Mutig oder nicht?
Die Breitseite dem Wind aussetzen oder nicht?
Sorgen für jetzt oder für die Zukunft?
Sie täuschen lassen von der Großwetterlage oder nicht?
Sich zeigen oder sich verbergen?
Ballast abwerfen oder behalten?
Mensch in seiner Natur.
Uneinige Natur.
Gott mit seiner Natur,
wie sie in Teilen überlebt.
Hermeneutische Überlegungen zum Bibel- und Gottesverständnis.
Das äußere Wort ist nur der Teil des Gedachten, der den Weg in die Buchstaben gefunden hat. Es reflektiert niemals alles Gedachte, sondern enthält nur Fragmente des Verstandenen dessen, der spricht oder einen Text schreibt.
Der Verstehensprozess ist eine unendliche Aufgabe, da jedes Ding oder jeder Sachverhalt sich kontinuierlich in seinem äußeren und inneren Wesen verändert, so wie der Verstehende sich selbst kontinuierlich verändert.
Die Suche nach Verständnis ist der fortdauernde Versuch, ein Ding, einen Sachverhalt, zu Ende zu denken. Das augenblickliche Verstehen ist nur der Etappensieg zu einem ganz bestimmten Augenblick (nach Gadamer).
Sowohl der Schreiber als auch der Leser eines Textes unterliegen einem sich fortlaufend entwickelnden Verstehensprozess. Jeder Schreiber und Leser ist darin einzigartig.
Die Texte, die in der Bibel zusammengefasst sind, sind der Ausfluss eines Verstehensprozesses der jeweiligen Schreiber und stellen nur einen Teil deren Verstehens dar.
Der Leser unterliegt beim Lesen dem eigenen Verstehensprozess. Wie jeder einen Bibeltext zu einem bestimmten Zeitpunkt versteht, definiert sich aus dem augenblicklichen Status seines individuellen Verstehensprozesses.
Was jeder aus einem Bibeltext versteht, ist gespeist aus der individuellen inneren Verstehensquelle.
Die innere Verstehensquelle ist das „innere Wort“, gesprochen mit dem „Mund des Herzens“. Es ist ohne jeden Laut und hat ihren Ursprung in unserer untrennbaren Beziehung zu Gott:
Das Wort, das draußen erklingt, ist Zeichen des Wortes, das drinnen leuchtet (Augustinus).
Buchempfehlung zur Geschichte der Hermeneutik, ein wissenschaftliches Buch, aber trotzdem eingängig zu lesen: Karen Joisten: Philosophische Hermeneutik. Akademie Verlag. Berlin 2009.
Wir sind dabei,
unsere Gesellschafts- und Werteordnung in Stücke zu hauen.
In Rekordzeit.
In rekordverdächtiger Einfalt.
Und viele schreien dazu Hurra.
Diejenigen, die Hurra schreien,
stellen sich taub und blind vor den Realitäten.
Freiheitlich demokratische Grundordnung – ade.
Die Einfalt der Deutschen ist einmalig in Europa.
Nicht das erste Mal.
Die ganze Welt schaut erstaunt auf diese Einfalt.
Nicht das erste Mal, dass die Deutschen
die europäische Weltordnung aus ihren Fugen reißen.
Die Gesetze brechen wir schon.
Wir sind auf gutem Wege.
Und die ganze Welt schaut zu.
In gewisser Weise wiederholt sich Geschichte.
Sie ist immer verknüpft mit der Einfalt der Menschen.
Die Hurraschreier schreien die Mahner nieder.
Auch das hat deutsche Tradition.
Die Tränen werden später geweint.
Noch nie hat mir ein Buch so Angst gemacht, wie der im Januar diesen Jahres erschienene Roman von
Michel Houellebecq: Unterwerfung, 3.Aufl., Dumont, 2015.
Er beschreibt ein Schreckensszenario. Kein Autor, so schreibt die FAZ, hält der offenen Gesellschaft ihre Albträume so schonungslos vor wie er.
Houellebecq nimmt die gegenwärtige Völkerwanderung vorweg und beschreibt ein Szenario ihrer möglichen politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen im Jahr 2022. Er beschreibt gnadenlos das Politik- und Gesellschaftsversagen, das Versagen der Intelligenz, das Versagen der christlichen Religionen, die kampflose Freigabe des abendländischen Wertesystems, das sich selbst aufgibt und nur noch dem materiellen Individualismus lebt. Er beschreibt die Käuflichkeit des Bildungsbürgertums. Er beschreibt, wie wenig es braucht, um dem europäischen, christlich geprägten Wertesystem den endgültigen Todesstoß zu versetzen. Weiterlesen „Unterwerfung – Politik-, Gesellschafts-, Religionsversagen“→
Langsam kriecht die Müdigkeit in mir hoch.
das Korn gesät,
gehegt,
gewachsen,
die Ernte beinahe eingefahren.
Es drohen Herbststürme,
woher die Kraft nehmen,
ihnen zu trotzen?
Das Leben zieht sich langsam in die Muttererde zurück,
mich im Schlepptau,
gern würde ich folgen,
doch auf mein Feld blickend, weiß ich,
dass es noch nicht bereitet ist für den Winter.
Ein tiefer Seufzer entringt sich meiner Brust.
Leben ist ein hartes Stück Arbeit.
Ein paar Menschen treffen sich zu einem Gregorianik-Workshop.
Stimmbildung, Singen, Reden, gemeinsam Essen, Singen.
Zum Abschluss der Höhepunkt eines jeden Workshops: die Vesper.
Wie immer, dichte Fülle, reiche Augenblicke.
Party zum 18.Geburtstag meines Sohnes.
50 Gäste waren erwartet worden.
Im Garten hatte er ein Zelt aufgebaut,
den Wohnraum für die Party geöffnet.
Meine Erschöpfung war gestern tatsächlich so groß,
das mich keine Erschütterung und kein Party-Lärm mehr
für ein paar Stunden vom Schlafen abhalten konnten.