Wider die Liebe

Liebe – ein großes Wort.
Oder wird es zu einem großen Wort gemacht?

Unter dem Liebeshimmel versammeln wir alle Bataillone,
die uns zur Verfügung stehen:

Sehnsucht
Idealismus
Moralismus

Liebe scheint undiskutierbar als DAS Ideal,
als Gott selbst.
Aber ist Liebe das?

Sie ist das, was wir denken, dass sie Gott ausmachen sollte,
und, was – schon schwieriger ist – uns selbst.
Selbstunterdrucksetzung.
Es ist eine moralische Setzung.
Der Alltag spricht Bände dagegen.

Solange es Gott betrifft, ist es einfach,
man kann Liebe als oberste Priorität Gottes postulieren und,
solange keiner etwas Anderes beweisen kann,
kann man es als DEN Wert Gottes in den Raum stellen.
Wer mag widersprechen?
Wer weiß es besser?
Gott kann nur mitleidig schauen.

Sobald man im Menschlichen, im Alltag, anlangt,
wird es schon schwieriger.
Liebe trägt sich leicht auf der Zunge oder in der Tastatur,
hört sich gut an, ist konsensfähig.
Solange man Liebe auf sein Verkaufsschild schreibt,
wird man geliebt.
Bewusste oder unterbewusste Berechnung.
Alltagsrealitätsverlieblichung oder doch –
Verniedlichung?

Schaut man auf die Werke,
den mitleidslos enthüllenden Text,
das nackte entlarvende Jetzt,
sieht man nichts als erbärmliches Gerippe:

Wo ist die Liebe?
Nichts als Selbstmarketing,
tief inwendig falsch, janusköpfig.
Der Schnitter und der Tod.

Wer Liebe auf sein Selbstmarketing – Schild schreibt,
sucht nichts als selbst geliebt zu werden.
Auf Gott zu projizieren,
dass auch er diese Marketingstrategie fährt,
ist nichts als klammern an den Strohhalm –

ICH. ICH will geliebt werden,
die Angst, nichts mehr zu haben,
wenn man nicht einmal mehr die Illusion hat,
dass wenigstens Gott einen liebt.

Liebes – Tyrannei.
Wo ist der Unterschied zur Tyrannei des Sünden-Dogmas?
Keiner!
Beide Dogmen stehen, auch wenn diese Erkenntnis weh tut,
ohne Unterschied auf gleicher Stufe.
Beides tyrannisiert den Menschen, erfunden,
dem Menschen den moralischen Finger zu zeigen,
seht her, ich sage ich liebe, und was tut ihr?
Erfunden, seinen nackten Tatsachen
nicht ins Auge sehen zu müssen.
Augenwischerei.

Gott ist kein Biedermann und kein Anbiedermann!

Gott ist kein Biedermann

1 Kommentar zu „Wider die Liebe“

  1. Liebe ist wenn du dasBedürfnis hast zu geben – egal was und wem, dem Menschen der dir in der Straßenbahn gegenüber sitzt ein Lächeln…

    Liebe ist der Glaube daran, dass jeder Mensch auf diesem Planeten gleich wichtig ist.

    Gott wird dafür deshalb gebraucht, weil Er die Quelle der Kraft ist, ohne die es nicht möglich wäre, all diese Torfköppe zu lieben und tatsächlich zu glauben, dass die alle wirklich so wichtig sind wie ich 😉

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