Wider die Liebe

Liebe – ein großes Wort.
Oder wird es zu einem großen Wort gemacht?

Unter dem Liebeshimmel versammeln wir alle Bataillone,
die uns zur Verfügung stehen:

Sehnsucht
Idealismus
Moralismus

Liebe scheint undiskutierbar als DAS Ideal,
als Gott selbst.
Aber ist Liebe das? Weiterlesen „Wider die Liebe“

Schmidt Schnauze

Zum Tod von Helmut Schmidt meine Lieblingssätze:

Gegen die Oberflächlichkeit

Er wurde gefragt, ob er sich wenigstens etwas als Journalist fühle. Antwort:

„Ich fürchte nicht, und wissen Sie warum? … Weil ich es mir einfach nicht abgewöhnen kann, gründlich zu arbeiten.“

Gegen Unvernunft in der Politik

Das könnten sich insbesondere deutsche Politiker angesichts der Flüchtlingskrise hinter die Ohren schreiben:

„In der Politik hat keine Emotion und Leidenschaft Platz außer der Leidenschaft zur Vernunft.“

(zitiert aus Zeit Online)

Ich freue mich für ihn, dass er erlöst ist.

Letztes Blatt

letztes-Blatt

Fehlschaltungen – 100 Mrd Nervenzellen

100 Milliarden Nervenzellen,
denken, planen, koordinieren
in unserem Gehirn.

100 Milliarden Nervenzellen,
die uns Kopfschmerzen bereiten,
uns auf Irrwege schicken. Weiterlesen „Fehlschaltungen – 100 Mrd Nervenzellen“

Überlebensstrategien

Mutig oder nicht?
Die Breitseite dem Wind aussetzen oder nicht?
Sorgen für jetzt oder für die Zukunft?
Sie täuschen lassen von der Großwetterlage oder nicht?
Sich zeigen oder sich verbergen?
Ballast abwerfen oder behalten?

Mensch in seiner Natur.
Uneinige Natur.
Gott mit seiner Natur,
wie sie in Teilen überlebt.

Überlebensstrategien

Novembergedanken

November ist
Rückzug,
Einkehr,
Ausruhen vom vergangenen Leben.

Als ich heute auf dem Nachhauseweg war,
war ich auf dem Rückzug
und wurde gestört. Weiterlesen „Novembergedanken“

Inneres und äußeres Wort

Hermeneutische Überlegungen zum Bibel- und Gottesverständnis.

Das äußere Wort ist nur der Teil des Gedachten, der den Weg in die Buchstaben gefunden hat. Es reflektiert niemals alles Gedachte, sondern enthält nur Fragmente des Verstandenen dessen, der spricht oder einen Text schreibt.

Der Verstehensprozess ist eine unendliche Aufgabe, da jedes Ding oder jeder Sachverhalt sich kontinuierlich in seinem äußeren und inneren Wesen verändert, so wie der Verstehende sich selbst kontinuierlich verändert.

Die Suche nach Verständnis ist der fortdauernde Versuch, ein Ding, einen Sachverhalt, zu Ende zu denken. Das augenblickliche Verstehen ist nur der Etappensieg zu einem ganz bestimmten Augenblick (nach Gadamer).

Sowohl der Schreiber als auch der Leser eines Textes unterliegen einem sich fortlaufend entwickelnden Verstehensprozess. Jeder Schreiber und Leser ist darin einzigartig.

Die Texte, die in der Bibel zusammengefasst sind, sind der Ausfluss eines Verstehensprozesses der jeweiligen Schreiber und stellen nur einen Teil deren Verstehens dar.

Der Leser unterliegt beim Lesen dem eigenen Verstehensprozess. Wie jeder einen Bibeltext zu einem bestimmten Zeitpunkt versteht, definiert sich aus dem augenblicklichen Status seines individuellen Verstehensprozesses.

Was jeder aus einem Bibeltext versteht, ist gespeist aus der individuellen inneren Verstehensquelle.

Die innere Verstehensquelle ist das „innere Wort“, gesprochen mit dem „Mund des Herzens“. Es ist ohne jeden Laut und hat ihren Ursprung in unserer untrennbaren Beziehung zu Gott:

Das Wort, das draußen erklingt, ist Zeichen des Wortes, das drinnen leuchtet (Augustinus).

Buchempfehlung zur Geschichte der Hermeneutik, ein wissenschaftliches Buch, aber trotzdem eingängig zu lesen: Karen Joisten: Philosophische Hermeneutik. Akademie Verlag. Berlin 2009.

Inneres Wort
Inneres Wort

Geisteswort

Ja, wie Bileam geht mir’s, nur umgekehrt; will ich euch loben,
Siehe, da stößt der Geist scheltende Worte hervor.

(Goethe, Nicht veröffentlichte Xenien)

Bileam, immer wieder trifft man auf ihn.

Die Bileamgeschichte in der Bibel: 4.Mose 22-24

Absterben

Hurra – Deutsche Einfalt

Wir sind dabei,
unsere Gesellschafts- und Werteordnung in Stücke zu hauen.
In Rekordzeit.
In rekordverdächtiger Einfalt.

Und viele schreien dazu Hurra.
Diejenigen, die Hurra schreien,
stellen sich taub und blind vor den Realitäten.
Freiheitlich demokratische Grundordnung – ade.

Die Einfalt der Deutschen ist einmalig in Europa.
Nicht das erste Mal.
Die ganze Welt schaut erstaunt auf diese Einfalt.
Nicht das erste Mal, dass die Deutschen
die europäische Weltordnung aus ihren Fugen reißen.
Die Gesetze brechen wir schon.
Wir sind auf gutem Wege.
Und die ganze Welt schaut zu.

In gewisser Weise wiederholt sich Geschichte.
Sie ist immer verknüpft mit der Einfalt der Menschen.
Die Hurraschreier schreien die Mahner nieder.
Auch das hat deutsche Tradition.
Die Tränen werden später geweint.

Im Regen

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Unterwerfung – Politik-, Gesellschafts-, Religionsversagen

Noch nie hat mir ein Buch so Angst gemacht, wie der im Januar diesen Jahres erschienene Roman von

Michel Houellebecq: Unterwerfung, 3.Aufl., Dumont, 2015.

Er beschreibt ein Schreckensszenario. Kein Autor, so schreibt die FAZ, hält der offenen Gesellschaft ihre Albträume so schonungslos vor wie er.

Houellebecq nimmt die gegenwärtige Völkerwanderung vorweg und beschreibt ein Szenario ihrer möglichen politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen im Jahr 2022. Er beschreibt gnadenlos das Politik- und Gesellschaftsversagen, das Versagen der Intelligenz, das Versagen der christlichen Religionen, die kampflose Freigabe des abendländischen Wertesystems, das sich selbst aufgibt und nur noch dem materiellen Individualismus lebt. Er beschreibt die Käuflichkeit des Bildungsbürgertums. Er beschreibt, wie wenig es braucht, um dem europäischen, christlich geprägten Wertesystem den endgültigen Todesstoß zu versetzen. Weiterlesen „Unterwerfung – Politik-, Gesellschafts-, Religionsversagen“

Halleluja

Am Ende des Tages im Aufbruch.
Am Ende des Tages müde.
Am Ende des Tages nicht fähig abzuschalten.
Am Ende des Tages erschöpft.
Am Ende des Tages –

kein Ticket für dich.
Alles schon mal dagewesen,
einfach stehen gelassen.
Mit letzter Kraft aufgelehnt.

Am Ende der Woche – ausgepowert,
wie ein Luftballon,
dem die Luft ausgegangen ist.

Auf dem ganzen Nachhauseweg aus voller Kehle das
HALLELUJA
gesungen.

Am Ende des Tages,
in kürzester Zeit:
wieder aufgefüllt.

Was so ein HALLELUJA alles bewegen kann!

HALLELUJAH!

Halleluja

Egoisten

Die größten Egoisten sind diejenigen,
die von sich denken, sie seien keine.

Die sagen,

sie tun niemand etwas,
und verletzen und morden mit ihrer Selbstbezogenheit,

die keine Farbe bekennen,
damit sie für nichts einstehen müssen,

die das Wort Verantwortung nicht kennen,
weil sie für nichts verantwortlich gemacht werden wollen,

die bei jeder Herausforderung die Flucht ergreifen,
weil sie um nichts kämpfen wollen,

die ein Schatten-Dasein führen,
weil sie sich vor dem Licht fürchten,

die bescheiden tun,
aber im Innern maßlos sind,

die sagen, Gott will nichts von mir,
weil sie nicht bereit sind zu geben.


Egoisten

Ein hartes Stück Arbeit

Langsam kriecht die Müdigkeit in mir hoch.
das Korn gesät,
gehegt,
gewachsen,
die Ernte beinahe eingefahren.

Es drohen Herbststürme,
woher die Kraft nehmen,
ihnen zu trotzen?

Das Leben zieht sich langsam in die Muttererde zurück,
mich im Schlepptau,
gern würde ich folgen,
doch auf mein Feld blickend, weiß ich,
dass es noch nicht bereitet ist für den Winter.

Ein tiefer Seufzer entringt sich meiner Brust.
Leben ist ein hartes Stück Arbeit.

Herbst

Friedens – Kyrie eleison

Ein paar Menschen treffen sich zu einem Gregorianik-Workshop.
Stimmbildung, Singen, Reden, gemeinsam Essen, Singen.
Zum Abschluss der Höhepunkt eines jeden Workshops: die Vesper.
Wie immer, dichte Fülle, reiche Augenblicke.

Kyrie eleison

Über uns: eine Hubschrauberflotte

Kyrie eleison

Wir in einer Wolke des Friedens

Kyrie eleison

Draußen Polizei und Demonstranten

Christ eleison

Schreiende Kinder

Christ eleison

Flüchtlinge in meinen Gedanken

Christ eleison

Der Unfriede will mich erdrücken

Kyrie eleison

Wie verletztlich unser Frieden ist

Kyrie eleison

Die Welt in Not

Kyrie eleison

Wir mittendrin

Kyrie eleison

Das Kyrie dringt mir aus tiefster Seele

Kyrie eleison

Wie nötig es ist

Kyrie eleison

HERR ERBARME DICH!

Kinder – Leben

Ein Kind hat nichts vorzuweisen und braucht nichts vorzuweisen.
Es hat nichts geleistet und braucht nichts leisten.

Das lese ich im örtlichen Kirchenblatt.
Das ist kein Witz, das schreibt der Pastor.
In welcher Traumwelt lebt er? Weiterlesen „Kinder – Leben“

Vom Glucken, oder: Auch Party machen will gelernt sein

Party zum 18.Geburtstag meines Sohnes.
50 Gäste waren erwartet worden.
Im Garten hatte er ein Zelt aufgebaut,
den Wohnraum für die Party geöffnet.

Meine Erschöpfung war gestern tatsächlich so groß,
das mich keine Erschütterung und kein Party-Lärm mehr
für ein paar Stunden vom Schlafen abhalten konnten.

Meine beiden Söhne hatten alles im Griff,
bis… Weiterlesen „Vom Glucken, oder: Auch Party machen will gelernt sein“