Kinder – Leben

Ein Kind hat nichts vorzuweisen und braucht nichts vorzuweisen.
Es hat nichts geleistet und braucht nichts leisten.

Das lese ich im örtlichen Kirchenblatt.
Das ist kein Witz, das schreibt der Pastor.
In welcher Traumwelt lebt er?

Kinder, die zum Babyschwimmen,
zum Kinderturnen, zum Fußball,
zum Musikunterricht, zum Kunstunterricht,
zum Ballett, zum Reiten, zur Schule,
zum Nachhilfeunterricht, zum….
gebracht werden.

Ein Kind hat nichts geleistet und braucht nichts zu leisten?
Von der Welt entrücktes Kirchenpersonal.

Abgesehen von den vom elterlichen Ehrgeiz abverlangten Leistungen:

Ein Kind hat sehr viel vorzuweisen.
Es lernt jeden Tag,
es entwickelt sich in jedem Augenblick,
in welche Richtung auch immer,
ein Kind wächst, lernt das Leben,
ein Mensch wächst,
mit jedem Atemzug.

Ein Kind hat nichts geleistet?
Ein Kind entwickelt seine Persönlichkeit,
ein Kind wird zu einer Persönlichkeit,
ein Kind lernt einzuordnen,
ein Kind lernt abzugrenzen,
ein Kind, egal welchen Alters,
meistert das Leben jeden Tag.

Ein Kind hat nichts vorzuweisen?`
Von einem Kind wird nichts verlangt?
Von einem Kind wird verlangt, dass es das Menschsein lernt,
dass es lernt sich zu integrieren,
dass es lernt, ein sozialer Mensch zu sein,
dass es lernt, Verantwortung zu übernehmen,
nicht rücksichtslos zu sein,
nicht egoistisch,
dass es lernt,
nicht über die Leiche des Nebenmanns zu gehen.

Ein Kind dem nichts abverlangt wird,
verwahrlost,
wird egoistisch,
vereinsamt,
hat keine Herausforderung,
wird autistisch,
verdummt,
wird stumpf,
wird zur Gefahr für den Nächsten.

Ein Kind hat nichts vorzuweisen?
Ein Kind hat viel vorzuweisen.
Es lernt jeden Tag das Leben.

Das gilt nicht unbedingt für das Kirchenpersonal.
Verirrungen, um eine verirrte Lehre zu verkaufen,
oder eigene Verirrungen.

Leben
Leben

1 Kommentar zu „Kinder – Leben“

  1. Von der Welt entrücktes Kirchenpersonal.
    In der Tat, so ein ausgemachter Blödsinn.

    Es ist ja nicht so, das am 18ten Geburtstag jemand (?) den Schalter umlegt und ZACK, ein neuer „Erwachsener“ steht mitten in der Welt. Menschen-Kinder werden, was sie sein sollen, einst, idealer Weise als Greise, bevor sie wieder heimkehren. Müssen am Anfang begleitet und angeleitet werden. Brauchen die Loslösung von ihren Begleitern. Brauchen ihre Erfahrungen. Brauchen Herausforderungen, geistig, seelisch und körperlich, um zu bestehen in einer Welt, die sich immer schneller ändert und immer unberechenbarer zu werden scheint.

    Da hat das Kirchenpersonal etwas sehr gründlich missverstanden…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..