Unverortet

Damals sprach Salomo: Der HERR hat gesagt, dass er im Dunkel wohnen will. Ich aber, ich habe dir ein fürstliches Haus gebaut und eine Stätte, wo du thronen sollst für Ewigkeiten.
2.Chronik 6,1-2

Egal wie klug,
wie weise,
wie stark,
wie machtvoll
ein Mensch ist,
er kann Gott nicht
verorten.

Gott bleibt im Dunkeln,
auch wenn wir ihn ans Licht zerren,
ihn behausen wollen.
Er lässt sich von uns nicht begrenzen.

Der Salomonische Tempel
ist mehr als tausend Jahre vergangen,
obwohl der kluge Salomon dachte,
Gott dort in Ewigkeiten zu verorten.
Menschliche Eitelkeiten.

Gott bleibt in Ewigkeit für uns unverortet.

Pyrrhussiege

So wurde der Sieg an diesem Tag zur Trauer für das ganze Kriegsvolk, denn das Volk hatte an jenem Tag gehört: Der König grämt sich wegen seines Sohnes.
2.Samuel 19,3

Was auf den ersten Blick wie ein Sieg aussieht,
kann sich auf den zweiten Blick als Niederlage entpuppen.
Solange ein Mensch zu Schaden kommt,
sind alle Siege
Pyrrhussiege.

2017er Wellen

Auf sieben fette Jahre folgen sieben magere Jahre. Eigentlich mag ich nicht über 2017 schreiben. Die Zeit der mageren Jahre hat begonnen. Sie bringen nichts Gutes. Gesundschreiben was todkrank ist, hilft nicht. Klüger, sich innerlich vorzubereiten, anstatt wie die Lemminge in den Abgrund zu laufen. Vorbereitet fällt man, tritt der Ernstfall dann ein, nicht aus allen Wolken, sondern landet – hoffentlich – auf beiden Füßen.

Was bringt das neue Jahr im Blog Neues? Ich denke nun seit vier Jahren täglich über die Tageslosung der Herrnhuter Büchergemeine nach. Sie haben ein festes Repertoire von 4000 Losungstexten in ihrer „Lostrommel“, die sich nach 4 Jahren wiederholen können. Die Bibel bietet aber viel mehr. Ich habe mich deshalb entschlossen, mir eigene Tageslosungstexte aus der Bibel herauszusuchen. Und wenn ich es nicht schaffe – der Blick auf letztes Jahr lehrt mich Bescheidenheit – greife ich auf die Herrnhuter Losungen zurück. Ich werde die Gewohnheit, mich täglich wenigstens einmal mit Gott und seinem Wort auseinanderzusetzen, also beibehalten, auch wenn ich erfahrungsgemäß weiß, dass es mich das ein oder andere Mal viel Disziplin kosten wird. Ich werde nur noch die Elberfelder Übersetzung verwenden, sie ist mir näher.

Meine Jahreslosung für 2016 ist 2017 weiterhin gültig: Sagen, was man sieht, auch wenn es unpopulär ist, so, wie die Botschaft, die Samuel seinem Ziehvater Eli überbringen musste:

Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hier bin ich! Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesagt ist? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wo du mir etwas verschweigst, das dir gesagt ist. Da sagte es Samuel alles an und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der HERR; er tue, was ihm wohl gefällt (1. Samuel 3, 16-18).

Gottes Wege sind nicht immer einfach. So setze ich dieses Jahr hinzu, als Trost und um mich immer daran zu erinnern, wenn ich verzagen will:

Gott in der Höhe ist gewaltiger als die Stimmen großer Wasser, als die gewaltigen Wogen des Meeres (Psalm 93,4 )

Gott ist größer als alle menschlichen Wege und Irrwege. Solange ich auf Gott vertraue, kann ich getrost weitergehen, auch wenn wir unsere Welt aus den Angeln heben und sie in Schutt und Asche fällt, auch wenn man schwer ertragen kann, was man sieht und erfährt, auch wenn man erschrickt über die menschlichen Abgründe und Lügengebäude, über kaltes, menschenverachtendes Machtkalkül, wohin man blickt.

Mit Gottes Wort und seinem Segen gut gerüstet und gewappnet mache ich mich also auf den Weg ins neue Jahr. Es wird kein Spaziergang werden, aber: Gott ist gewaltiger als alle Dämme, die Menschen bauen und alle menschengemachte Wellen. Er ist der Mantel, der mich deckt.

Ich wünsche allen, Leser oder Nichtleser, Bekannten wie Unbekannten, mir selbst, dass wir alle trockenen Fußes durch das kommende Jahr gehen und, wenn die ein oder andere Welle über uns hinwegschwappt, wir uns immer an den EINEN Rettungsanker erinnern.

Gottes Segen im neuen Jahr!

 Neujahrs-Wellen 2017

Gottes schwere Wege

Voll bin ich gegangen, und leer hat mich der HERR zurückkehren lassen.
Ruth 1,21

Gottes Weg
lässt uns Wege gehen,
die wir nicht immer mögen
und trotzdem gehen wir
mit Segen.

Ewiger Friede

Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Denn dort verheißt der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.
Psalm 133,1.3

Unzerstückelt heißt der Psalm nach Elberfelder Übersetzung:

Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Wie das köstliche Öl auf dem Haupte, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, das herabfließt auf den Saum seiner Kleider; wie der Tau des Hermon, der herabfällt auf die Berge Zions; denn dort hat Jahwe den Segen verordnet, Leben bis in Ewigkeit.

Wer kennt den Ort,
an dem Menschen
einträchtig miteinander leben?

Nur auf Gottes Berg ist
ewiger Friede,
Leben bis in Ewigkeit.

Machthaber

Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HERR aber ist noch größer in der Höhe.
Psalm 93,4

In der Elberfelder Übersetzung heißt es:

Jahwe in der Höhe ist gewaltiger als die Stimmen großer Wasser, als die gewaltigen Wogen des Meeres.

Menschen mögen Macht haben,
sie können damit viel bewegen
und viel zerstören,
hohe Wellen schlagen.
Menschliche Macht ist endlich,
Gottes Macht unendlich.

Mutmacher

Fürchte dich nicht; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR.
Jeremia 1,8

In der Elberfelder Übersetzung heißt der Vers:

Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu erretten, spricht Jahwe.

Vor manchen Menschen kann man sich fürchten.
Sie schrecken vor nichts zurück,
kennen keine Grenzen,
keine physischen und keine moralischen.

Gott macht uns Mut:
Geh dort hin,
wohin ich dich sende.
Schau nicht auf dein Alter,
schau nicht auf deine Talente,
fürchte dich nicht vor Menschen,
denn ich bin bei dir und
werde dich bewahren.

Gottlose Zeiten

Der HERR sprach zu Jeremia: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
Jeremia 1,9

Nach Elberfelder Übersetzung heißt der ganze Vers:

Und Jahwe streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an, und Jahwe sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.

Gott streckt seine Hand aus
und lässt die Welt wissen,
was sie zu wissen hat.

Ob sie es beachtet und achtet,
steht auf einem anderen Blatt.
Ebenso die Konsequenzen.

Gottlose Zeiten sind verlorene Zeiten.

Befreiung

Wende dich, HERR, und errette mich, hilf mir um deiner Güte willen!
Psalm 6,5

In der Elberfelder ist übersetzt:

Kehre um, Jahwe, befreie meine Seele; rette mich um deiner Güte willen!

Wir sind gefangen
in unseren Gewohnheiten,
in unseren Gedankengebäuden,
in unserem Umfeld,
in unseren Lebenslügen.

O Gott,
befreie meine Seele,
befreie meinen Blick,
befreie mich von meinen Fesseln
damit mein Blick sich weitet
und ich unerschrocken
den Weg gehe,
den du mich leitest.
Amen.

Weihnachtssturmwind

Der Wind weht uns
dieses Jahr an Weihnachten
besonders stark um die Nase.

Landunter!

Als sei es eine Warnung,
dass die Deiche auch brechen können,
sind wir nicht auf der Hut.

Weichnachtssturmwind!

 Weihnachts-Sturm

Zerbrechlichkeit

Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.
1.Samuel 2,4

Aktiv und passiv vertauscht. In der Elberfelder Übersetzung heißt es:

Die Bogen der Helden sind zerbrochen, und die Strauchelnden haben sich mit Kraft umgürtet.

Gott ist man nicht ausgeliefert,
Gott liefert sich an uns aus und
gibt uns
in unserer menschlichen
Schwachheit und Zerbrechlichkeit
Kraft und Stärke.

Retter

Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.
Psalm 116,10

In der Elberfelder Übersetzung heißt der Vers:

Ich glaubte, darum redete ich. Ich bin sehr gebeugt gewesen.

Ich glaube,
darum rede ich,
vertrete,
was ich glaube,
mache kund,
wer meine Rettung ist,
mir den Becher der Rettungen
reicht,
auch wenn die Lage
mehr als einmal
rettungslos scheint.

Lobet den Retter!

Kehrtwende

Es werden sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden.
Psalm 22,28

Alle, die sich von Gott abgekehrt haben,
werden umkehren und
sich zu ihm bekehren.

Die letzte Kehrtwende:
das Ende allen Verkehrtseins.

Geist

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.
Sacharja 4,6

In der Elberfelder Übersetzung heißt es:

Dies ist das Wort Jahwes an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht Jahwe der Heerscharen.

Mensch denkt
(seine) Macht könne es richten,
(seine) Kraft erzwingen.
Ein Fehlschluss auf Dauer.
Gott wirkt weder durch
Macht, noch durch Kraft,
Gott wirkt mit seinem Geist.

Weihnachtsillusion

Die Illusion,
allen voran die Weihnachtsillusion,
ist eine Hure.

An jeder Straßenecke lauert sie,
mit ihrem Augenaufschlag,
mit ihrem Klimbim.

Wir folgen ihrem Sirenengeschwirr gerne,
werfen den Alltag bereitwillig über Bord,
nur für einen Augenblick Pseudoglück.

Nach dem Erwachen,
erkennt man den nicht mehr,
mit dem man sich gerade noch ins Bett gelegt hat.

Ein fader Nachgeschmack bleibt.
Man geht sich
aus dem Weg.

Bis dann,
bis zum nächsten Jahr,
mein Fest der Liebe!

 Weihnachts Illusionen

Mensch, warum?

Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.
Hiob 9,10

Man blickt auf die Menschen,
auf die Schuld,
die sie auf sich häufen,
auf das Unrecht,
das sie säen,
auf die Gewalttaten,
die sie auf andere ausüben,
und denkt:
Gott warum?

Umgekehrt wird ein Schuh daraus:
Mensch, warum?
Du bist für das, was du tust,
selbstverantwortlich!

Zimtsterne

Heute 8 Stunden Zimtsterne gebacken.
Habe ich schon viele Jahre nicht mehr gemacht.
Keine Zeit.
Zimtsterne backen ist eine Geduldsprobe.

Mandeln zu fein gemahlen,
fertig gekauft,
Teig zu weich,
wie ist das nur zu retten?
Habe ich gleich befürchtet,
aber die Bequemlichkeit…
Dinkelkleie untergemischt,
obwohl das an sich gar nicht rein kommt,
reichte aber nicht und zu viel wollte ich auch nicht untermischen,
sind ja schließlich Zimtsterne.
Ok, dann doch Küchenmaschine aus dem Keller holen,
das einzige Päckchen Mandeln mahlen.
Nun ja, muss gehen.
Gottseidank hatte ich neue Backmatten gekauft,
das erleichtert den Kampf mit dem Kleb.
Ich steche aus, mein Mann glaciert.
Die Arbeitsteilung hatten wir schon vor 38 Jahren.
Geduldig bestreicht er jeden einzelnen Stern mit dem Messer,
das ist der Teil, für den ich kein Talent und keine Ruhe habe.
Eine Neuerung habe ich eingeführt:
kleine Sterne sollen es sein, nicht die großen,
die ich von zu Hause kannte und die wir früher gemacht haben.
Das Rezept stammt von meiner Großmutter.
Ohne Zimtsterne war für meinen Vater kein Weihnachten.
Allerdings hatte die Sache einen Nachteil:
Aus 45 großen Zimtsternen nach Rezept,
wurden über 100 kleine –
das sorgfältige Bestreichen dauert,
und dauert,
und dauert.
Außerdem hatte ich nur eine Packung
(Vollkorn-) Obladen gekauft.
Was nun?
Mal bei den Nachbarinnen fragen,
ob sie zufällig …
Aber keine war zu Hause.
Not macht erfinderisch.
Nach Beratschlagung wurde
folgender Workaround gefunden:
Wurstpappe in passende Größe schneiden,
so dass man den Stern gut zum Bestreichen
in die Hand nehmen konnte und
Backpapier ebenfalls in passende Quadrate
geschnitten damit der Stern
nicht an die Wurstpappe pappt.
Einen Probestern backen – passt!
So vergeht Stund um Stund…
Sohnemann wundert sich,
als er nach Stunden wieder eintrifft,
dass wir immer noch am Zimtsternbacken sind.
Zwischendurch habe ich noch 2 Bleche
Vanillekipferl gebacken,
auch nach altem Rezept von zu Hause.
Der Guss wird langsam dick.
Mein Mann verdünnt probeweise
– gegen meinen Rat – mit Zitrone.
Natürlich wird das nichts,
der Belag bricht und wir grisselig,
deshalb muss er sich weiter mit dem
inzwischen sehr zähen Guss abmühen.
Nach 8 Stunden ist es endlich geschafft,
die Keksdose ist voll,
der Fisch wartet schon,
er will auch ins Rohr,
musste sich gedulden,
wie ich auch…

 Zimtsterne

Persönlich

Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden, der oben thront in der Höhe, der hernieder schaut in die Tiefe, der den Geringen aufrichtet aus dem Staube?
Psalm 113,5-7

Wer ist Gott?
Es gibt keine allgemein gültige Antwort.
Gott ist nicht zu sehen, nicht zu beschreiben.
Die Antwort ist ganz persönlich;
Gotteserfahrung ist ganz persönlich,
Gott ist jedem persönlich nah!

Lektionen

Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens.
Psalm 116,1

Lektion 1:
Ich liebe den,
den ich nicht fassen kann,
ich vertraue dem,
den ich nicht begreifen kann!

Bauen

Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen; denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen wieder auf.
Nehemia 2,20

Einreißen kann jeder,
aufbauen nicht.

Nur wenn Gott mit mir ist,
wird es gelingen.

Wenn Gott mit mir ist,
wer mag wider mich sein?