Gewitterwolken

Mit räumlichen Abstand sieht man manche Dinge klarer. Heute sind mir folgende Gedanken zugeflogen:
Erst wenn die Unzufriedenheit mit einer Situation so groß ist,
dass man nicht mehr damit leben mag,
bewegen wir uns aus unserer selbstgewählten Bequemlichkeit.
Erst dann sind wir bereit,
auch innere Unbequemlichkeit in Kauf zu nehmen,
ins Risiko mit uns selbst zu gehen
und mit dem anderen.
Das Schmerzempfinden ist unterschiedlich.
Das macht Beziehungen so schwierig und
lässt sie am Ende scheitern,
weil derjenige, dessen Schmerzgrenze schneller erreicht ist,
frustriert aufgibt.
Dann spült das Gewitter der Unzufriedenheit
den Zufriedenen hinweg.
Jetzt erst wacht dieser auf.
Jedoch, es ist zu spät.
Der Blitz hat bereits eingeschlagen und
die Zufriedenheit fliegt ihm bereits
mit lautem Donner um die Ohren.
Will man nicht in dieses zerstörerische Gewitter kommen,
darf man nicht die eigene Zufriedenheit als Barometer nehmen,
sondern die Unzufriedenheit desjenigen,
der Teil der eigenen Zufriedenheit ist.
Man sollte die Wolken vertreiben,
bevor sie sich zum Gewitter zusammenballen.
Ansonsten hat es zerstörerische Kraft.
Die eigene Komfortzone zu verlassen,
insbesondere wenn man die Gewitterwolken sieht,
ist in dem Fall vielleicht das kleinere Übel.
Man muss sich aber rechtzeitig entscheiden –
bevor das Gewitter losbricht.
Veröffentlicht in Allgemein

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