Der Deich ist steil,
Schafe weiden darauf, ausgesetzt
dem Sturm, der sie auseinandertreibt,
Regenschauer, der sie peitscht,
Kälte, die sie frieren lässt,
Dunkelheit, in der sie sich verirren,
Blitz und Donner, der sie in Angst und Schrecken versetzt,
ausgeliefert den streunenden Hunden,
die sie rücksichtslos reißen,
als leichte Beute erachten,
sie achtlos und tief verwundet zurücklassen.
Niemand da, der rettet, wenn die Deiche brechen.
Wo ist der Hirte?
Auf den irdischen Hirten ist wenig Verlass,
er denkt nur an sich,
rennt von einer Weide zur nächsten,
maximiert seinen Gewinn,
bemerkt nicht die Gefahr.
Das Zäunlein, zum Schutz gebaut,
zerfetzt die Sturmflut.
Auf dem Deich ist das Leben immer in Gefahr,
er kann jederzeit brechen.
Der Weidegrund ist dennoch sicher.
Gottes Warft ist der schützende Stall.
Und wenn der Deich bricht,
der göttliche Hirte ist jederzeit wach,
zieht uns aus den Fluten,
bevor sie uns verschlingen,
umfängt uns mit Wärme,
trocknet die Tränen,
heilt alle Wunden,
hüllt uns in sein weißes Kleid,
von aller Blöße befreit.
Das rettende Ufer ist erreicht.
