Tote Orte

Es hat sich erfüllt,
was an die Wurzeln
meines Blogs rührt.

Mein Blog hat mit einer
Pilgerreise zu diesem Ort angefangen,
der Ort, an dem ich noch etwas erledigen musste.

Ich sehe mich noch dort,
in der letzten Bank,
in mich hineinhorchend,
wie dieser Ort,
nach vielen Turbulenzen,
für mich klingt.

Ohne Segen,
habe ich gedacht,
der Segen ist
von diesem Ort
gewichen.

Gott, Glaube,
Gottes Gegenwart,
bedarf Inspiration,
von Gott inspirierter Menschen.
Ohne, verödet der Ort.

Gott kann man nicht administrieren,
im Alltagstrott abhandeln.
Diese Übung gerät zu allgegenwärtig
greifbarer Scheinheiligkeit.

Ich habe diesen Ort seither
nie wieder betreten.

Nun, etwas mehr
als 3 Jahre später,
die Nachricht:

Das Priorat wird aufgegeben.
Personalmangel, die vordergründige Begründung.
Geschäftssinn der hintergründige.

Gut abzustoßen,
werden doch Flüchtlingsunterkünfte
händeringend gesucht.
Eine bessere Gelegenheit
kommt nie wieder.

Mein weißer Bruder weint.
Es ist nur ein Ort,
versuche ich ihn zu trösten.

Unendlich sein Schmerz,
wieso muss ich
das noch erleben?
Wieso bin ich nicht endlich tot?

Er blättert
in meinem Bildband,
den ich ihm vor Jahren geschenkt habe,
die Tränen rinnen über sein Gesicht.

Die Bäume,
mein Bruder,
die du umarmt hast,
bleiben.
Die Gebäude,
sind nichts als kaltes Gemäuer.

Der Ort,
der zu einem fülligen,
einem heiligen Ort wird,
wird durch die Gegenwart Gottes
in den Menschen
an diesem Ort.

Gehen die Menschen,
die Gott vergegenwärtigen,
geht Gott.

Was dich wärmt,
mein Bruder,
und was kein Mensch auflösen kann,
ist die Erinnerung
an Gottes Gegenwart
an diesem Ort.

Gottes Gegenwart
bleibt bei dir,
ist unabhängig von jedem Ort,
nur abhängig von
der Bereitschaft der Seele
Gott zu empfangen.

Der Ort,
dem du nachtrauerst,
ist zu einem toten Ort geworden.

Das habe ich damals schon
in der letzten Bank erkannt.

Hier ist Ende,
habe ich gedacht
und so ist es gekommen.

Der Wald,
den sie gnadenlos niedergemacht haben,
sein schmerzvolles Schreien,
ein frühes Zeichen dessen,
was nun eingetreten ist.
Tödliche Zustandsbeschreibung.

https://deborrahs.com/2012/08/28/pilgerrreise/

Dammer Abgesang
Man erntet, was man sät.

3 Kommentare zu „Tote Orte“

  1. So kann es gehen. Auch hier in meiner Stadt. Etliche Gemeinden haben in der Not fusioniert, Kirchen wurden entwidmet und verkauft. Es gibt auch andere. Jene, die den Finger am Puls der Zeit haben und spüren, was Not tut, heute, für die Menschen. Jene, die DA sind für ihresgleichen, Menschen, die ganz praktisch helfen und so Gottes Wort und Botschaft glaubwürdig machen.

    Solche und solche…ich halte mich an letztere.

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, auch bei uns entsteht etwas Neues (www.feg-osnabrueck.de). Es wird eine junge Gemeinde sein, mit Menschen, welche die großen Kirchen verloren haben. Die Worte Jesajas sind noch nicht unbeantwortet verhallt: „Denkt nicht mehr an das, was früher war; was vormals war – kümmert euch nicht darum. Seht her, ich schaffe Neues! Schon sprießt es auf – merkt ihr es nicht? (Jes. 43, 18f)“ Und es wird nicht die letzte Neugründung sein – das nächste Projekt ist schon am Horizont… Das Volk Gottes gleicht einem umgehauenen Baum, „doch aus diesem Wurzelstock wird einmal etwas Neues wachsen: ein Volk, das mir gehört. (Jes. 6, 13)“ Packen wir’s an, jede/r von uns!

    Gefällt 1 Person

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