Segen

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Psalm 121,7

Gott behüte deinen Morgen,
Gott behüte deinen Abend,
Gott behüte deinen Tageslauf.

Gott behüte deine Werke,
Gott behüte deine Stärke,
Gott bleibe dein Gedanke.

Von nun an, bis in Ewigkeit.

Gefangen in Dogmen

Lieber Luther,

wieso scheinen die Kirchen so unbeweglich, so starr und so tot? Sie sind Gefangene ihrer Dogmen. Diese knebeln sie so sehr, dass sie letzten Endes an ihre Selbstfesselung ersticken werden. Die Grundfrage dahinter ist: Lässt sich Gott und seine Allumfasstheit wissenschaftlich erfassen? Weiterlesen „Gefangen in Dogmen“

Überlebensstrategien

Mutig oder nicht?
Die Breitseite dem Wind aussetzen oder nicht?
Sorgen für jetzt oder für die Zukunft?
Sie täuschen lassen von der Großwetterlage oder nicht?
Sich zeigen oder sich verbergen?
Ballast abwerfen oder behalten?

Mensch in seiner Natur.
Uneinige Natur.
Gott mit seiner Natur,
wie sie in Teilen überlebt.

Überlebensstrategien

Entfremdung

Wie ein Einheimischer soll euch der Fremde gelten, der bei euch lebt.
3.Mose 19,34

Wir sind Wanderer durch die Zeit,
uns gegenseitig fremd,
und in der Entfremdung uns nah.

Fremdling

Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.
3.Mose 19,34

Fremdling bin ich,
im eigenen Land,
Eingeboren und doch von einem anderen Land.

Ob Fremdling oder nicht,
hat nichts mit menschlicher Geburt zu tun,
sondern mit göttlicher.

Der Mensch,
solange er menschlich lebt,
ist aus seiner Natur heraus ein Fremdling in fremden Land.

Novembergedanken

November ist
Rückzug,
Einkehr,
Ausruhen vom vergangenen Leben.

Als ich heute auf dem Nachhauseweg war,
war ich auf dem Rückzug
und wurde gestört. Weiterlesen „Novembergedanken“

Ohne Wenn und Aber

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.
Jeremia 29,13-14

Und schon wieder ein ganz anderer Sinn in der Elberfelder Übersetzung:

Und ihr werdet mich suchen und finden, denn ihr werdet nach mir fragen mit eurem ganzen Herzen und ich werde mich von euch finden lassen.

Die Wenns und Abers:
Wenn ihr mich sucht, dann werde ich mich finden lassen.

Und was, wenn nicht?

Ihr werdet mich suchen und finden!

Bei Gott ist kein Wenn und Aber.

Himmelszerleger

Du hast dich müde gemacht mit der Menge deiner Pläne.
Jesaja 47,13

In der Elberfelder Übersetzung steht mit anderem Sinn:

Du hast dich müde gemacht mit deinen Beratungen.

Himmelszerleger,
Sternendeuter,
Kohle bringender Hokuspokus,
alles probierst du aus Mensch,
auf der Suche nach dem vermeintlichen Glück,
hastet von einer Modeerscheinung zur nächsten,
deiner Müdigkeit nicht achtend.

Siehe, ich bin das Glück

Achterbahn der Emotionen

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, den der HERR tut dir Gutes.
Die Betonung liegt auf dem „Wieder“.
Der Mensch in seinem unbeständigen Auf und Ab
ist ein Gefangener seiner Emotionen,
die mit uns Achterbahn fahren,
in schneller Bewegung,
wir immer Halt suchend.

Niedrigkeit

Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.
1.Mose 31,42

Gott sieht meine Niedrigkeit
und seine Hand zieht mich
aus ihr heraus,
hin zu ihm.

Geisteswort

Ja, wie Bileam geht mir’s, nur umgekehrt; will ich euch loben,
Siehe, da stößt der Geist scheltende Worte hervor.

(Goethe, Nicht veröffentlichte Xenien)

Bileam, immer wieder trifft man auf ihn.

Die Bileamgeschichte in der Bibel: 4.Mose 22-24

Absterben

Selbsteingenommenheit

Wer kann sagen: »Ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde«?
Sprüche 20,9

Was uns selbst angeht,
sind wir selbsteingenommen.
Wer sich selbst auf die Schulter klopft
und auf andere mit dem Finger zeigt,
ist auf dem Holzweg.

Kirchenmenschen

Der Entschluss ist gefasst. Lang hat es gedauert. Viele Jahrzehnte.

Als ich gerade auf dem Nachhauseweg an meiner heimischen Kirche vorbeigefahren bin, stand mir ein Bild der Trostlosigkeit vor Augen. Kahle Mauern, Leere, Inhaltslosigkeit, Falschheit, Scheinheiligkeit, Verkommenheit, Fassaden mit rissigem Putz, wie tot. Nirgends sind mir in meinem schon einige Jahrzehnte dauernden Leben erbärmlichere Menschen begegnet als in Kirche, katholischer wie evangelischer, aktuell in meiner Kirchengemeinde, allen voran der vermeintlich geistliche Vorsteher. Es ist tatsächlich so. Jeder Obdachlose, dem ich eine Obdachlosenzeitung abkaufe, strahlt mehr ehrliche Herzenswärme aus als jeder einzelne dieser Kirchenmenschen, die mir dort begegnet sind. An einem Bettler und seiner Freundlichkeit kann man sich wärmen, an den Kirchenmenschen erfriert man, da hilft auch keine Kirchenheizung.

Irgendwie wollte ich das all die Jahre und Jahrzehnte nicht glauben wollen, nicht loslassen, was offensichtlich ist, immer denkend, das kann doch nicht sein. Immer wieder einen Versuch startend. Immer in der Hoffnung, auch nur einen einzigen dort zu finden, bei dem das anders ist.

Kirchenmenschen sind in der Form und der Äußerlichkeit gut, aber wehe, man fragt nach Innerlichkeit. Da hört die Kompetenz schnell auf und die Sprachlosigkeit fängt an. Mit absoluter Klarheit stand mir das gerade vor Augen: ES IST SO. Kirche hat nichts mit wahrem Glauben zu tun, da geht es um etwas ganz anderes. In Kirche findet man Gott nicht, sondern nur Abgötter.

Jetzt weiß ich auch, wieso es mir schon seit vielen Wochen tatsächlich körperlich speiübel wird, wenn ich an diesem Kirchenort vorbeifahre: Weil ES SO IST und weil es nach einem Schlussstrich verlangt. Wie üblich habe ich die Dinge vorher gespürt, bevor sie sich klären. Nun weiß ich endgültig, dass ich in dieser Kirche nichts mehr verloren habe. Endlich kann ich ohne jegliches Bedauern gehen. Und ich kann aus dieser Kirche jetzt auch ohne jegliches Bedauern austreten. Alles in mir sagt, ich muss es sogar.

Ich muss daran denken, dass ich das eigentlich schon als 13jährige wusste. Schon damals konnte ich mit den Kirchenmenschen nichts anfangen. Ich weiß es noch genau. Ich dachte: Das kann doch nicht alles sein? Was ich erkenne, weiß ich, weiß ich tief in mir felsenfest und mit absoluter Wahrhaftigkeit, durch alle Selbsttäuschungsversuche hindurch.

Ich musste einen langen Weg gehen, bis ich endlich bereit bin, diese Erkenntnis zuzulassen und den letzten Schritt zu tun. Aber alles hat seinen Sinn. Ich wäre nie dorthin gekommen, wo ich bin, wenn mein Gott mich nicht auf diesem Weg geführt hätte. Er weiß viel mehr als ich und ich weiß, dass dort, wohin er mich führt, das GUT ist. Ich weiß, dass er bei mir ist. Wer denkt, das bedeute kein Leid, der hat noch nichts begriffen. Es ist gerade das Leid, das einen klärt. Im Leid ist viel mehr Gutes und wahres Leben als in jedem vermeintlichen Glück, das nichts als eine vergängliche Emotion ist. Nichts Tragendes für das Leben. So bin ich erleichtert über die Klärung und dankbar allein meinem Gott gegenüber und ihm allein verpflichtet.

Wenn Gott für mich ist, wer mag wider mich sein? (Röm 8, 31; mein Konfirmationsspruch).

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar (Psalm 23, 6). Dafür sorgt er schon.

PS: Um wahrhaftig zu sein: Zwei Menschen habe ich in vielen Jahrzehnten in kirchlicher Organisation gefunden, an denen ich nicht erfroren bin. Auch sie leben inzwischen nicht mehr Kirche, obwohl sie beide Kirchenmänner waren, geistlichen Berufs, sondern nur noch Glauben, nur noch Berufung, mit zum Teil radikalen persönlichen Konsequenzen, die Mut verlangen. Sie leben das „Du musst alles verlassen“ mittlerweile in großer persönlicher Konsequenz und durch viel Anfechtung hindurch. Diese meine Brüder haben meine allerhöchste Hochachtung und Liebe. Sie verstehen mich und ich verstehe sie. Irgendwie gehen wir seit Jahren jeder für sich und doch Hand in Hand den gleichen Weg, auf Augenhöhe, hin und wieder einander stärkend und stützend. Ich bin dankbar, dass mir diese beiden Menschen in einer kirchlichen Organisation begegnet sind.

Herrgottsblatt

Schöllkraut

20 Liter Weihnachts-Gyrossuppe

Anfangs habe ich gedacht: Nein, das brauchst du jetzt nicht, dann habe ich mich aber doch überreden lassen. Wir haben extra den Weihnachtsbaum anders gestellt.

Heute sind 12 junge Männer bei uns eingefallen, viele hätte ich gar nicht mehr erkannt. Sie sind von Jungs mittlerweile zu jungen Männern geworden. Was sich verändert hat, im Laufe von ??? Jahren, sie brauchen mich viel weniger. Sie wissen inzwischen, dass das Alltägliche sich nicht wie von Mutterhand von selbst fügt. Das Studentendasein lehrt, was es heißt, auf eigenen Beinen zu stehen. Türen werden ausgehängt, Stühle vom Dachboden geholt, Konfirmationstische aufgebaut, es wird verkabelt und verdrahtet. Einer hat vorgekocht und 3 verschiedene Beläge für 80 Pizzabrötchen gemacht: damit sie gut durch die Nacht kommen.

Aber, was das Wichtigste ist: Sie freuen sich wie kleine Jungs an Weihnachten. Als einer nach dem anderen an der Balkontür auftaucht, fallen sie einander um den Hals, hüpfen vor Freude: Schön Alter, dich wieder einmal zu sehen. Gelegenheiten gibt es dazu sonst nie, nie jedenfalls vollzählig. Sie sind in alle Winde zerstreut, einer studiert sogar in Australien. Die Zeitpläne passen nicht mehr so einfach zusammen. Aber heute sind sie alle da. Wie vor ??? Jahren. LAN – Party, wie immer bei uns, wir haben die größte Stube, da passen alle rein. Das hat Tradition.

Und Muttern kocht auf Bestellung 20 Liter Gyrossuppe. Wie immer. Morgen früh wird nichts mehr da sein. Ein junger Mann meint begeistert, als er sich zwei Kellen auftut: Die sieht genau so aus wie letztes Jahr – dann kommt er ins Stocken, es war wohl nicht letztes Jahr? Vor wieviel Jahren dann? Keiner weiß, wie lange und wie oft man bei uns schon gemeinsam LAN – Party gefeiert hat. Einer meint, es werden annähernd 10 Jahre sein.

Die Generation Internet fängt an erwachsen zu werden. Sie sind alle von Kindheit an ans Internet gewöhnt. Es ist ihr Medium. Wie viele Unkenrufe gab und gibt es? Die Litanei ist lang. Ich kann sie nicht bestätigen. Ich kann keinerlei Schaden erkennen, weder an meinen Kindern, noch an ihren Freunden. Sie haben eher gewonnen, denn verloren: Die Jungs können über jede Distanz regelmäßig Kontakt halten und verlieren sich dadurch nicht aus den Augen. Sie können sich weiterhin über das austauschen, was sie gemeinsam interessiert. Dass man sich nicht so häufig persönlich trifft, ist dabei nicht so wichtig. Das Gemeinsame zählt, nicht das Trennende. Sie haben weiterhin etwas miteinander zu reden, sie gehen miteinander um, als würden sie sich jeden Tag sehen.

Es geht hoch her: Es wird gejohlt, debattiert, beratschlagt und sehr viel gelacht, aus vollem Herzen, das hört man. So war es schon immer bei den unzähligen LAN-Partys in unserer Stube und so ist es auch heute.

Nein, ich bereue es nicht, es erlaubt zu haben, obwohl mir eher nach Ruhe und in Ruhe gelassen werden zu Mute ist. Das ist Weihnachten, was sich da abspielt, das ist echtes Weihnachten! Sie freuen sich aneinander. Ganz unerwartet ist mir doch noch Weihnachten ins Haus geschneit.

Herzenslicht

Gott im Alltag

Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Psalm 118,18

Mensch ist ein harter Brocken, auch für Gott.
Die Liste unserer Verfehlungen ist jeden Tag lang.
Belehren lassen wir uns nicht gerne.
Die Bibel lesen nur wenige.

Was gibt Zeugnis von ihm?
Wie soll sich Gott bezeugen?
Wer ist sein Zeuge?

Wer in den Tag hineinhört,
sich wundert über die alltäglichen Wunder,
in der Not Gottes ausgestreckte Hand ergreift,
mit ihm im Alltag lebt,
erkennt die roten Ampeln, die man überfährt.
Unzufriedenheit mit der eigenen Unzulänglichkeit,
Leiden an uns selbst.
Trost vom Tröster,
der uns nicht verzagen lässt.
Gott im Alltag.

Strahlen

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Psalm 118,24

Jeder Tag, an dem Gott sich erfahren lässt, strahlt,
wie irden die Wolken auch sein mögen, die ihn verdunkeln

Lichtblicke

Wo der erste Blick nichts sieht,
unscheinbarer Alltag uns besiegt,
der flücht‘ge Augenblick dem Durchschnittsgrau entflieht,

der zweite Blick dann unerwartet innehält,
uns die entfloh‘ne Gedankenwelt entfällt,
und unser Sein im Jetzt behält,

wir erstaunt den dritten Blick dann wagen,
und erst jetzt das Licht gewahren,
das wir im ersten Blick nicht sahen.

Lichtblicke

Lichtblicke

Ich bin getauft

Ich bin getauft in deinem Namen,
Ich weiß nicht warum,
aber es berührt mich gerade sehr,
wie Herzklopfen.

Ich bin gezählt zu deinem Samen,
Ich weiß nicht warum,
aber ich fühle mich
wie in deiner Sähwanne.

Ich bin in Christus eingesenkt,
Ich weiß nicht warum,
aber ich fühle deine Gegenwart
wie ein Wärmebad.

Ich bin mit deinem Geist beschenkt,
Ich weiß nicht warum,
aber ich weiß was ich weiß
und darum vertraue ich.

Taufe