Mose 12,4

Alle sagten zu Abraham:
du bist verrückt,
du übernimmst dich,
du mutest dir zuviel zu.

Abram ließ sich nicht irritieren.
Er horchte in sich hinein
und handelte entsprechend.

Glaube, der Berge versetzt,
Glaube, an dem wir lernen können.
Glaube der wächst und wachsen lässt.

Abram und Abraham