Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren.
3.Mose 19,32
Weisheit will erlebt sein.
Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren.
3.Mose 19,32
Weisheit will erlebt sein.
Glückselig, wer vertrauen kann,
Glückselig, wer glauben kann.
Psalm 146:5
Das Wort „Erziehung“
klingt in manchen Ohren bedrohlich,
insbesondere bei denen,
die eigene negative Erfahrungen
mit „Erziehung“ gemacht haben.
Dennoch hat das Wort seine Berechtigung.
Dass man seinen Bruder nicht totschießt,
will als Wert vermittelt sein.
Ein Kind braucht Anleitung,
aber jedes Kind ist anders,
deshalb braucht es Anleitung
seinem Weg gemäß,
seiner Natur entsprechend.
Es ist die Verantwortung
der Eltern,
die Natur des Kindes zu erforschen,
seine Natur nicht zu brechen,
sondern es seiner Natur gemäß
in seiner Entwicklung zu unterstützen.
Ohne Anleitung verroht ein Kind,
verkümmert, sucht sich Anleitung bei denen,
die zufällig seinen Weg kreuzen,
auch wenn es in die falsche Richtung geht.
Kind kann dies nicht ermessen.
Es ist die Verantwortung der Eltern.
Wenn sie nicht wahrgenommen wird oder
die eigenen negativen Erfahrungen
dem Kind aufgezwungen werden,
entwickelt sich nicht das Kind,
sondern eine Spirale der Abweichung
von der Natur des Kindes.
Das Kind wird nicht, oder sehr schwer,
davon abweichen, auch wenn es alt wird,
was ihm auf allen erfahrbaren Wegen
beigebracht wurde,
im Guten wie im Bösen.
Gott in die Herzen der Kinder zu bringen,
denkt man, sei heutzutage schwer.
Es ist ganz leicht:
Rücksichtnahme auf den Nächsten,
Gerechtigkeitssinn,
Eintreten für diejenigen,
die es selbst nicht vermögen,
Teilen,
eine Auge für die Befindlichkeiten
des Anderen zu haben,
kann man vorleben, vermitteln, erklären,
kann Schranken setzen, hartnäckig bleiben,
kann vor allem
verlässlich und treu zum Kind stehen,
wann immer es auch abweichen mag.
Alles das tut Gott auch.
Vor ihm bleibt jeder immer Kind,
braucht seine Anleitung,
seinem Weg gemäß.
Gottes Gut will authentisch vermittelt sein,
dann wird Gottes Keimling im Kind aufgehen.
Gott wird oft mit Kirche und Religion verwechselt.
Kinder in dieses Korsett einpressen zu wollen,
ist eine Abweichung von der
Natürlichkeit und Ursprünglichkeit,
in der Gott sich in uns zeigt.
Sprüche 22:6
Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen.
Sacharja 8,21
Sich aufmachen,
Gott zu suchen,
muss jeder selbst,
so wie eines Tages
jeder selbst vor Gott stehen wird.
Es ist nicht delegierbar.
Egal, wieviel Federn wir auch lassen müssen,
Gott stützt uns,
er richtet uns wieder auf und
zeigt den Weg,
den wir gehen sollen.
Wir müssen seine
ausgestreckte Hand
nur nehmen.
Psalm 145:14
Gott ist Gerechtigkeit und Güte.
Wer Gerechtigkeit und Güte nachjagt,
jagt Gott nach.
Anstatt Gott jagt Mensch dem
eigenen Glück und der Menschen-Liebe nach,
nicht begreifend, dass sich nur aus
Gottes Gerechtigkeit und Gut
jedes eigene Gut entwickelt.
Eigenliebe ist,
sich Gott zu ergeben,
nicht dem Egoismus.
Sprüche 21:21
Jeder einzelne Mensch ist nur ein kleines Pflänzchen
im Ozean von Zeit und Ewigkeit.
Viele kleine Pflänzchen ergeben einen Garten,
ohne Pflänzchen, die wachsen und gedeihen,
ist auch Gottes Garten kein Garten.
Deshalb hütet er jeden von uns wie einen Augapfel.
Psalm 144:3
Biete deine Hand nicht einem, der Unrecht tut, indem du als Zeuge Gewalt deckst.
2.Mose 23,1
Wer Gewalt und Unrecht deckt,
macht sie mit Gewalt und Unrecht gemein und
steckt mit dem, der Unrecht tut,
unter einer Decke.
Dort könnte es am Ende eng werden.
Ohne deine Quelle, o Gott,
vertrocknet meine Seele.
Tränke sie mit deinem Geist.
Psalm 143:6
Wer nicht viel für sich will,
hat viel zu verschenken
Sprüche 19:22
Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jesaja 40,6.8
In der Elberfelder heißt es ungekürzt und mit mehr Sinn:
Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; denn der Hauch Jahwes hat sie angeweht. Fürwahr, das Volk ist Gras. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.
Wie schön der Mensch auch ist,
der Zahn der Zeit nagt an ihm.
Am Ende ist seine Hülle verwelkt.
Wer auf Schönheit und Hülle setzt,
setzt auf Vergänglichkeit,
wer auf Gottes Wort setzt,
setzt auf Ewigkeit.
Gott sichert mein Leben,
indem ich Anteil an ihm habe,
habe ich Anteil am ewigen Leben.
Gott ist Leben,
Gottes Land ist
das Land der Lebendigen.
Wohnung für Wohnung,
Stockwerk für Stockwerk
nähere ich mich
dem Leben.
Psalm 142:5
Verrat ist ein Treuebruch,
eingebrannt in das bewusste und unbewusste
Gedächtnis des Verratenen.
Um sich selbst vor weiteren Verletzungen
zu schützen,
verbarrikadiert er sich fortan hinter einer
schier unüberwindlichen Mauer,
baut viele Wälle und Gräben
als Verteidigungslinie.
Treuebrüche hinterlassen
hohe Barrikaden und tiefe Gräben.
Sprüche 18:19
Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.
3.Mose 19,2
Unser Anteil an Gott ist heilig,
auch wenn die Heiligkeit tief in uns verborgen ist.
Früher oder später erwacht dieser Keim bei jedem
und treibt ans Licht.
Jede Pflanze in Gottes Garten ist unterschiedlich.
Es gibt Frühblüher und Spätblüher.
Lass, o Gott, mein Gebet
vor dir bestehen,
sei Hüter dessen,
was ich vor dich bringe,
sei wachsam,
dass ich mich nicht verführen lasse,
der Verlockung des schönen Scheins erliege,
gut rede vor dir,
was nicht zu entschuldigen ist,
um etwas bitte,
was in den Abgrund führt.
Bewache, o Gott,
mein Herz,
denn was aus meinem Mund kommt,
habe ich auch in meinem Herzen.
Psalm 141:3
Ihr sollt Priester des HERRN heißen, und man wird euch Diener unsres Gottes nennen.
Jesaja 61,6
In der Elberfelder heißt es:
Ihr aber, ihr werdet Priester Jahwes genannt werden; Diener unseres Gottes wird man euch heißen. Ihr werdet der Nationen Reichtümer genießen und in ihre Herrlichkeit eintreten.
An dem Tag,
an dem der Mensch sich daran macht,
aufzurichten, was er eingerissen und zerstört hat,
an dem er sich erinnert,
was Gottes Gerechtigkeit ist und danach handelt,
an dem Tag wird er zurecht
Diener Gottes genannt.
Gott stellt sich auf die Seite derjenigen,
denen es schlecht geht.
Ihn wahrnehmen und mit ihm in Austausch treten
muss jeder selbst.
Psalm 140:12
Das Leben verlangt dem Menschen einiges ab.
Um den rechten Weg muss man oft kämpfen,
gegen die anderen und
noch mehr gegen sich selbst.
Dabei können einem durchaus graue Haare wachsen.
Sie zeugen von diesen Lebenserfahrungen.
Sprüche 16:31
Vor beinahe einem Jahr bin ich aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Was wird mit dem Gregorianik-Singen, habe ich mich gefragt? Wenn es nicht mehr stimmt, werde ich eine Entscheidung treffen.
Ein weiteres Jahr hat es gedauert. Heute habe ich meinen Ausstieg angekündigt, nicht nur also Organisator, sondern meinen Totalausstieg. Stück um Stück lasse ich alles. Es ist konsequent. Schon beim letzten Mal hatte mich eine unendliche Müdigkeit erfasst und ich konnte nicht mitsingen. Ich habe auf einer Kirchenbank liegend gewartet, bis ich die Kirche wieder abschließen konnte. Es will nichts mehr aus mir herauskommen, kein Ton, keine Spiritualität, weder beim Singen noch in der Kirche. Zu tief ist der Riss. Das gilt auch für meine „Lieber Luther“ Briefe. Nichts will mehr aus mir heraus.
Ein Jahrsiebt ist zu Ende. Ich kann diesen Rhythmus in meinem Leben erkennen. Mein jüngerer Sohn ist mit dem Abi durch. Kein Kind mehr in der Schule. Auch das eine neue Lebensphase. Meine Kloster- und Kirchenzeit ist auch zu Ende. Sie starrt mich an wie eine Fremde. Zeit sich ganz zu trennen.
Wenn ich mich trenne, trenne ich mich radikal. Bevor ich in meine Kloster- und Kirchenphase eintrat, habe ich mein politisches-soziales Leben radikal abgehackt: den gesamten Freundeskreis gelassen, das politische und soziale Engagement, alle Ehrenämter abgegeben. Im Dorf sieht man mich seither nicht mehr. Manche denken gar, ich sei weggezogen. Alle Trennungen waren begleitet von Ernüchterungen über die Menschen, die mich bis dahin umgeben hatten, der Blick hinter die Fassade, der mich erschauern ließ. Ich habe nur noch Falschheit und Leere gesehen. Bedauert habe ich diese Trennungen nie.
Und nun?
Ich muss an meine Schwester Teresa denken. Ich bin eine Wohnung weiter gerückt und habe in der alten Wohnung alles zurückgelassen, was mir wichtig und kostbar war. Es wird ein Neues. Den Rest des Weges gehe ich ganz auf mich allein gestellt. Es macht mir keine Angst. Mein weiser Bruder hat mich heute be- und gestärkt. Er hat mir 30 Jahre Weisheit voraus. Wie sieht meine neue Wohnung aus? Ohne Inventar! Alles, was ich brauche, trage ich in mir.