Kirchentags-Sand

Zunächst das Beste am heutigen Tag: Die Predigt von Bischöfin Fehrs war gut, sehr sympathisch hat sie ihre Botschaft am Strandkai rüber gebracht. Durchaus intensiv und authentisch. Das Kritische in einem entwaffnenden charmanten Lächeln verpackt.
Der gesamte Eröffnungsgottesdienst war alles in allem ok. Gottesdienst in „Leichter Sprache“ scheint zu heißen, kein Kreuz, lieber Dum(m)?-Du, eine übergroße Figur. Das einzige Kreuz, das ich auf der Leinwand gesehen habe, war das, das die Bischöfin um den Hals getragen hat.
Vom Sand war die Rede. Sand, das durch die Finger rinnt, Leben, das wie Sand durch die Finger rinnt, Sand, der einem in die Augen gestreut wird und uns schmerzt, Sand, der weich und hart sein kann, der Sand wie das Leben.
Die Hunderttausend in der Masse, na ja. Aber alles trotzdem erstaunlich zügig und ruhig. Interessante Menschen, schon vom Ansehen. Ich glaube, ich muss mir morgen oder übermorgen die Muse gönnen, den Kirchentag einfach an mir vorbeiziehen zu lassen. Ich glaube, da lernt man mehr als auf jeder Veranstaltung.
Die Kirchentagsorte sind ziemlich auseinandergezogen, was viel Laufen heißt. Die Verpflegungslage ist schlicht weg schlecht. Die Verpflegungsstände in keinem Plan ausgewiesen. Auf dem Markt der Begegnungen nur wenige mit Verköstigung, bei den wenigen hat es 100 Meter Schlange und wenn du ankommst ist ausverkauft. Zu Kohlpfanne mit Bulette und Heidelbeerkuchen hat es dann nach mehr ungeduldigem Anstehen dann doch gereicht. Und eine nette Begegnung mit 2 Damen aus Berlin, die vor uns in der Schlange standen.
Ach ja, und von den Beiden auch die schlechte Nachricht: Ich wollte unbedingt in die Bonhoeffer-Oper, für die man gesonderte Karten noch holen musste. Das bräuchte ich nicht mehr probieren, da kämen sie her: Unglaubliche Schlangen und keine Chance, morgen noch eine Karte zu bekommen. Unglaublich auch, dass es so organisiert ist, dass du zwischen einer dieser Karten oder Eröffnungsgottesdienst entscheiden musstest. Beides war organisatorisch nicht möglich.
Der Abendsegen rund um die Alster war zwar eine gute Idee aber schlecht gemacht. 100.000 Menschen um die Binnenalster mit Kerzen in der Hand. Abendgeläut, Pause, undefinierbarer Umgebungslärm aus dem Lautsprecher, Musik aus der Konserve, Gebet, Vater Unser, Der Mond ist aufgegangen. Eine andächtige Stimmung wollte nicht richtig aufkommen. Aber immerhin eine nette Begegnung.
Dann: 1 ½ Stunden auf die S-Bahn warten, da die, die wir nehmen mussten, immer nicht kam. Am Hauptbahnhof dann die Auskunft: die Störung sei wohl noch nicht ganz behoben. Wann fährt denn die S-Bahn: sie kommt in 10 Minuten. Irgendwie scheinen wir in der Pampa zu wohnen.
Mit Sand angefangen, mit Sand im Getriebe den Tag beendet.
Veröffentlicht in Allgemein

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